Anhaltende Wärme belastet Badegewässer – Warnung für Ratzeburger See und Küchensee

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Die Seen rund um Ratzeburg. Foto: Anders
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Ratzeburg (pm). Auf Grund der anhaltend warmen Witterung und der erhöhten Wassertemperaturen ist zurzeit mit erhöhten Blaualgenkonzentrationen an den Seen im Kreis Herzogtum Lauenburg zu rechnen. Aktuell wurden im Ratzeburger See Massenentwicklungen beziehungsweise Massenvermehrungen von Blaualgen festgestellt.

Nachdem bereits am letzten Wochenende für die Badestelle Schloßwiese eine Badewarnung ausgesprochen werden musste (Herzogtum direkt berichtete), wird die Badewarnung wegen der anhaltenden Blaualgenvermehrung nun auf alle Badestellen und Bademöglichkeiten am Ratzeburger See ausgedehnt.

Besonders betroffen sind auf Grund der zurzeit vorherschenden Wind- und Strömungsverhältnisse folgende Badestellen und Bademöglichkeiten auf der Ostseite des Ratzeburger Sees: Römnitz – Campingplatz Schwalkenberg und Campingplatz – Kalkhütte, Bäk, sowie Utecht und Campow.

Blaualgen-Massenansammlungen sind sehr wind- und wetterabhängig und können sich innerhalb weniger Tage oder sogar Stunden im Gewässer verschieben. Daher wird die Badewarnung vorsorglich auch für die Badestellen und Bademöglichkeiten auf der Westseite des Ratzeburger Sees, einschließlich Küchensee, ausgesprochen. Hierbei handelt es sich um folgende Badestellen/Bademöglichkeiten: Liegewiese Groß Sarau, Badeanstalt Pogeez, Liegewiese Buchholz, Einhaus – Himmelswiese, Badeanstalt Schloßwiese Ratzeburg, Küchensee – Ratzeburg, Am Hallenbad Aqua Siwa und Farchau – Liegewiese.

Nach dem Baden in stark blaualgenhaltigem Wasser kann es zu Beschwerden wie Hautreizungen kommen. Nach dem Verschlucken einer größeren Menge von blaualgenhaltigem Wasser können auch Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auftreten. In allen Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

„Übernehmen Sie Verantwortung für sich und Ihre Familie. Sie entscheiden selbst, wenn das Baden nicht bereits verboten wurde“, klärt die Kreisverwaltung auf. Sind die Blaualgen wieder verschwunden, sei das Baden wieder gefahrlos möglich.

Aufgrund des warmen Sommerwetters und der dadurch ansteigenden Wassertemperatur bilden sich außerdem in fast jedem Gewässer mit starkem Wasservogel- und Wasserschneckenbesatz mikroskopisch kleine Saugwurmlarven, sogenannte Zerkarien. Sie sind besonders in flachen Ufergewässern, wo auch ihr Zwischenwirt, die Wasserschnecke lebt, zu finden. Bei hohen Wassertemperaturen werden unmäßig viele Wurmlarven von den Wasserschnecken ausgeschieden. Auf der Suche nach ihrem Hauptwirt (Wasservögel), dringen sie auch in die Haut von Menschen ein, sterben dort aber ab. Dadurch wird bei den betroffenen Personen auf der Haut eine allergische Reaktion mit roten Flecken und stark juckenden Quaddeln (ähnlich wie Mückenstiche) hervorgerufen.

Diese harmlose aber unangenehme Hauterkrankung klingt nach einigen Tagen wieder ab und führt grundsätzlich zu keinen weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Badeverbote müssen daher an betroffenen Badestellen nicht ausgesprochen werden. Auch an Badestellen, von denen ein Zerkarienbefall gemeldet wird, werden durch den Fachdienst Gesundheit über die zuständigen örtlichen Ordnungsbehörden entsprechende Informationstafeln für die Badegäste ausgehängt.

Nähere Auskünfte erhalten Sie beim Fachdienst Gesundheit des Kreises unter der Telefonnumer 04541/88 83 96 oder direkt vor Ort bei den Badestellenbetreibern. Weitere Informationen zum Thema Badegewässer finden Sie auch unter www.schleswig-holstein.de/DE/Themen/B/badegewaesser.html