IHK: ‚Elbe-Lübeck-Kanal ist unverzichtbare Netzergänzung‘

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Bei starkem kalten Ostwind aber doch niedrigen Seegang schneidet die GMS Neptun mit Schüttgut voll beladen unter der Brücke, bei der Hude auf dem Elbe Lübeck Kanal durch.Das Binnenschiff hat eine Länge von 80 Metern,die Breite ist 8,20 -der Tiefgang 2,50m,1154 T.Auf die Welle drücken 675Horsepower und zuletzt vom Kiel gelaufen ist sie 1957 bei Arminius-Werft in Bodenwerder. Foto: Friedrich J. Flint
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Lübeck (pm). Ein klares Bekenntnis des Landes Schleswig-Holstein zum Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals gab es beim Parlamentarischen Abend „Binnenschifffahrt auf dem Elbe-Lübeck-Kanal, dem Elbe-Seitenkanal und der Elbe“ in Berlin. Knapp 100 Mitglieder des Deutschen Bundestages, Vertreter von Ministerien und Unternehmer diskutierten in einer gemeinsamen Veranstaltung der Industrie- und Handelskammern zu Lübeck und Lüneburg-Wolfsburg sowie der Handelskammer Hamburg und Hamburg Hafen Marketing e.V. in der gemeinsamen Vertretung der Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen beim Bund.

In der von Ingo Egloff von Hamburg Hafen Marketing e.V. moderierten Veranstaltung stellte sich heraus, dass die Binnenschifffahrt auch in Norddeutschland großes Potenzial hat. Dafür müssen allerdings die infrastrukturellen Voraussetzungen bei den Binnenwasserstraßen geschaffen werden. Das Ladungsaufkommen wird sich übergreifend vor allem dann erhöhen, wenn der Hamburger Hafen über den Elbe-Seitenkanal, den Elbe-Lübeck-Kanal und die Elbe besser erreichbar ist, sagte Egloff. Auch die Verbindung Ostseehafen Lübeck und Mittellandkanal über den Elbe-Seitenkanal ist entwicklungsfähig, sobald größere Schiffe auf dem Elbe-Lübeck-Kanal verkehren können.

„Investitionen in die Infrastruktur sind die beste Wirtschaftsförderung“, betonte Dr. Thilo Rohlfs, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein mit Blick auf den anstehenden Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals und die Investitionen in Höhe von 840 Millionen Euro in längere Schleusen und ein tieferes Kanalbett. Die Landesregierung lege dabei einen besonderen Fokus auf die Anbindung der Seehäfen an die Verkehrswege. Dem Elbe-Lübeck-Kanal komme gerade für den Lübecker Hafen große Bedeutung zu. Binnenwasserstraßen dürften nicht zu lange auf Verschleiß gefahren werden. „Wir packen das jetzt an, denn wir wollen mehr Verkehr von der Straße auf andere Transportwege verlagern und zugleich den Einsatz größerer, emissionsärmerer Schiffe ermöglichen“, so Rohlfs.

„Der Elbe-Lübeck-Kanal ist ein unverzichtbarer Bestandteil des bundesweiten Binnenwasserstraßennetzes.“ Darauf verwies Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck. Die Wasserstraße sei eine wertvolle Anbindung des Lübecker Hafens. Sie verbindet die Ostsee mit dem Hamburger Hafen und den Mittellandkanal über den Elbe-Seitenkanal. Viele Unternehmen der Logistik bundesweit haben sich zum Elbe-Lübeck-Kanal bekannt und warten auf dessen Ausbau, um mehr Ladung auf den Kanal zu bringen. Diese Transporte sind dann Dank größerer Schiffe von 110 Metern und 2.000 Tonnen Kapazität bis zu 30 Prozent wirtschaftlicher als die derzeit genutzten Schiffe.

Diese Netzfunktion der Binnenwasserstraßen stand im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion. Der Koordinator des Bundes für die Maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann, machte deutlich, dass die Binnenwasserstraßen beim Ausbau der „Green Shipping“-Strategie des Bundes wertvolle Bausteine in der logistischen Kette seien. Wie die Binnenschifffahrt die Kanäle nutzt, machte Kurt Fromme von der Wilhelm Fromme Landhandel GmbH & Co. KG aus Salzgitter deutlich: „Es ist für uns wichtig, möglichst mit großen und voll beladenen Binnenschiffen in die großen Häfen zu kommen und wieder hinaus. Dafür ist der Ausbau des Elbe-Seitenkanals und des Elbe-Lübeck-Kanals erforderlich.“ Damit es soweit kommt, sind am Elbe-Lübeck-Kanal noch sechs Schleusen auf 115 Meter zu verlängern, die Tauchtiefe auf 2,80 Meter zu erhöhen und einige Brücken anzuheben. Auf dem Elbe-Seitenkanal ist vor allem das Schiffshebewerk in Scharnebeck durch den Bau einer neuen zusätzlichen Schleuse Lüneburg für längere Binnenschiffe zu ertüchtigen.

In seinem Schlusswort wies Martin Exner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg, auf einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die Ertüchtigung des Binnenwasserstraßennetzes in Norddeutschland hin: Das gemeinsame Eintreten aller, von den Bundesländern über die Unternehmen bis zu den unterschiedlichen Verbänden, für alle Ausbauvorhaben – unabhängig davon, wo das einzelne Vorhaben liegt. „Nur so erreichen wir das notwendige norddeutsche Gewicht gegenüber süd- und westdeutschen Interessen“, betonte Exner. Das sei eine Gemeinsamkeit, die durch den parlamentarischen Abend unter Beweis gestellt wurde.

Eine gegenteilige Ansicht hat jüngst die Linke Herzogtum Lauenburg zum Ausdruck gebracht (Herzogtum direkt berichtete).

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