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Titel Gesundheit

Erstes ‚Mölln Form‘:  Mehr staatliches Engagement bei der Pflege gefordert

von Pressemitteilung
März 2, 2020
Vollversammlung des Ortsjugendringes Ratzeburg

Foto: pixabay.com

964
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Mölln (pm). Das erste ‚Mölln Forum‘ der Möllner SPD mit dem Thema „Pflege in Mölln – Finanzieller Albtraum oder Humane Perspektive“ fand große Resonanz. Experten und Praktiker des Pflegesektor haben zunächst den Sachstand zusammengefasst. Im gut besuchten Gemeinschaftshaus Heilig-Geist Hospital in Mölln musste das Plenum der Veranstaltung vier Gewissheiten zur Kenntnis nehmen:

1. Der Bedarf an Pflegeplätzen wird steigen.
2. Die Kapazitäten reichen nicht aus
3. Die Kosten explodieren
4. Es gibt zu wenig Pflegekräfte

Unmittelbarer Anlass für die Veranstaltung waren kürzliche Erhöhungen der Eigenbeteiligung von in Pflegeheimen betreuten Bewohnern bis zu 70 Prozent. So erklärbar und nachvollziehbar die Erhöhungen in jedem Einzelfall auch sein mögen, bedeutet es doch für die Betroffenen und ihre Angehörigen einen schmerzlichen Einschnitt. Die Eigenbeteiligung beträgt bundesweit im Durchschnitt zurzeit 1.930 Euro. Sollten Rente, andere Einkünfte oder erspartes Vermögen nicht ausreichen, muss staatliche Hilfe das Defizit ausgleichen. Die Betroffenen in den Heimen dürfen dann nur noch über eine Art Taschengeld in Höhe von 117 Euro frei verfügen. Um diesen entwürdigenden Zustand nicht weiter ausufern zu lassen, sei laut SPD eine Deckelung der Eigenbeiträge geboten. Im Gegenzug sollten die tendenziell eingefrorenen Kassenleistungen den realen Kostensteigerungen angepasst werden. Für die Angehörigen habe sich die ihnen bislang drohende finanzielle Belastung verringert oder sei gänzlich entfallen.

Seit dem 1. Januar 2020 sei gesetzlich geregelt, dass Kinder von in Pflegeheimen lebenden Müttern oder Vätern erst ab einem Bruttoeinkommen von über 100.000 Euro zu finanziellen Leistungen herangezogen werden dürfen, um ein Defizit in den Pflegekosten auszugleichen.
Ungeachtet dieser finanziellen Entlastung der Angehörigen blieben die Probleme der Pflege in Deutschland dramatisch. Im Plenum wurde von einem Pflegekollaps gesprochen.

Aktuell fehlten in Deutschland 80.000 Pflegekräfte. Finanziell wären 30 Milliarden notwendig, um diese Lücke zu füllen. Aber selbst, wenn das Geld zu mobilisieren wäre, stünde nicht genug Pflegepersonal zur Verfügung. Importe aus der EU oder anderen Ländern helfen in der Größenordnung nicht. Der Pflegenotstand sei total.

Die Anwesenden waren sich in der Aussprache einig, dass der drohende Untergang des gegenwärtigen Pflegesystems nur durch eine umfassende nationale politische Anstrengung abgewendet werden kann. Der Pflegeberuf müsse in jeder Hinsicht aufgewertet werden. Die Lasten dürften nicht allein auf die Pflegeversicherung und die zu Pflegenden abgewälzt werden. Der Staat müsse sich stärker engagieren.

In Deutschland gingen 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in die Alten- und Krankenpflege. Die Nachbarländer Niederlande, Dänemark, Schweden und Norwegen steckten 2, 5 Prozent in die Versorgung von Alten und Kranken.

Am Ende der Veranstaltung stand der Dank an Frau Schemmerling und Herrn Kartz vom Fachbereich  des Kreises Jugend, Familie, Schule und Soziales, die Herren Keßler und Pflügge vom Seniorenheim Uhlenspeegel  und an Herrn Kossyk vom Pflegestützpunkt Mölln, einem wichtigen Informationsknotenpunkt für alle Hilfesuchenden. Sie alle hätten mit ihrer Expertise zur fachlichen Vertiefung der Aussprache beigetragen. Die SPD Mölln gelobte, das Thema Pflege und Würde im Alter intensiv in den Diskurs der Parteien und der Öffentlichkeit hineinzutragen.

Tags: MöllnPflegeSPD Mölln

Pressemitteilung

Bei Pressemitteilungen handelt es sich nicht um eine neutrale beziehungsweise kritische Berichterstattung im klassischen journalistischen Sinne. Es sind in der Regel Texte von Parteien, Organisationen, Institutionen und Unternehmen und schildern oft nur eine Sicht der Dinge. Die Redaktion von Herzogtum direkt prüft Pressemitteilungen vor Veröffentlichung stets nach bestem Wissen und Gewissen. So werden unter anderem Superlative und nicht belegbare Behauptungen aus den Texten entfernt.

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