Ein hilfreicher Dienst

Seit 30 Jahren gibt es den ehrenamtlichen Besuchsdienst im DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg.

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30 Jahre Besuchsdienst im DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg: Pflegedirektorin Wiebke Hargens (rechts) zusammen mit Renate Augustin (links) und Krankenhausseelsorgerin Friederike Praetorius. Foto: Dirk Andresen
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Ratzeburg (pm). Wer im Krankenhaus liegt, sehnt sich mitunter nach Zuwendung: Ein kurzes Gespräch, ein liebevoller Händedruck, ein tröstendes Wort, hin und wieder auch ein Gebet oder ein Segen. Damit sprechen die Ehrenamtlichen des Besuchsdienstes im DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg den Patienten bei ihren Besuchen Mut zu und schenken Freude.

Die Pflegedirektorin des DRK-Krankenhauses Mölln-Ratzeburg Wiebke Hargens, damals Pflegedienstleitung, wünschte sich vor 30 Jahren einen Besuchsdienst für das Wilhelm-Augusta-Krankenhaus, wie sie ihn an der Uni-Klinik Kiel kennengelernt hatte. Sie wusste um die Bedeutung dieses Dienstes, der den Patienten gut tut und auch den Pflegekräften hilft. „Bereits damals hatten Pflegekräfte wenig Zeit, intensive Gespräche mit den Patienten zu führen oder eine Kleinigkeit zu besorgen“, erinnert sich Wiebke Hargens. „In Kiel hatte ich erlebt, dass genau das für die Patienten hilfreich war.“

In Renate Augustin, Leiterin der Evangelischen Frauenhilfe in Ratzeburg, fand sie schnell eine Netzwerkpartnerin, mit der ein Besuchsdienst zunächst nur mit Frauen aus der Evangelischen Frauenhilfe und Ehefrauen von Pastoren aus Ratzeburg und Umgebung aufgebaut werden konnte. Einmal in der Woche gingen und gehen seitdem jeweils zwei Frauen in grün-weißen Kitteln auf die Stationen, um Patienten zu besuchen. Zum Abschied erhalten die, die möchten, für ihren Nachttisch eine kleine Grußkarte mit einem Bibelspruch. Alles kleine Aufmerksamkeiten, die große Wirkung erzielen können.

Etwa 20 Jahre lang wurde der Besuchsdienst ehrenamtlich geführt und bis vor drei Jahren bezahlte die Evangelische Frauenhilfe alles Material zum Verteilen. Außerdem gaben die Ratzeburger Kirchengemeinden einen Zuschuss für die Arbeit des Besuchsdienstes. Vor etwa zehn Jahren richtete der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg eine halbe Pfarrstelle für die Seelsorge im DRK-Krankenhaus ein, die zuerst von Pastorin Kerstin Engel-Runge ausgefüllt wurde. Vor etwa zwei Jahren folgte ihr Pastorin Friederike Praetorius. Sie sagt: „Der Besuchsdienst ist eine große Unterstützung meiner Arbeit und ich freue mich über seine Wertschätzung durch Kirchenkreis und Krankenhaus.“ Regelmäßig tauscht sie sich mit den Ehrenamtlichen bei Teamtreffen inklusive Kaffeetrinken aus und erfährt zwischendurch auch zeitnah von ihnen, ob es Patienten gibt, die besonderen Seelsorge-Bedarf haben. Einmal im Jahr fährt die Gruppe zu einem Besuchsdienst-Seminar, das vom Kloster Nütschau angeboten wird.

Die Tätigkeiten, was genau der Besuchsdienst für die Patienten leisten darf und was nicht, sind eindeutig beschrieben. In erster Linie sind es zwischenmenschliche und kommunikative Aufgaben, die der Besuchsdienst wahrnimmt. Pflegerische Tätigkeiten hingegen nicht. Ehrenamtliche und Pflegekräfte sollen auch ständig im Dialog stehen, damit am Besuchstag u.a. mögliche Besonderheiten bei den Patienten berücksichtigt werden. Das persönlich geführte Gespräch kann dadurch an Tiefe gewinnen. Bei Menschen mit Demenz, einer Gruppe, die auch im Krankenhaus ständig zunimmt, kommt es hingegen weniger auf das gesprochene Wort an sondern vielmehr auf die geschenkte Aufmerksamkeit. „Der Besuchsdienst ist für die Patienten wie auch für die Pflegekräfte eine Entlastung“, sagt Wiebke Hargens.

Am 10. November stehen die Ehrenamtlichen des Besuchsdienstes im DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg einmal ganz deutlich im Blickpunkt: Mit geladenen Gästen wird ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert, auch, um allen ein herzliches Dankeschön für ihren jahrzehntelangen Einsatz zu sagen. Mit dabei sein wird unter anderem Pröpstin Frauke Eiben. „Kranke besuchen, ein Ohr und Zeit haben, Aufmerksamkeit geben, das ist ganz im Sinne Jesu“, sagt Frauke Eiben. „Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht.“  Und „Was ihr einem meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan“, hat Jesus den Seinen mitgegeben.

„Ein großes Dankeschön und herzlichen Glückwunsch zum 30. Geburtstag des Besuchsdienstes am DRK-Krankenhaus in Ratzeburg allen, die in diesen Jahren ein wichtiges Ehrenamt wahrgenommen haben“, wünscht Pröpstin Eiben. „Gut, dass der Besuchsdienst das Evangelium aus diese Weise verkündigt.“

Wer sich über den Besuchsdienst und die ehrenamtlich geführte Bücherei im DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg informieren möchte, hat dazu am Sonntag, 11. November 2018 Gelegenheit. Einige Ehrenamtliche machen mit beim „Tag der offenen Tür“ von 11 bis 15 Uhr im DRK-Krankenhaus auf dem Röpersberg.