Eine Idee und 550 Bäume

Schüler der Till-Eulenspiegel-Schule gestalten ihre Zukunft.

354
Die Schüler voller Tatendrang beim Pflanzen der knapp 300 Lärchen. Foto: hfr
Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von

Mölln (pm). Bäume pflanzen. Die Zukunft verbessern. Die Gesellschaft sieht grün und das mit gutem Grund: Bäume wandeln mit Hilfe des Blattgrüns klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2) in für alle Lebewesen wertvollen Sauerstoff (O2) um, den wir zum Atmen brauchen. Je größer und älter der Baum, desto mehr kann er ein Klimaretter der Zukunft sein. Im Rahmen der Unterrichtseinheit Bäume und Wälder im Sachunterricht berichteten die Schüler der Till-Eulenspiegel-Schule über verschiedene Aktionen aus den Medien, in denen Bäume für die Zukunft gepflanzt wurden. „Wir wollen auch Bäume pflanzen!“, hieß es dann von den Schülern der Klasse 2c.
Auch bei uns vor Ort wird durch das Anpflanzen neuer Bäume der Wald aufgeforstet und nachhaltiger Klimaschutz betrieben. Das wusste auch Jan Dieckmann, Lehrkraft im Vorbereitungsdienst an der Till-Eulenspiegel-Schule in Mölln, und nahm kurzerhand Kontakt zum Leiter des Naturparks „Uhlenkolk“, Patrick Rösen, auf, um die Idee der Kinder zur Umsetzung zu bringen. Die Bereitschaft des Naturparks, nachhaltige Naturerfahrungen zu fördern, ließ Hoffnung verspüren. Der enge und einfache Kontakt zwischen Schule und dem Naturpark ermöglichte eine gut geplante, aber dennoch spontane Aktion im Rahmen des Sachunterrichtes.

Eine Schülerzeichnung der Baumpflanzaktion: Roland Franz beim Öffnen der Pflanzenbündel aus der Baumschule und Pflanzen in den vorgebohrten Löchern.

Am  21. November 2019 war es dann so weit. Voller Vorfreude und Tatendrang gab es schon seit einer Woche kein anderes Thema mehr für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2c. Nach knapp 3,5 Kilometern, die zwischen der Till-Eulenspiegel-Schule und dem Ziel der Wanderung lagen, erreichten die Schüler unter der Leitung von Herrn Dieckmann den vereinbarten Treffpunkt. Dort erwartete sie schon der Forstwirt und Wald-Pädagoge Roland Franz mit 550 jungen Bäumen, Lärchen und amerikanischen Rot-Eichen.
Gebannt lauschten die Schüler seinen Worten zur anstehenden Pflanzaktion. Die 25 tatkräftigen Kinder bekamen nach einer ersten Einweisung durch Roland Franz Unterstützung von ihm, zwei Erzieherinnen der Schule, zwei Bundesfreiwilligendienstleistenden und von einem Forstarbeiter, der ununterbrochen Löcher für die neuen Bäume bohrte. Nun galt es, die Wurzeln der jungen Bäume vorsichtig im Loch zu versenken, sie gut mit Erde zu bedecken und anzudrücken. Nach knapp einer Stunde war die Arbeit getan und die Mädchen und Jungen blickten stolz auf das fertige Werk. Die Handschuhe voll schwarzer Walderde und ein bisschen erschöpft von der Arbeit an der frischen Luft machten sie sich auf den Rückweg. Dieser Tag wird noch lange in der Erinnerung bleiben – auf beiden Seiten, denn so schnell wurden noch keine 550 Bäume gepflanzt!
In der nächsten gemeinsamen Stunde des Sachunterrichts sammelten die Schüler noch viele weitere Fragen und da war schnell klar: „Wir müssen Herrn Franz nochmal bitten zu uns zu kommen!“ Am Dienstag (26.11.2019) wurde Roland Franz zu einem Interview in die Klasse eingeladen. Die Kinder genossen es sichtlich, ihre Fragen von einem Experten auf diesem Gebiet beantwortet zu bekommen. „Und wann besuchen wir die Bäume wieder?“, war die abschließende Frage vieler Schülerinnen und Schüler. Franz schlug vor, im Frühling oder im Sommer des nächsten Jahres die Lärchen und Rot-Eichen aufzusuchen, denn im Winter wird die Lärche ihre Nadeln verlieren und beide Baumarten werden nicht viel wachsen.