Neue Archivarin für den Kreis

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Dr. Anke Mührenberg hat die Nachfolge von Cordula Bornfeld als Kreisarchivarin angetreten
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Herzogtum Lauenburg (pm). Seit dem 1. Oktober 2018 ist die Leitung des Kreisarchivs Herzogtum Lauenburg wieder besetzt: Dr. Anke Mührenberg hat die Nachfolge von Cordula Bornfeld angetreten, die bereits im Juli in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde.

Mührenberg ist gebürtige Lübeckerin und studierte Mittlere und Neuere Geschichte, Europäische Ethnologie und Osteuropäische Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Nach dem Magisterabschluss promovierte sie zum Thema „Die kulturellen und sozialen Lebensverhältnisse von Landarbeitern im Herzogtum Lauenburg“. Bereits in dieser Zeit arbeitete sie in verschiedenen schleswig-holsteinischen Museen und Archiven, bis es sie 2001 nach Süddeutschland verschlug: Dort wurde sie nach einem abgeschlossenen Museumsvolontariat in den Karlsruher Städtischen Museen (Stadtmuseum und Pfinzgaumuseum) 2005 Leiterin des Pfinzgaumuseums und Stadthistorikerin im Stadtarchiv Karlsruhe, dessen stellvertretende Leitung sie zudem übernahm. Parallel schloss sie ein berufsbegleitendes Studium zur Diplom-Archivarin ab. 2012 kehrte Anke Mührenberg in den Norden zurück und übernahm die Leitung der Archivgemeinschaft Schwarzenbek im südlichen Kreis Herzogtum Lauenburg.

Diese führte sie in die digitale Zukunft, indem sie erstmals ein Archivinformationssystem für die angeschlossenen Archive einführte und so den Wechsel von der Karteikarte zum Computer vollzog. Daneben digitalisierte sie die umfangreichen Fotobestände und legte neue Sammlungen an. Das Amtsarchiv Hohe Elbgeest erhielt in ihrer Amtszeit neue und größere Archivräume. Die Benutzungszahlen der einzelnen Archive der Archivgemeinschaft stiegen stetig an und zeigten das hohe Interesse an der Ortsgeschichte des südlichen Kreises Herzogtum Lauenburg. Neben der Erfüllung der archivischen Kernaufgaben hielt sie zahlreiche ortsgeschichtliche Vorträge, erarbeitete regelmäßig Ausstellungen mit ortsgeschichtlichem Bezug und veröffentlichte Aufsätze und Publikationen zu Themen des Südkreises.

Das Kreisarchiv, immerhin das älteste seiner Art in Schleswig-Holstein, will sie nun weiter zu einem Ort der historischen, kulturellen und politischen Bildung für alle Generationen ausbauen. Gerade in der Zeit der sogenannten „fake news“ spielen Archive eine entscheidende und wichtige Rolle, denn sie dokumentieren auf gesetzlicher Grundlage Ereignisse, Handlungen und Erinnerungen und stellen diese der eigenen Verwaltung, aber auch den Bürgern zur Verfügung. Archive tragen dazu bei, Identität zu stiften, aber auch das verantwortungsbewusste Handeln des Einzelnen zu fördern, in dem sich jeder Interessierte zum Beispiel mit der Geschichte seines Orts oder seiner Familie beschäftigen kann und somit eigenständig Rückschlüsse auf die Vergangenheit zieht.

Das Kreisarchiv Herzogtum Lauenburg verfügt neben den Dokumenten zur Geschichte des Kreises über eine umfangreiche Bibliothek, die ebenfalls von der Öffentlichkeit genutzt werden kann. Egal ob für Projektarbeiten in Schulen, für die Familienforschung oder das Erarbeiten von Ortschroniken – das Kreisarchiv ist für alle Geschichtsinteressierten dienstags und donnerstags von 8.30 bis 16 Uhr und mittwochs von 8.30 bis 13 Uhr geöffnet. Nähere Informationen können vorab unter der Telefonnummer 04541-888247 oder Dr.Muehrenberg@kreis-rz.de eingeholt werden.