Kernkraftwerk Krümmel: Ausfall von Brandschutzklappen

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Geesthacht (pm). Im Kernkraftwerk Krümmel haben bei einer wiederkehrenden Prüfung sechs Brandschutzklappen im Schaltanlagengebäude nicht geschlossen. Ursächlich war eine defekte Diode in einer Steuerstelle im Bereich der Warte des Kernkraftwerks. Das teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) heute (23. März) in Kiel mit.

Im Falle eines tatsächlichen Brandes wäre das Schließen der Klappen thermisch – über ein Schmelzlot – ausgelöst worden. Ein Schmelzlot ist als weitere Absicherung in jeder Brandschutzklappe eingebaut.

Die Reaktorsicherheitsbehörde hat eine Untersuchung des Ereignisses eingeleitet. Zurzeit wird insbesondere geprüft, ob es sich bei dem Diodenversagen um einen systematischen Effekt oder um einen Einzelfehler handelt.

Die Vattenfall-Betreibergesellschaft hat das Ereignis der Meldekategorie N (Normalmeldung) zugeordnet und der Atomaufsichtsbehörde fristgerecht gemeldet. Die Behörde hat zur Bewertung des Ereignisses Sachverständige hinzugezogen.

Hintergrund

Brandschutzklappen sind dazu da, dass Feuer oder Rauch im Brandfall nicht in weitere Gebäude- oder Anlagenteile gelangen kann. Brandschutzklappen werden bei wiederkehrenden Prüfungen regelmäßig durch Fernauslösung über eine sogenannte Ortssteuerstelle im Bereich der Warte des Kernkraftwerks geschlossen. Für das Versagen der Klappenauslösung im Kernkraftwerk Krümmel war eine defekte Diode innerhalb der Ortssteuerstelle verantwortlich. Nach dem Auswechseln der Diode konnten die sechs Klappen einwandfrei angesteuert und geschlossen werden.

Orientiert an sicherheitstechnischer Bedeutung und Eilbedürftigkeit von Abhilfemaßnahmen werden Meldepflichtige Ereignisse in Deutschland in drei Kategorien eingeteilt: Normalmeldung (N) = Meldefrist fünf Arbeitstage, Eilmeldung (E) = Meldefrist 24 Stunden und Sofortmeldung (S).

Das seit Mitte 2009 dauerhaft abgeschaltete Kernkraftwerk Krümmel verlor mit der Atomgesetzänderung von 2011 die Berechtigung zum Leistungsbetrieb. Vattenfall beantragte im August 2015 bei der schleswig-holsteinischen Reaktorsicherheitsbehörde die Stilllegung und den Abbau des Kernkraftwerks Krümmel.

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