‚Patengemeinschaft für hungernde Kinder‘ – Besuch in Indien

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Werner Büttner (Schmilau) auf seiner Indienreise. Foto: hfr
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Schmilau (pm). Die Patengemeinschaft für hungrige Kinder e. V. Sitz Sahms betreut in den beiden südlichsten Bundesstaaten Kerala und Tamil Nadu seit nunmehr über 50 Jahren Kinder aus armen Familien, unterstützt Familien, wenn die Kinder zu Hause leben können und unterstützt Jugendliche nach ihrem erfolgreichen Schulabschluss während der Ausbildung. Nach der großen Inspektionsreise im Februar 2019 durch die Vorsitzende Ulrike Lorenzen ist kürzlich das langjährige Vorstandsmitglied Werner Büttner aus Schmilau wieder – wie immer auf eigene Kosten – nach Südindien gereist, um notwendige Kontrollen durch zu führen.

Auf dieser Reise besuchte und überprüfte er neun Kinderheime, sieben Familien und die Elternhäuser von acht geförderten Jugendlichen. Alles immer im Hinblick darauf, ob die Hilfen weiterhin gewährt werden müssen. Diese Zahlen hören sich auf den ersten Blick nicht sehr hoch an. Wenn man allerdings bedenkt, dass rund 1.600 Kilometer in zwei Wochen auf indischen Straßen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von zirka 25/30 km/Std zurückgelegt wurden, wird es verständlich.

Im Ergebnis konnte Werner Büttner berichten, dass der Zustand der Kinderheime und die Betreuung durch das Heimpersonal sehr gut war und die Kinder sich nach eigenen Angaben in den Kinderheimen sehr wohl fühlen. Das erklärt sich besonders dann, wenn man die Not in ihren Elternhäusern/-hütten gesehen hat. In den Häusern und Hütten fehlt es nach unseren Maßstäben an allem: es gibt nicht überall frisches Wasser in den Häusern, die hygienischen Bedingungen sind dadurch sehr eingeschränkt und weil die Arbeitslosigkeit sehr hoch ist, fehlt sehr oft auch das Geld für eine ausreichende Ernährung. Ganz zu schweigen von ärztlicher Versorgung und es gibt keinerlei staatliche Unterstützung bei Tod, Krankheit oder Verlust von Arbeit.

In den meisten der besuchten Familien war der Vater schwer erkrankt, bei einem Arbeits- oder Verkehrsunfall getötet oder schwer verletzt worden. In diesen Fällen ist die Not von einem auf den anderen Tag besonders groß und kann nur durch die Unterstützung durch die Patengemeinschaft gelindert werden. Büttner sah Familienväter, die seit Jahren gelähmt im Bett lagen, von einem Krebsleiden aufgezehrt wurden oder auch einen Jungen im Alter von 10 Jahren, der dringend auf eine Spenderniere wartet, weil er sonst sterben muss. Aber das Geld hierfür ist nicht vorhanden. Und er sah Frauen und Mütter, die bis an den Rand ihrer Kräfte die Kranken pflegten. Sein Fazit: Es muss weiterhin die Hilfe von außen geben, weil der indische Staat sich nicht in der Lage sieht, die Familien zu unterstützen.

Weil die Situation so ist, wie sie ist, müssen Kinder im Alter für ihre Eltern sorgen und deshalb ist eine durch die Paten unterstütze Ausbildung so lebenswichtig. Auf dieser Reise war die Übergabe von zwei von den Soroptimisten Club Ratzeburg gespendeten Ziegen mit Nachwuchs an arme Familien eine sehr erfreuliche Sache. Und ebenso die Übergabe einer Kuh mit Kalb an eine arme Familie. Diese Hilfen sind Hilfe zur Selbsthilfe an die im Nilgiris Gebirge lebenden Adivasi, die besonders arm sind.

Auch die Übergabe von T-Shirts mit dem Kiwanis-log an die Jungen im Kiwanis Boys Home war ein schönes Erlebnis. Dieses Heim wurde auf Initiative des Kiwanis Club Ratzeburg im Jahr 2005 mit Unterstützung vieler Clubs aus der Kiwanis Division 2 gebaut. Erfreulich war, dass in einigen Dörfern und Städten erfolgreich das Müllproblem angegangen wird und es eine Sammlung, Sortierung und Verwertung von Müll gibt und deshalb beginnend an diesem Problem erfolgreich gearbeitet wird.

An der Südspitze des indischen Kontinents unterhält die Patengemeinschaft drei Kinderheime und eine orthopädische Klinik. Mit den Kindern und über 100 Erwachsenen wurde eine Demonstration für Müllvermeidung mit einem Marsch durch die Stadt Mylaudy gemacht, um für das Müllproblem zu sensibilisieren. Auch war es auffallend, dass alle Inder, besonders die Frauen und Mädchen in ihren bunten Saris und Kleidern, einen sehr gepflegten Eindruck machten.

Das Ergebnis der Reise für Büttner ist: die Probleme der Armen in Indien sind nach wie vor nicht gelöst und sehr groß und deshalb ist unsere Hilfe weiterhin sehr erforderlich. Die in Deutschland gespendeten Summen kommen direkt ohne Abzug bei den Bedürftigen an. Dafür wird alljährlich das DZI Spendensiegel zuerkannt. Weitere Informationen unter www.patengemeinschaft.de oder Werner Büttner 04541-82515