Lübeck (pm). Gleichstellungsministerin Aminata Touré hat am Montag, 18. Mai in Lübeck die 29. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten eröffnet. Unter dem Titel „Feministischer Kompass: Kurs halten in antifeministischen Gewässern“ kamen rund 500 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen, um über aktuelle Herausforderungen der Gleichstellungspolitik sowie den Schutz von Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichem Zusammenhalt zu beraten.
„Diese Gesellschaft wird immer noch mehrheitlich von Männern regiert und dominiert. Umso wichtiger ist es, dass kommunale Gleichstellungsbeauftragte die Lebensrealitäten von Frauen in Entscheidungsprozesse einbringen, auf bestehende Lücken aufmerksam machen und Menschen miteinander vernetzen“, sagte Touré. „Wir werden in Schleswig-Holstein das Gleichstellungsgesetz erneuern und wollen insbesondere die Gleichstellungsbeauftragten weiter stärken. Ich möchte dafür sorgen, dass Gleichstellung als Ziel und als Grundgedanke fest verankert wird – und dass Konsequenzen folgen, wenn sie nicht beachtet wird.“
Die Ministerin betonte, dass Deutschland noch weit von echter politischer und gesellschaftlicher Gleichstellung entfernt sei. Entscheidend sei nicht allein eine Quote, sondern ob Frauen tatsächlich dort vertreten seien, wo Entscheidungen getroffen werden. „Nur wenn wir dort echte Parität erreichen, können wir von einer tatsächlichen politischen und gesellschaftlichen Aufteilung von Macht sprechen“, so Touré.
Zugleich unterstrich die Ministerin die Bedeutung eines intersektionalen Verständnisses von Gleichstellungspolitik. Queere Personen, Frauen mit Behinderungen, Migrationsgeschichte, Armutsrisiko oder ohne akademischen Hintergrund müssten stärker berücksichtigt und einbezogen werden.
Abschließend dankte die Ministerin den kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten für ihr langjähriges Engagement: „Wenn Sie diese Kämpfe nicht geführt hätten, hätten viele junge Frauen heute nicht die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen. Bleiben Sie standhaft und lassen Sie sich nicht beirren.“