Geschichten und Anekdoten aus dem alten Ratzeburg – Teil 2: ‚Vadder Gluth‘

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Bademeister Gluth mit kraftvollen Ratzeburger Schwimmern in der Badeanstalt am großen Ratzeburger See. Fotos: hfr
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Ratzeburg (pm). In diesem Jahr feiert Ratzeburg den 950. Jahrestag seiner ersten urkundlichen Erwähnung. Zu diesem Anlass planten drei Männer vor etwa einem Jahr die Sammlung und Veröffentlichung von Geschichten: Klaus-Jürgen Mohr, Vorsitzender des Senioren-Beirats, Christian Lopau, Archivar der Stadt, und Hans-Joachim Höhne, langjähriger Schulmeister. Im vergangenen Sommer suchte die kleine Redaktionsgruppe über die Presse nach passenden Beiträgen. Die Geschichten sollen die heutige und kommende Generationen an Menschen erinnern, die man mit dem Namen „Ratzeburg“ verbindet und deren Gedächtnis es wert ist, bewahrt zu werden. Mit freundlicher Genehmigung der Initiatoren werden diese jetzt auch auf Herzogtum direkt zu lesen sein. Im zweiten Teil lesen Sie von „Vadder Gluth“ (Heinrich, Wilhelm), Teilnehmer am Krieg 1870/71 und Bademeister in Ratzeburg.

„Vadder Gluth“
(16.01.1846 – 15.02.1927)

Heinrich Wilhelm Gluth stammte aus Harsefeld (Kreis Stade * 16. Januar 1846) und nahm als Ratzeburger Jäger am deutsch-französischen Krieg 1870 / 71 teil. Als einer der ersten wurde er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Nach dem Krieg diente er weiter bei den 9. Jägern, zunächst als Sergeant, dann als Feldwebel.

Nach seiner Pensionierung ließ sich „Vadder Gluth“ endgültig in Ratzeburg nieder und war von 1880 bis zu seinem Tod Leiter und Schwimmlehrer der Badeanstalt. In seinem Nachruf hieß es, dass er dieses „Amt […] mit großer Pflichttreue versah und so zur Ertüchtigung unserer Jugend beitrug.“

Gluth engagierte sich in den 1870er Jahren besonders für die Förderung des Turnwesens in Ratzeburg und war Ehrenmitglied des Männerturnvereins von 1862. Er gehörte auch dem Sängerchor Feierabend und dem Verein gewerbetreibender Bürger an.

Nachdem 1919 in der „Alten Wache“ Wohnungen eingerichtet worden waren, gehörte „Vadder Gluth“ zu den ersten Bewohnern – mietfrei! Heinrich Wilhelm Gluth starb am 15. Februar 1927 im Alter von 81 Jahren und wurde mit militärischen Ehren in Ratzeburg beigesetzt.

Schlacht bei Gravelotte (Lothringen) „Vadder Gluth“ rechts vorne mit erhobenem Säbel.

Bisher erschienen:

Teil 1 „August Gluth“