Braucht Deutschland ein Grundeinkommen?

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Nina Scheer und Karl Lauterbach. Foto: SPD Herzogtum Lauenburg
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Schwarzenbek (pm). Am 3. Dezember referierte der Bundestagsabgeordnete, Sozialexperte, Arzt und Gesundheitsökonom Professor Dr. Karl Lauterbach auf Einladung der SPD Herzogtum Lauenburg in Schwarzenbek, Schröders Hotel, zum Thema „Braucht Deutschland ein Grundeinkommen?“. Ohne zu Beginn seine Meinung zu der in den Raum gestellten Frage preiszugeben, erfuhren die zirka 120 Gäste, dass es weitaus mehr Modelle zum Grundeinkommen gibt, als das am meisten diskutierte „bedingungslose Grundeinkommen“.

Nach diesem werden zirka 60 Prozent des Durchschnittseinkommens an jeden Bürger ohne Einschränkung gezahlt werden, egal ob arm oder reich, jung oder alt oder auch bedürftig und nicht bedürftig. Ein anderes diskutiertes Modell sei das „Partielle Grundeinkommen“, wonach 80 Prozent von den genannten 60 Prozent des Durchschnittseinkommens gezahlt werden und 20 Prozent selbst erwirtschaftet werden müssen. Eine Abgrenzung bestehe zur Grundsicherung, die Bedürftigkeit erfordere. Anhand von Pro- und Contra-Argumenten stellte Karl Lauterbach in einem 50 minütigen Vortrag die Bandbreite möglicher Wirkungsweisen der verschiedenen Modelle vor.

Für ein Grundeinkommen spräche etwa, dass es der sogenannten Rationalisierungsfalle – dem Fortfall von Arbeitsplätzen etwa durch die Digitalisierung – entgegen wirken könne, die ihrerseits nur durch immer mehr Wachstum kompensiert werden könne. Dieser sogenannten Konsumfalle könne dann gleichermaßen entgegen gewirkt werden. Zu den kritischen Punkten zähle unter anderem die Last derer, die es zu finanzieren hätten.

In einer sich anschließenden durch die SPD-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Nina Scheer moderierten Diskussion wurden vielfältige Fragen aufgeworfen. Etwa, wie es sich in Zeiten von Negativzinsen mit der dritten Säule der Alterssicherung verhält und wie sich Künstliche Intelligenz (KI) auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes auswirke.

Zum Ende der Veranstaltung verriet der gebürtige Nordrhein-Westfale noch seine persönliche Einschätzung: Langfristig werde nichts an einem Grundeinkommen vorbeiführen.