Geschichten aus dem alten Ratzeburg

Erste Veröffentlichung über Ratzeburgs Originale steht kurz bevor.

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Bewahren ein Stück altes Ratzeburg vor dem Vergessen: (v.li.) Hans-Joachim Höhne, Christian Lopau, Klaus-Jürgen Mohr und Mark Sauer. Foto: Anders
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Ratzeburg (aa). Im vergangenen Jahr riefen Hans-Joachim Höhne, langjähriger Schulmeister, und Klaus-Jürgen Mohr, Vorsitzender des Seniorenbeirats, alle Ratzeburger über die Presse auf, ihnen Geschichten und Anekdoten über Ratzeburger Originale zu schicken. Anlässlich des 950jährigen Stadtjubiläums wollen sie so ein etwas anderes Stück Ratzeburger Stadtgeschichte für die Nachwelt erhalten – es geht um Menschen, die das Gesicht der Stadt prägten.

Bereits im Sommer letzten Jahres gingen Höhne und Mohr zum Stadtarchivar Christian Lopau, der zusammen mit dem Pressesprecher der Stadt, Mark Sauer, bereitwillig mit in das Projekt einstieg. „Wir haben so die richtige Zusammensetzung gefunden: Zwei alte Ratzeburger und zwei Experten für die neuen Medien“, freut sich Hans-Joachim Höhne. Die Idee entstand, laut eigener Aussage, bei Mohr und Höhne parallel. Der auslösende Funke wäre das Projekt „Junge Reporter – Auf den Spuren der Vergangenheit“ im Rahmen des Stadtschulfestes gewesen. Hierbei hatten die Schüler die Aufgabe alte Ratzeburger zu interviewen und kleine Geschichten über Ratzeburgs Vergangenheit zu Papier zu bringen. Das Ergebnis lag am Ende in gedruckter Form als Heft vor.

„Daraus entstand bei mir das Bedürfnis, etwas von früher in unsere Zeit zu retten, was sonst einfach verloren ginge“, sagt Höhne weiter. So legte das Viererteam los, auf der Suche nach Geschichten über Ratzeburger Originale und originelle Ratzeburger Geschichten. „Mittlerweile ist viel zusammengekommen, eine Menge unterschiedlichen Materials. Wir haben uns öfter hier im Stadtarchiv getroffen, das Material gesichtet und teilweise überarbeitet. Jetzt haben wir einen Punkt erreicht, wo das Ganze konkreter werden muss“, erklärt Christian Lopau. Deshalb sollen die ersten Geschichten ab März unter www.ratzeburg.de veröffentlicht werden. Den Anfang machen die Aufzeichnungen von August Gluth (1886 bis 1954), der vor dem Ersten Weltkrieg seine Ausbildung zum Berufsmusiker erhielt und gegen Ende seines Lebens seine Lebenserinnerungen zu Papier brachte. An die Biografie kamen Höhne und Mohr über die Enkelin Gluths, die heute in Südafrika wohnt. „Sie war begeistert von unserer Idee, schickte Bilder und brachte uns zur Weihnachtszeit während eines Besuchs in Lübeck sogar die Originalbiografie mit“, berichtet Hans-Joachim Höhne.

Nach und nach sollen dann alle Geschichten auf der Internetseite der Stadt für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Sollte sich ein Sponsor finden, wird es am Ende auch eine Printausgabe geben. Aber als abgeschlossen sehen Hans-Joachim Höhne und Klaus-Jürgen Mohr ihr Projekt noch lange nicht. Sie wollen noch mehr Anekdoten von den Ratzeburgern hören und lesen, Bilder sichten und in Erinnerungen schwelgen. Wem im Zuge dieses Artikels oder der Veröffentlichung der ersten Geschichte auch noch weitere Ratzeburger Stadtgeschichten einfallen, sollte nicht zögern und sich telefonisch oder per Email melden. Kontakt gibt es über Klaus-Jürgen Mohr unter der Rufnummer 04541-8409832, Christian Lopau unter der Rufnummer 04541-8000350 oder per Email an lopau@ratzeburg.de sowie Hans-Joachim Höhne unter der Rufnummer 04541-4169 oder per Email an ehhoehne@yahoo.de. Beiträge können schriftlich, aber auch mündlich in einem Gespräch übermittelt werden. Auch Fotos sind selbstverständlich willkommen.