Pflanzenschutzmittelrückstände in Kartoffeln?

Länderübergreifende Untersuchungen der Norddeutschen Kooperation

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Kiel (pm). Die Kartoffelernte ist angelaufen – die erdigen Knollen sind ein beliebtes und variantenreiches Lebensmittel. Die Norddeutsche Kooperation ist deshalb der Frage nachgegangen, inwieweit Kartoffeln aus regionalem und überregionalem Anbau Rückstände von Pflanzenschutzmittel aufweisen. Das erfreuliche Ergebnis ist, dass von insgesamt 98 untersuchten Proben frischer Speisekartoffeln 88 Prozent rückstandsfrei sind. Nur in zwölf Prozent der Proben wurden Pflanzenschutzmittelrückstände oberhalb der Bestimmungsgrenze nachgewiesen. Zulässige Höchstgehalte wurden nicht überschritten, auch wenn in vier Proben Mehrfachfunde nachgewiesen wurden. Die Kartoffeln stammten zu knapp 80 Prozent aus regionalem Anbau, davon vierzehn Prozent aus ökologischem Anbau. Die Kartoffeln aus ökologischem Anbau enthielten keine Rückstände. Die restlichen Proben kamen aus dem europäischen Ausland bzw. Ägypten.

Zuletzt waren im Rahmen des deutschen Lebensmittelmonitorings des Bundes im Jahr 2014 Kartoffeln auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht worden. Damals wurden in 20 bis 50 Prozent der untersuchten Proben Rückstände nachgewiesen, aber ebenfalls keine Höchstgehaltsüberschreitungen festgestellt.

Die Norddeutsche Kooperation (NOKO) ist ein Verbund der Landesuntersuchungseinrichtungen verschiedener Bundesländer, die im Bereich der Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung Kompetenzen gebündelt und ein leistungsfähiges, effizientes Netzwerk aufgebaut haben. Dazu gehören:

– Landeslabor Berlin-Brandenburg,

– Landesuntersuchungsamt für Chemie, Hygiene und Veterinärmedizin, Bremen,

– Institut für Hygiene und Umwelt, Hamburg,

– Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei, Mecklenburg-Vorpommern,

– Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit,

– Landeslabor Schleswig-Holstein.

Hintergrund

Im Kartoffelanbau ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zugelassen. Pflanzenschutzmittelrückstände in Kartoffeln sind seit Jahren rückläufig und zählen zu den Erzeugnissen, die vergleichsweise gering belastet sind. Bei den Rückstandsfunden der jetzigen Untersuchungen handelt es sich um die fungiziden Wirkstoffe Propamocarb und Pencycuron, das Herbizid Chlorpropham und sein Abbauprodukt 3- Chloranilin sowie das Insektizid Imidacloprid. Bei den nachgewiesenen Wirkstoffen handelt es sich um im Gemüseanbau zugelassene Pflanzenschutzmittel.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LLABOR/llabor_node.html