Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von

Fredeburg (pm). Insgesamt 19 Wisente werden in den kommenden Wochen aus deutschen Gehegen nach Rumänien gebracht, damit sie dort in den südlichen Karpaten in freier Wildbahn leben können. Bei dem Wiederansiedlungsprojekt der Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) werden auch zwei Tiere aus dem Fredeburger Wisentgehege dabei sein, das von der Kreisjägerschaft Herzogtum
Lauenburg (KJS) gemeinsam mit den Kreisforsten betrieben wird.

Die jungen Kühe Flavia und Flya wurden jetzt von den Jägern gemeinsam mit Revierförster Norbert Oldenburg sowie Thomas Hennig, Leiter des Wisentgeheges Springe und Dr. Tierarzt Philipp Kloeve auf die Reise in die neue Heimat geschickt. Die beiden Tiere, die im Jahr 2016 geboren wurden, sind dabei vom Wisent-Experten Hennig unter tierärztlicher Aufsicht per Druckluftgewehr und Betäubungspfeil ins Schlummern versetzt worden. Die Dosis war so bemessen, dass die Rinder zwar rasch einschliefen, aber kurz nach dem Einladen in einen Tier-Spezialanhänger schon wieder auf den Beinen standen.

Die Wisente, die auch als „Europäischer Bison“ bekannt sind, wurden zunächst ins Wisentgehege Springe gebracht, wo sie sich zunächst an weitere Tiere aus anderen Gehegen beispielsweise aus Leipzig und Hessen gewöhnen sollen, bevor es als Herde weiter nach Südost-Europa geht. Thomas Hennig wird sie dabei begleiten und die Auswilderung beobachten.

Putzmunter in Springe: Flavia hat den Transport sichtlich gut überstanden. Foto: Thomas Hennig.

In der Herde von Fredeburg gibt es regelmäßig Nachwuchs, sodass das Fehlen der Umzügler rasch ausgeglichen wird. Die Herde einfach wachsen zu lassen, ist nicht möglich, da insbesondere Inzucht vermieden werden soll, aber auch die zur Verfügung stehenden Weideflächen begrenzt sind.

Als einzige Kreisjägerschaft in ganz Deutschland betreibt die KJS Herzogtum-Lauenburg gemeinsam mit einem kommunalen Träger eines von 75 Wisentgehegen, in denen insgesamt rund 600 Tieren leben. Diese Aufgabe übernahmen die Jäger im Jahre 2015 vom Landkreis. Zwischen 10.000 und 12.000 Euro jährlich sowie jede Menge Arbeit investieren die Jäger Jahr für Jahr. Für das laufende Jahr ist beispielsweise die Renovierung und Erweiterung der Futterstelle geplant. Hinzu kommen Futter- und Tierarztkosten.
Mindestens zweimal pro Tag schaut außerdem ein Mitarbeiter nach der aktuell sieben Tiere großen Herde.

Die KJS-Vorsitzenden Andreas-Peter Ehlers und Bernd Karsten erläuterten das Engagement der KJS: „Ein wesentliches Ziel der Jäger ist die Artenvielfalt. Mit unserem Wisentgehege können wir auf eine ganz besondere Weise dazu beitragen. Erfreulich dabei ist, dass hier über den Tellerrand hinaus gedacht und die Zusammenarbeit international organisiert wird. Geburt bei uns – Freiheit in Rumänien: Da schließen wir uns gern dem Motto ,Global denken – lokal handeln‘ an.“ Die beiden Vorsitzenden bedanken sich in diesem Zusammenhang bei allen Privat-Spendern und Firmen-Sponsoren, die das Projekt der KJS unterstützen.

Zufrieden: Die Helferinnen und Helfer der KJS freuten sich, dass die Umsiedlung der Wisent-Kühe so gut begonnen hatte.

Vorheriger ArtikelBliestorf: Alkoholfahrt endet in Leitplanke
Nächster ArtikelExperiment Fastenzeit: Gemüse vom Bioladen oder Wochenmarkt?
Bei Pressemitteilungen handelt es sich nicht um eine neutrale beziehungsweise kritische Berichterstattung im klassischen journalistischen Sinne. Es sind in der Regel Texte von Parteien, Organisationen, Institutionen und Unternehmen und schildern oft nur eine Sicht der Dinge. Die Redaktion von Herzogtum direkt prüft Pressemitteilungen vor Veröffentlichung stets nach bestem Wissen und Gewissen. So werden unter anderem Superlative und nicht belegbare Behauptungen aus den Texten entfernt.