Bürgermeisterwahl Ratzeburg: Wahlkampf ist sichtbar geworden

Manfred Börner (SPD) -“Wir müssen reden“ - erstmalig auf dem Marktplatz.

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Bürgermeisterkandidat Manfred Börner (SPD) bei seinem ersten „Wir müssen reden“ auf dem Ratzeburger Marktplatz. Foto: Thomas Biller
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Ratzeburg (tbi). Bei der Zulassung der Kandidaturen für die Wahl eines neuen Bürgermeisters in Ratzeburg – Amtsinhaber Rainer Voß tritt nicht erneut an – war Manfred Börner wegen eines lange geplanten Auslandsaufenthaltes nicht dabei (Herzogtum direkt berichtete). Der SPD-Kandidat schien sich über die Zulassung seines Wahlvorschlages sicher zu sein: Auf seiner Internetseite kündigte er an, regelmäßig bis zum Wahltermin am 10. März auf den Wochenmärkten der Stadt als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen – „Wir müssen reden“. Bei seinem ersten Termin hat Herzogtum direkt einmal vorbeigeschaut.

Drei Grad zeigt das Thermometer am Marktplatz, es nieselt und graupelt etwas. Zwischen Glühweinstand und den sieben Marktbuden und -Ständen erledigen einige wenige Menschen ihre Besorgungen. Beim Tannenbaum – „Ich weiß gar nicht, warum der hier noch steht“, sagt Manfred Börner – wehen zwei Fahnen des Kandidaten. Ein Tisch mit Info-Material und Äpfeln steht bereit, dazwischen Manfred Börner, immer wieder im Gespräch mit Bürgern. Herzogtum direkt nutzte die Gelegenheit für ein paar Fragen an den Kandidaten.

Guten Morgen, Herr Börner. Gab es heute (29. Januar) auch schon ein ´Guten Morgen´ von den Mitbewerbern um das Bürgermeisteramt?

Manfred Börner: Ich habe keinen Mitbewerber gesehen. Ich bin heute alleine hier und habe sehr nette und sehr informative Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern, zum Teil auch nicht aus Ratzeburg, die hier ihren Einkauf tätigen. Das macht mir großen Spaß, auch wenn es heute ein bisschen fußkalt ist.

Bei der Zulassung der Kandidaturen durch den Gemeindewahlausschuss waren Sie verreist. Wann haben Sie den Stand hier denn angemeldet?

Börner: Den Stand haben wir am 7. Januar bei der Stadt angemeldet und letzte Woche kam die Genehmigung. Ich werde jede Woche dienstags hier präsent sein und mich mit den Menschen, die es wollen, unterhalten und ich lerne – auch schon heute Morgen – sehr, sehr viel.

(Anmerkung der Redaktion: Manfred Börner möchte bis zum Wahltag auf den Wochenmärkten zu finden sein. Dienstags auf dem Marktplatz und freitags auf dem Rathausplatz, jeweils von 10 bis 12 Uhr.)

Heute ist zu hören, dass die Partei Die Linke in Ratzeburg überlegt, Sie bei Ihrer Kandidatur zu unterstützen. Freuen Sie sich eher darüber, oder haben Sie eher das Gefühl, das könnte auch schaden?

Börner: Nach meiner Nominierung als Bürgermeisterkandidat habe ich alle demokratischen Parteien und Wählergemeinschaften um Unterstützung gebeten. Wir haben ja eine bunte Landschaft hier in Ratzeburg, Gott sei Dank ohne Extremisten, und Die Linke gehört auch zu den Demokraten. Nächste Woche habe ich ein Gespräch mit der Linken, so wie wir Bewerber auch von den Bündnis 90/Die Grünen eingeladen wurden. Ich freue mich über jede demokratische Unterstützung, denn ich möchte ja Bürgermeister für alle Ratzeburgerinnen und Ratzeburger sein.

Sollte es dazu kommen, werden Sie die Tradition des Stammtisches auf dem Marktplatz, wie es Amtsinhaber Rainer Voß jetzt macht, fortführen?

Börner: Ja, aber ich glaube, etwas anders. Der Wochenmarkt ist sicherlich ein geeigneter Platz, um mit Menschen über ihre Sorgen und Nöte ins Gespräch zu kommen. Aber es ist bislang ein Vormittagstermin. Beschäftigte in Betrieben haben mir schon über die sozialen Medien mitgeteilt, dass sie diese Vormittagszeit nicht so gut finden. Ich habe vor, Sprechstunden bei den Bürgern zu machen, also nicht im Rathaus. Auch auf Wochenmärkten wird das sein. Ich werde die Jugendeinrichtungen besuchen, auch habe ich vor, seniorengerechte Bürgersprechstunden einzurichten. Entweder gehe ich in die Einrichtungen oder suche einen Platz, an dem ich speziell für diese Themen ansprechbar bin. Ich möchte das also etwas breiter aufstellen. Die Idee, das auf Wochenmärkten ins Leben zu rufen, ist gut, aber das allein lässt es eben nicht jedem zu, herzukommen.

Vielen Dank, Manfred Börner.

Das Gespräch wurde von der Redaktion gekürzt.