Der Stinkende Storchschnabel – eine Pflanze aus der Brummelbrede stellt sich vor

811
Blüte des Stinkenden Storchschnabels. Foto: Rita Schütt
Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von

Hei, ich bin der Stinkende Storchschnabel und blühe zurzeit in der Waldstadt in den neu angelegten Beeten in der Brummelbrede in Mölln. Warum die Menschen mich stinkend genannt haben? Ich enthalte einen hohen Anteil an ätherischen Ölen und dufte würzig-aromatisch z.B. wenn man mich quetscht oder zertritt. Meine rötliche Färbung, die meine Blätter in der Sonne bekommen, hat mir einen weiteren Namen eingetragen: Ruprechtskraut von Althochdeutsch rotpreht für rötlich. Botanisch heiße ich Geranium robertianum.

Es gibt mehrere Arten der Familie Storchschnäbel, auch einige heimische Wildpflanzen, wie ich eine bin. Meine besonderen Vorteile sind, dass ich sehr lange blühe, ganz viel Trockenheit vertrage und in der Sonne, wie im tiefen Schatten wachse. Ich werde höchstens 50 Zentimeter groß.

Blätter und roter Stängel des Stinkende Storchschnabels. Foto: Rita Schütt

Von Mai bis Oktober kann man meine Blüten in rosa-pink, besonders an Waldrändern, entdecken. Meine Blüten sind zwar klein, aber zahlreich und bieten Wildbienen Nektar und Pollen an. Ich blühe nur ein Jahr lang, in dem ich viele Samen produziere und im nächsten Jahr blühen dann meine vielen Kinder. Falls es mal ein paar zu viele werden, sind sie leicht zu jäten. Früher gab es mich auch in vielen Gärten, denn ich bin eine gute Heilpflanze. Mein blühendes Kraut wird entweder frisch in Salaten und Smoothies verwendet oder als Tee aufgebrüht. Das wirkt zum Beispiel entgiftend und antibakteriell.

Der Storchschnabel umrahmt von keimenden Jungpflanzen. Foto: Rita Schütt

Heutzutage wachse ich in naturnahen Gärten, am Wegesrand und jetzt auch in der Brummelbrede. Noch ist es hier etwas karg. Doch ich sehe dahinten die rote Lichtnelke mit ihren purpurnen Blüten und das Hohe Fingerkraut leuchtet goldgelb zu mir herüber. Ich träume davon, wie es hier von Wildpflanzen schon im nächsten Jahr wimmeln wird. Leider ohne mich, aber viele meiner Art werden es erleben.

Rita Schütt

Mehr aus der Brummelbrede:

Teil 1 lesen Sie hier

Teil 2 lesen Sie hier