Eine neue Schule für den Kreis Herzogtum Lauenburg

3474
Foto: hfr
Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von

Gudow (pm). Das Gebäude der Grundschule in Gudow kennt schon längt keinen regelmäßigen Schulbetrieb mehr. Dies soll sich laut einer offiziellen Pressemeldung der Monte H u. H gGmbH nun ändern. Nach den Plänen der gGmbH soll ab dem neuen Schuljahr 2019/2020 eine Montessori Schule in den Räumlichkeiten des ehemaligen Grundschulgebäudes ihren Schulbetrieb aufnehmen.

Die Montessori Schule Gudow soll demnach als gebundene Ganztagsschule Kindern einen Lernort bieten, an dem sich alles Leben und Lernen an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientiert. Geprägt von dem Leitgedanken, dass alles Lernen nur vom Kinde ausgehen kann, verstehen sich die lernbegleitenden Lehrer als „Diener des Kindes“. Kinder sind nicht nur unterschiedlich und verschieden, jedes Kind ist einzigartig. Die Berücksichtigung dieser Einzigartigkeit in Persönlichkeit, Charakter, Stärken, Schwächen, Begabungen und Widerständen ist Basis aller pädagogischen Überlegungen an der bilingualen Montessori Schule Gudow.

Das Herz der Schule bildet ihre besondere pädagogische Ausrichtung: von der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori bereits vor 100 Jahren entwickelt, ist die Montessoripädagogik heute aktueller denn je. In Ergänzung mit weiteren reformpädagogischen Ansätzen und unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen und Ergebnisse der Hirnforschung steht an der Montessori Schule Gudow nicht nur die Wissensvermittlung allein im Fokus der täglichen Arbeit. Schule ist soviel mehr: Bildung ist auch und gerade Persönlichkeitsbildung – und so lernen die Kinder durch das eigene Erleben neben Methodenkompetenzen und verschiedenen Lernstrategien auch, dass Lernen etwas soziales ist, das nur im Kontext und im gegenseitigen Austausch möglich ist. Sich gegenseitig zu unterstützen, Rücksicht zu nehmen auf die Bedürfnisse der anderen, miteinander im Austausch zu sein und stets auch über den Tellerrand hinaus zu blicken, Aufgaben im Team zu bearbeiten und dabei gleichzeitig seine Individualität zu bewahren, strategisches Denken und kreative Lösungsansätze miteinander zu kombinieren … – dies alles wird die Kinder vorbereiten auf die Ansprüche, denen sie sich mit zunehmendem Alter und wachsender Selbständigkeit mehr und mehr gegenüber sehen.

Schule als Bildungsort allein reicht dazu nicht aus. Waldtage, Ausflüge in der Umgebung, Klassenfahrten, der Besuch kultureller Veranstaltungen oder geschichtsträchtiger Orte macht Lernen zum Erleben – und läßt den Lernort Schule schnell seine räumlichen Grenzen verlassen. An der bilingualen Montessori Schule Gudow soll es keinen festen Stundenplan, keine Zensuren und keinen Druck geben – stattdessen wird den Kindern ein organisatorischer Rahmen geboten mit viel Bewegungsfreiheit, vielfältigen Angebote und individueller, wertschätzender Unterstützung. Der Schulalltag an der Montessori Schule wird von der Freien Wahl derSchüler, selbst entscheiden zu können, was sie wann und mit wem gemeinsam lernen wollen, bestimmt sein. Natürlich orientieren sich die schulischen Inhalte am Lehrplan des Landes Schleswig-Holstein.

Lernen in Freiheit ist jedoch auch an einer Montessorischule nicht frei von Entwicklungsbeobachtung und Leistungsvergleichen. So erhalten die Schüler jeweils zum Halbjahr differenzierte und wertschätzende Rückmeldungen über ihre individuellen Lern- und Entwicklungsfortschritte. Im Vergleich zu den Regelschulzeugnissen sind diese Informationen zum Entwicklungs- und Lernprozess (IzEL) wesentlich umfangreicher und detaillierter. Sie basieren auf der genauen Beobachtungsarbeit der Lehrkräfte. – Während Noten Fehler bewerten, haben die IzEL den Anspruch zu motivieren. Wenn die Schülerinnen und Schüler sich etwas mit Erfolg selbst erarbeitet haben, dann ist dieser erfolgreiche Abschluss die beste Basis für ein solides Selbstwertgefühl. Die IzEL sollen die Kinder weiterhin dazu ermutigen und ermuntern, Angefangenes zu vertiefen, Neues zu entdecken und sich auf Unliebsames einzulassen.

Die IzEL werden mit den Schülern vorab besprochen, hierbei sollen sich die Kinder auch selbst einschätzen. Selbstbewertung durch selbständiges Erkennen und Kontrollieren von Fehlern ist nicht nur ein Grundsatz der Montessori-Pädagogik, sondern auch ein zentrales Kennzeichen des didaktischen Montessori-Materials, das stets eine eingebaut Fehlerkontrolle enthält, um sich selbst prüfen zu können und nicht auf die Anerkennung von außen angewiesen zu sein.

Eltern, die sich dafür interessieren, ihren Kindern die Möglichkeit des Schulbesuchs an der Montessori Schule ab August 2019 zu geben, finden weitere Informationen auf der Homepage des Trägers unter www.monte-huh.de. Es wird zudem zeitnah einen Informationsabend geben, zu dem alle interessierten Eltern eingeladen sind.

Anmerkung der Redaktion: Wie sich im Laufe des Tages herausgestellt hat, bezieht sich die Pressemitteilung laut der Monte H u. H gGmbH auf einen Beschluss der Gemeindevertretung vom 10. Dezember 2018. Dieser lautet: „Die Gemeindevertretung beschließt die Einrichtung einer Montessori-Schule im alten Schulgebäude in Gudow weiter zu verfolgen.“ Auch wenn die Gemeindevertretung dem Vorhaben mehrheitlich grundsätzlich zugestimmt hat, ist noch nicht alles in ‚trockenen Tüchern‘.

Grundsätzlich gegen diese Nutzung des alten Schulgebäudes spricht sich hingegen die Bürgerinitiative ‚Gudow-Kehrsen-Segrahn-Sophienthal‘ aus. Deren Mitglieder streben aktuell ein Bürgerbegehren an, dessen Ziel es ist, am Standort der alten Grundschule ein Feuerwehrgerätehaus zu verwirklichen. Auch der Ausgang dieses Bürgerbegehrens ist noch offen.

Vorheriger ArtikelCDU Geesthacht fordert Wohnraumentwicklung von Grünhof
Nächster ArtikelInfoabend an der Lauenburgischen Gelehrtenschule
Bei Pressemitteilungen handelt es sich nicht um eine neutrale beziehungsweise kritische Berichterstattung im klassischen journalistischen Sinne. Es sind in der Regel Texte von Parteien, Organisationen, Institutionen und Unternehmen und schildern oft nur eine Sicht der Dinge. Die Redaktion von Herzogtum direkt prüft Pressemitteilungen vor Veröffentlichung stets nach bestem Wissen und Gewissen. So werden unter anderem Superlative und nicht belegbare Behauptungen aus den Texten entfernt.