Aus dem Archiv: Dat verdreide Gebiss!

Plattdüütsch: Erleeft, upschreven und vertellt fun Willi Anders

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Erste Dach: Hilde kümmt no lang Tied op Besöög. Denn ward Kaffee drunken, Kauken eten und veel vertellt. Bied sabbeln kläft de in Mund zerkaude Honnikauken ünnern Gaumen fass. De Tung versöcht den Manschkroom no förn to schuben. Dorbie lööst sick dat Gebiss samt Kaukenress ut de Verankerung. Gebiss flutscht ut’n Mund, fallt, wie ümmer, no ünn. Ropp ob de Dischkand. De rechte Hand gript nod Gebiss, weil jo in de linke Hand de Kaffeetass is. Gebiss rutscht öber de Dischkand wieder no ünn. Opjekt ward twischen Dischkand und Fauborn opgräpen. Blifft dorbie mit`n Pickser inn lüdden Finger hingn. Deid dull weeh. Lüdde Finger blööd. Finger ward verbunn. Gebiss iss weller in Ursprungslage trüch transportiert.

Twede Dach: Finger deid noch mehr weeh. Iss dick. Gau nodn Apotheker. Essigsauretonerde hoolt, Finger ward behandelt, ward kööhlt. Ward hoch hooln.

Drüdde Dach: Wehdooch ward gröder. Finger noch dicker. Blubbert. Iss rod und blau anlopen. Besöög ward affbrocken. Mitn nächsten Tooch no Huus.

Verte Dach: Ob’n schnellsten Wech nod’n Doktor. Huusdoktor kiekt dat Malöör an. He sech nur: „Oh, oh, oh!“. Budn steidn Auto. Schnell dor rinn. Blaulich an und denn mit „Tahi-Tahi“ ind Krankenhuus. Patientin ward funn twee Pläger ob ne Pritsch pakt. Ehne Schwester assestiert. Twee Doktors kiekt tau. De Verband funn Huusdoktor iss afftüdelt. All Rümstoende stiert ob dat Korpus-Delikti. De Finger, wad een Finger sien schull, weer keen Finger mehr. De Pläger, de Schwester secht: Oh hauerha!“. De beiden Doktors secht dat glieke wie de Huusdoktor: „Oh, oh, oh!“

Nu kümmt noch’n Wittbekittelte, drückt Hilde sunn Stinkkroom ind Gesich. Hilde pennt dorbie inn. Nod’n Stundstied: Patientin wokt opp. Hand bed an Ellbogen verbunn. Doktor steid, mogn Gesich, ass wenn he truri iss, and Bett. Secht denn liesen: „He iss aff! Grood nochmoohl Glück had.“

Und nu de Gebruksanwiesung för Honnikaukeneter mit Gebiss: Biedn Genuss funn Honnikauken nur lütt Stücke inn Mund schuben, weil erstens: Verkläbungsgefoor besteid. Twetens: Flutscht datt denn beter dörch Halslock.

Bie Verkläbung de Tung inn Ruhestellung loten. Wenn verkläfft iss, denn folgendes beachten: Man nimmt denn Zeigefinger funn de rechte Hand, schuuft denn Finger langsam inn Mund, wied no achtern. Nu mit Vorwärtzbewegung dreiend no föörn hooln, so datt de Rest funn Kauken sick ümm den Finger wiggelt. Nu vörsichdi rutreggen. No Möglichkeit nie obfallnd. Bruug jo Keeneen seen. Man kann uk de linke Hand förd Gesich hooln. Linkshänder mööd natürlich bie de Prozeduur de rechte Hand benutzen.

De ümm denn Finger kläbende Kaukenress kann man in de Serwiett affwischen. Wend een giff. Oder de Hand liesen ünnern Disch stecken. Nu in de Dischdäck affwischen. Wenn uck datt nie geid, denn Schied ob’n Faudboorn klatschen. Denn de Hand langsam no boben hooln. Tunn Schluss noch de Finger affleggen. Dat denn allns! Mehr nie!