Max Schmeling und der Sachsenwald: Auf den Spuren der Box-Legende

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Die Original ´-Boxhandschuhe von Max Schmeling hängen noch an der Decke. Copyright: Forsthaus Friedrichsruh
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Friedrichsruh (pm). Vor 90 Jahren gewann Max Schmeling am 12. Juni seinen ersten Weltmeistertitel im Schwergewicht, den er ein Jahr später nochmals verteidigen konnte. Seine Spuren hat die Box-Legende auch in Schleswig-Holsteins größtem Waldgebiet hinterlassen: dem Sachsenwald vor den Toren Hamburgs. Sein ehemaliges Trainingsquartier ist heute ein Restaurant. Wer hier speist, schnuppert gleichzeitig Wettkampf-Luft. Und wer zum Nachtisch Bewegung benötigt, wandert einfach entlang des Max-Schmeling-Weges.

Am 19. Juni 1936 hatte Max Schmeling in New York Joe Louis, den „Unbesiegbaren“, in seinem spektakulärsten Kampf eben doch besiegt. Im Juni 1938 sollte er nun eine weitere Chance bekommen, Weltmeister zu werden. Um sich auf den erneuten Kampf gegen Louis vorzubereiten, wählte Schmeling den Sachsenwald zum Trainingsort. Die Familie von Bismarck, der der Sachsenwald bis heute gehört und deren Freund Schmeling war, hatte ihm das Forsthaus Friedrichsruh für diese Zwecke angeboten.

Kurzerhand wurde dem traditionsreichen und als Ausflugslokal bekannten Forsthaus eine Trainingshalle angebaut. Nachdem Schmeling gemeinsam mit seinem Manager Max Machon und drei Trainingspartnern das Quartier bezogen hatte, sprach sich seine Anwesenheit im Sachsenwald schnell herum. Journalisten und Schaulustige drängten sich im Lokal und in der Trainingshalle, in der Schmeling mit seinen Trainingspartnern Schauwettkämpfe veranstaltete. Selbst von außen sollen sich die Fans die Nasen an den Fenstern platt- und so manche Scheibe eingedrückt haben.

Der 22. Juni 1938 brachte Max Schmeling statt des erhofften Sieges jedoch die Niederlage in der ersten Runde. Der Kampf gegen Louis im Yankee Stadium von New York war sein letzter Kampf in den USA. Das Forsthaus Friedrichsruh hält sein Andenken jedoch bis heute in Erinnerung. Die einstige Trainingshalle ist heute der à la Carte Restaurantbereich des Forsthauses. Zahlreiche Bilder aus dieser Zeit dekorieren die Wände und auch die Original-Boxhandschuhe hängen noch an der Decke. Einen wunderschönen Kontrast bildet die stilvoll moderne Möblierung des Restaurants. Die Küche des Hauses versteht sich als eine „Liebeserklärung an den Wald“ und lockt mit einem wöchentlich wechselnden Wildangebot sowie einem speziellen Max-Schmeling-Menü.

Sicher wird die Box-Legende auch die einzigartige Natur des Sachsenwaldes geschätzt haben. Die 70 Quadratkilometer Wald werden von der Bille und ihren Nebenflüssen durchzogen. Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen prägen das Bild. Herrliche Wanderwege laden zu schönen Spaziergängen ein. Einer davon ist der Max-Schmeling-Weg, der am Forsthaus Friedrichsruh beginnt und der Box-Legende im Sachsenwald bis heute eine Erinnerung setzt.

Weitere Informationen

Rund um den Sachsenwald: www.herzogtum-lauenburg.de/sachsenwald-vor-den-toren-hamburgs

Das Forsthaus Friedrichsruh: www.forsthausfriedrichsruh.de