Naturschutzgebiet ‚Hakendorfer Wälder‘ in neuer Betreuung

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Das Naturschutzgebiet „Hakendorfer Wälder“. Foto: Jens Röschmann
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Klein Zecher (pm). Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat die naturschutzfachliche Betreuung für das Naturschutzgebiet „Hakendorfer Wälder“ auf Frauke Torkler aus Klein Zecher übertragen. Der Betreuungsvertrag wurde Anfang des Jahres im LLUR unterzeichnet. Mit dabei waren außerdem Bodo Koch von der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Herzogtum Lauenburg sowie Dr. Thomas Holzhüter, Martina Kairies und Andrea Kühl vom LLUR. Der zunächst bis Ende 2021 geltende Betreuungsvertrag kann danach jeweils um weitere sechs Jahre verlängert werden.

Frauke Torkler, die ganz in der Nähe des Naturschutzgebietes wohnt, kennt dieses durch wöchentliche Spaziergänge wie ihre Westentasche. Die studierte Biologin möchte sich privat für ihre Heimat engagieren und bringt ausgezeichnete Qualifikationen für die Gebietsbetreuung mit. Das rund 122 Hektar große Naturschutzgebiet „Hakendorfer Wälder“ wurde in 2017 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es liegt direkt an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern zwischen Hollenbek und Klein Zecher und ist damit Bestandteil des Grünen Bandes, der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Es ist zu großen Teilen auch Flora-Fauna-Habitat (FFH) und Europäisches Vogelschutzgebiet (SPA-Gebiet).

Die Hakendorfer Wälder befinden sich überwiegend im Eigentum des Kreises Herzogtum Lauenburg und des Zweckverbandes Schaalseelandschaft sowie des World Wildlife Fund (WWF). Sie werden in Teilen naturnah oder gar nicht mehr genutzt (46 ha sind als Naturwald ausgewiesen) und bilden zusammen mit dem knapp vierzehn Prozent Anteil von überwiegend extensiv genutztem Privateigentum ein eng verzahntes Nutzungsmosaik mit der Bandbreite von Schaumkrautwiesen zu Schlehengebüschen, von Feuchtwäldern hin zu Buchenwäldern. Es haben sich hier wegen der besonderen Standortverhältnisse Eichen-Hainbuchenwälder von landesweiter Bedeutung erhalten können, in denen nicht nur Vogelarten wie Kranich, Mittelspecht und Rotmilan, Schwarzspecht und Hohltaube regelmäßig brüten, sondern auch typische oder seltene Pflanzen wie Einbeere, Sumpfpippau, dunkles Lungenkraut und Flatterulme gedeihen. Für Amphibienarten wie Rotbauchunke, Laubfrosch und Kammmolch sichert das Naturschutzgebiet dauerhafte Verbundstrukturen zum Erhalt einer stabilen Population. Besucher, auch mit Hunden, sind herzlich willkommen, werden aber gebeten aus Rücksicht auf die Natur ihre Hunde im Gebiet anzuleinen und auf den Wegen zu bleiben.

(v.li.) Andrea Kühl, Frauke Torkler, Bodo Koch und Dr. Thomas Holzhüter. Foto: hfr

„Wir freuen uns, dass dieses naturschutzfachlich wertvolle Gebiet durch eine erfahrene Naturschützerin erhalten und fortentwickelt wird“, sagte Dr. Thomas Holzhüter bei der Vertragsübergabe. Zu den künftigen Aufgaben im Rahmen der Betreuung gehört es – neben der Dokumentation der Entwicklung im Gebiet und der Information der Öffentlichkeit – den Naturschutzbehörden notwendige Maßnahmen vorzuschlagen. Über die geleistete Arbeit wird dem LLUR und der Unteren Naturschutzbehörde jährlich Bericht erstattet.

Die Betreuung von Naturschutzgebieten hat bereits eine lange Tradition in Schleswig-Holstein. Seit 2009 überträgt das LLUR die Betreuung auch für Gebiete, die Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 sind. Insgesamt werden jetzt 164 Naturschutzgebiete, 48 Natura-2000-Teilgebiete und der Nationalpark „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ von 42 Naturschutzvereinen, einer lokalen Aktion, sechs Einzelpersonen, den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und der öffentlichen Hand (Kreise, Städte, Gemeinden) sowie den Integrierten Stationen Eider-Treene-Sorge und Westküste des LLUR betreut.

Das Land Schleswig-Holstein beteiligt sich zu 90 Prozent an den Ausgaben, die im Rahmen der Betreuung anfallen. So wurden 2018 rund 1,2 Millionen Euro als Zuwendungen an die betreuenden Vereine gezahlt.


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