‚Ratzeburg besteht nicht nur aus Insel und Wirtschaft‘ – Floristmeister Björn Knabe will Bürgermeister werden

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Floristmeister Björn Knabe (parteilos) tritt zur Bürgermeisterwahl 2019 in Ratzeburg an. Foto: Anders
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Ratzeburg (aa). Fünf Kandidaten treten zur Bürgermeisterwahl am 10. März 2019 in Ratzeburg an (Stand 12. Januar). Einer von ihnen ist der 48jährige parteilose Floristmeister Björn Knabe. Am Donnerstag (10. Januar) stellte er sich im Rahmen eines Pressegesprächs offiziell vor.

Björn Knabe. Foto: Anders

„100 % Ratzeburg“ lautet der Slogan des gebürtigen Ratzeburgers, der sein Blumengeschäft in der Domstraße betreibt. Mit dem Ausbau des Marktplatzes, den Einrichten der Pförtnerampeln, dem Bau der südlichen Sammelstraße und auch der bevorstehenden Sanierung der Domstraße zeigt sich Knabe alles andere als zufrieden. Die Belastungen, die diese Großbaustellen mit sich bringen, träfen Wirtschaft und Bewohner der Altstadtinsel in zu hoher Frequenz. Zudem sei sein Eindruck, dass die Bürger zu oft zu wenig bei den Entscheidungsprozessen mitgenommen würden. „Kleine Unternehmen werden meines Erachtens gar nicht mehr wahrgenommen. Da ist in mir der Gedanke gewachsen, ‚wie kann ich das ändern‘“, beschreibt Björn Knabe seine Motivation für das Amt.

„Ratzeburg besteht aber nicht nur aus Wirtschaft und Insel“, erklärt Knabe, dass er seinen Fokus auf die gesamte Stadt lenken will. „Ich will die Probleme aller Bürger ernst nehmen, dem Bürger etwas geben, was er greifen kann. Ich will, dass sich um die Belange der Bürger gekümmert wird und sich die Bürger wieder wahrgenommen fühlen“, so Knabe weiter. In der Funktion als Bürgermeister sähe er sich in der Rolle des „Anwalts des kleinen Mannes“. Knabe: „Es wird häufig von ‚Die Stadt‘ und ‚die da oben‘ gesprochen. Aber wir sind doch eins, ‚die Stadt‘ gibt es nicht ohne die Ratzeburger. So ist es mein Herzenswunsch wieder zu etwas mehr Gemeinschaftsgefühl zu kommen.“

Wie auch seine Mitbewerber zählt Björn Knabe auf die Kompetenz der Mitarbeiter der Ratzeburger Stadtverwaltung. „Ich bin kein Verwaltungsmensch. Ich habe aber einen gesunden Menschenverstand. Ich werde sicher nicht alles durchwinken, was auf meinen Schreibtisch kommt. Wenn ich etwas nicht verstehen sollte, lese ich es solange durch, bis ich es verstehe oder hole mir Hilfe und recherchiere. Ich bin zudem ein empathischer Mensch. Das macht mich per sé nicht zum besten Bürgermeister der Welt, aber zu einem Menschen, mit dem man gerne und gut zusammenarbeiten kann“, fühlt sich der Floristmeister der Aufgabe als Verwaltungschef gewachsen.

„Ich bin frohen Mutes“, zeigt sich Björn Knabe optimistisch, „Und ich glaube, dass ein wirklich parteiloser Kandidat attraktiver für ein breit gefächertes Publikum ist.“ Und wie schätzt er seine Chance sein? „Die sehe ich als sehr gut. Erstens, weil ich nicht antrete, um vierter, fünfter oder sechster zu werden. Ich will Erster werden.“ Und zweitens? Knabe: „Es gibt kein Zweitens!“

Die bislang bekannten Kandidaten sind Sami El Basiouni (Fraktion Bürger für Ratzeburg) und Manfred Börner (SPD)Gunnar Koech (parteilos) und Thomas Kuehn (FDP). Wahlvorschläge zur Bürgermeisterwahl können noch bis zum 14. Januar eingereicht werden.

Der noch amtierende Bürgermeister Rainer Voß erklärte beim Neujahrsempfang der Stadt nicht erneut antreten zu wollen.