Interdisziplinäres Expertengremium einberufen: Beratungen über Maßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus

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Videokonferenz mit interdisziplinären Expertengremium. Foto: Staatskanzlei
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Kiel (pm). In einer Videokonferenz hat gestern (9. April) erstmals ein von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther berufenes interdisziplinäres Expertengremium über die bisher ergriffenen Maßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus beraten. Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Frage, welche Bedingungen und Voraussetzungen gegeben seien und welche Maßstäbe angelegt werden müssen, um ein Hochfahren des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens zu ermöglichen, „und zwar unabhängig von einem konkreten Datum“, sagte Günther nach der knapp dreistündigen Konferenz in Kiel.

Die bisher ergriffenen Restriktionen zur Eindämmung des Corona-Virus gelten zunächst bis zum 19. April. Alle Maßnahmen dienten dem Ziel, den Infektionsverlauf so zu verlangsamen, „dass unser Gesundheitssystem nicht überfordert und Krankenhäuser sowie medizinisches Personal jederzeit in der Lage sind, jedem Patienten und jeder Patientin die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen“, unterstrich Günther. Die Runde wird im Vorfeld der am kommenden Mittwoch (15. April) stattfindenden Schaltkonferenz der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ein weiteres Mal tagen.

„Wir möchten und wollen Sie hören, um im Kreis der Landesregierung offen darüber diskutieren zu können, was wir der Bevölkerung Schleswig-Holsteins nach dem 19. April weiter zumuten müssen und an welcher Stelle getroffene Maßnahmen überdacht oder gegebenenfalls verändert werden können“, sagte Günther zum Auftakt der Beratungen in der Expertenrunde. Dies alles habe stets vor dem Hintergrund einer nach wie vor dynamischen und sich stets veränderten Situation zu erfolgen.

Außer Günther nahmen für die Landesregierung die beiden stellvertretenden Ministerpräsidenten, Finanzministerin Monika Heinold und Gesundheitsminister Heiner Garg, an der Videokonferenz teil.

Garg sagte nach der Beratung: „Die ausstehenden schwierigen Entscheidungen müssen plausibel und nachvollziehbar sein und den Gesundheitsschutz der Bevölkerung stets in den Mittelpunkt stellen.“ Finanzministerin Heinold: „Für die schwierigen Entscheidungen, die wir in den kommenden Wochen treffen müssen, ist die fachliche Expertise zentral wichtig. Es gilt, die Argumente abzuwägen und alle Aspekte im Blick zu haben.“

Zum Expertenkreis zählen Prof. Dr. Klaus Rabe (Ärztlicher Direktor der Lungenklinik Großhansdorf), Prof. Dr. Jan Rupp (Direktor der Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie des UKSH, Campus Lübeck), Prof. Dr. Philipp Rosenstiel (Direktor des Instituts für Klinische Molekularbiologie des UKSH, Campus Kiel), Prof. Dr. Kamila Jauch-Chara (Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UKSH, Campus Kiel), Prof. Dr. Helmut Fickenscher (Direktor des Instituts für Infektionsmedizin des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein), Prof. Dr. Gabriel Felbermayr (Präsident des Instituts für Weltwirtschaft), Frank Roselieb (geschäftsführender Direktor und Sprecher des Krisennavigator – Institut für Krisenforschung, „Spin-Off“ der CAU Kiel) sowie die Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts, Uta Fölster.

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