Müssen (pm). Die Gemeindevertretung Müssen hat am 1. Oktober 2026 unter Tagesordnungspunkt 9 beschlossen, über die Fortführung der Windenergieprojekte in einem Bürgerentscheid entscheiden zu lassen. Die Abstimmung findet gemeinsam mit der Landtagswahl am 18. April 2027 statt. Auch in Roseburg soll an diesem Tag nach einem erfolgreichen Bürgerbegehren ein Bürgerentscheid zur Windenergie stattfinden. Die genaue Abstimmungsfrage soll mit der Verwaltung und der Kommunalaufsicht des Kreises erarbeitet werden.
Für den Standort Müssen / Louisenhof hatte der Projektierer GreenWind ein Vorhaben mit bis zu fünf Windenergieanlagen von jeweils rund 267 Metern Gesamthöhe vorgestellt. Die Bürgerinitiative bewertet die Potenzialfläche als konfliktbelastet. Auch die Landesplanung hat sie im zweiten Entwurf des Regionalplans nicht als Vorranggebiet übernommen. Die schriftliche Abwägung verweist auf die Nähe zu Ortslagen sowie auf Teile der Fläche im Umfeld von Rotmilan- und Weißstorchhorsten, wo ein erhöhtes Kollisionsrisiko erwartet wird. Da die Fläche bislang nicht für Windenergie genutzt wird, erhielt das Freihalteinteresse ein höheres Gewicht. Nach Herausnahme der konfliktbelasteten Teilbereiche blieb keine ausreichend große Potenzialfläche übrig.
Die Bürgerinitiative begrüßt den Beschluss sehr und spricht der Gemeindevertretung ihren großen Respekt dafür aus, dass sie die Stimmberechtigten selbst entscheiden lässt. Besonders positiv hat sie aufgenommen, dass Bürgermeister Detlef Dehr während der Sitzung die gute und faire Zusammenarbeit zwischen Gemeindevertretung und Bürgerinitiative ausdrücklich angesprochen hat. Die Initiative möchte daran anknüpfen und sich auch weiterhin um eine konstruktive und faire Zusammenarbeit bemühen.
Während der Sitzung lud Bürgermeister Dehr jeweils zwei Vertreterinnen oder Vertreter der Bürgerinitiative und des Windstammtischs ein, gemeinsam mit der
Gemeindevertretung an der Formulierung der Abstimmungsfrage mitzuwirken. Die Bürgerinitiative begrüßt die Einladung und freut sich darauf, ihre Perspektive einzubringen. Eine klare und verständliche Abstimmungsfrage ist aus ihrer Sicht besonders wichtig.
Die Initiative regt außerdem ein gemeinsames Informationsblatt an, das die Positionen und wichtigsten Argumente der Gemeindevertretung und der Bürgerinitiative knapp darstellt und zusammen mit den Abstimmungsunterlagen verschickt wird. Sie bietet an, Vorschläge dafür einzubringen und an der Ausarbeitung mitzuwirken. Auch über die Möglichkeit der Briefwahl und die dafür nötigen Schritte sollte informiert werden. So können möglichst alle Stimmberechtigten ihr Stimmrecht wahrnehmen, auch wenn sie am Abstimmungstag nicht persönlich ins Abstimmungslokal kommen können.
In den kommenden Monaten wird die Bürgerinitiative ihre Position und die Gründe dafür öffentlich darlegen und möglichst viele Stimmberechtigte zur Teilnahme am Bürgerentscheid ermutigen. Sobald die Abstimmungsfrage feststeht, wird sie erläutern, welche Antwort sie empfiehlt und warum.











