Arbeitsmarkt: Zahl arbeitsloser Menschen nimmt zum Jahresende saisonbedingt zu

* 4.928 arbeitslose Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg – 123 mehr als im November * Arbeitslosenquote 4,7 Prozent – plus 0,1 Prozentpunkt zum Vormonat * 2019 lag die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt erstmals seit Erhebung der Arbeitslosendaten auf Kreisebene 1997 unter fünf Prozent *

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Foto: Anders
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Herzogtum Lauenburg (pm). Im Dezember hat die Zahl arbeitsloser Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg zugenommen und beträgt jetzt 4.928. Dies sind 123 mehr als im Vormonat. In der Folge ist die Arbeitslosenquote gegenüber November um 0,1 Prozentpunkt auf jetzt 4,7 Prozent gestiegen.

Vor einem Jahr waren im Dezember 4.733 Menschen und damit 195 weniger arbeitslos. Die Quote lag seinerzeit bei 4,5 Prozent. „Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit ist zum Jahresende saisonal üblich, weil die Unternehmen im Dezember regelmäßig weniger Neueinstellungen vornehmen. Hinzu kommt, dass mehr Beschäftigte aus den Außenberufen wie zum Beispiel aus dem Baubereich sich arbeitslos melden. Mit 4,7 Prozent hat die Arbeitslosenquote zum Vormonat leicht zugenommen, ist nach dem Vorjahreswert jedoch die zweitniedrigste Quote in einem Monat Dezember seit Erhebung der Arbeitslosendaten auf Kreisebene 1997“, sagt Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten für den Kreis Herzogtum Lauenburg.

Rückblick 2019

Insgesamt blickt die Agenturchefin auf eine positive Entwicklung des Arbeitsmarktes im vergangenen Jahr zurück. „Im Jahresdurchschnitt waren im Kreis Herzogtum Lauenburg 4.918 Menschen auf Beschäftigungssuche, 230 weniger als noch 2018 und erstmals weniger als 5.000. Die Arbeitslosenquote ist in der Folge im abgelaufenen Jahr im Jahresschnitt von 5,0 Prozent auf 4,7 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert in einem Jahr seit Erhebung der Arbeitslosendaten auf Kreisebene 1997 gesunken. Die gesamtwirtschaftliche Eintrübung hat sich im abgelaufenen Jahr nicht auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt“, so Grote-Seifert.

Der Bestand gemeldeter offener sozialversicherungspflichtiger Stellen im Kreis Herzogtum Lauenburg lag im Jahr 2019 im Durchschnitt bei 1.432 und damit um 148 über der Zahl des Vorjahres. „Die Unternehmen tun sich schwer, bei weiter abnehmender Arbeitslosigkeit geeignete neue Mitarbeiter*innen zu finden“, sagt die Chefin der Arbeitsagentur. Insbesondere bei der Suche nach Fachkräften mache sich dies bemerkbar. „Für rund siebzig Prozent der Stellen wird ausgebildetes Personal gesucht. Da jedoch nicht ausreichend Fachkräfte am Markt vorhanden sind, ist es für viele Betriebe eine Herausforderung, ihre Stellen zu besetzen“, so die Agenturchefin. “Deshalb liegt unser Augenmerk auch in diesem Jahr unverändert bei der Qualifizierung An- und Ungelernter. Mit Aus- und Weiterbildungsangeboten wollen wir deren Chancen am Arbeitsmarkt verbessern und damit die Unternehmen unterstützen, ihren Fachkräftebedarf zu decken.“

Sozialversicherungspflichtige Stellen

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im Dezember 226 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden. Damit sind aktuell insgesamt 1.406 sozialversicherungspflichtige Stellen im Kreis Herzogtum Lauenburg zu besetzen, 52 oder 3,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Die meisten neuen Mitarbeiter werden im Bereich Handel, Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe, im verarbeitenden Gewerbe und der Arbeitnehmerüberlassung gesucht.

Unterbeschäftigung

„Die Zahl der Unterbeschäftigten beträgt im Kreis Herzogtum Lauenburg aktuell 6.804. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 6,4 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkt über dem Wert des Vormonats. Im Dezember des Vorjahres betrug die Unterbeschäftigungsquote 6,3 Prozent“, so Grote-Seifert. Die Unterbeschäftigungsquote zeigt, wie viele Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind.

Nicht als arbeitslos gezählt werden beispielsweise Teilnehmer an Weiterbildungsmaßnahmen und in Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig erkrankt sind, sowie geflüchtete Menschen, die einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine der berufsvorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters besuchen. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht.