Kiel (pm). Das Projekt „Akten-Durchdringungs-Assistent (ADA)“ in der schleswig-holsteinischen Justiz ist erfolgreich abgeschlossen worden. Mit dem neuen digitalen Service wird die Bearbeitung von Asylverfahren an den Verwaltungsgerichten gezielt unterstützt und weiter modernisiert. „Mit ADA zeigen wir, wie digitale Innovation, föderale Zusammenarbeit und praktische Justizanwendung erfolgreich zusammenwirken können“, sagte Justizministerin Kerstin von der Decken. Eine vertiefende Nutzenanalyse sei für das Jahr 2026 vorgesehen, um die Effekte auf Bearbeitungszeiten und Arbeitsentlastung weiter zu evaluieren.
ADA analysiert elektronisch eingehende Akten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) automatisiert und hebt entscheidungsrelevante Textpassagen strukturiert hervor. Ziel ist es, Richterinnen und Richter bei der Sichtung umfangreicher Akten zu entlasten und eine schnellere, standardisierte Vorprüfung zu ermöglichen – vollständig integriert in die elektronische Akte und ohne Medienbrüche.
Das Projekt wurde im Juni 2025 gestartet und planmäßig im Dezember 2025 abgeschlossen. Bereits nach fünf Monaten konnte der Pilotbetrieb an den Verwaltungsgerichten aufgenommen und erfolgreich in den Linienbetrieb überführt werden. Der Rollout erfolgte damit früher als ursprünglich vorgesehen. Die Umsetzung blieb vollständig innerhalb des bestehenden Haushaltsrahmens der E-Akte. Die Lösung basiert auf einer länderübergreifenden Kooperation mit dem Land Baden-Württemberg und konnte mit geringem Anpassungsaufwand in Schleswig-Holstein eingeführt werden. Sie ist versionsunabhängig zur eingesetzten E-Akte und beeinträchtigt weder deren Verfügbarkeit noch die Revisionssicherheit. Datenschutz und IT-Sicherheit sind uneingeschränkt gewährleistet.
Mit dem erfolgreichen Abschluss dieses Projekts setzt Schleswig-Holstein die Digitalisierung der Justiz weiter fort.