Herzogtum Lauenburg (pm). Wie sah unsere Heimat vor 40 bis 80 Jahren aus? Und was lässt sich aus den Erfahrungen im Naturschutz lernen? Antworten gibt das neue Umweltbildungsprojekt „Landschaft im Wandel – Zeitzeugen berichten“ der Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg des BUND für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND). An elf Orten im Kreis berichten Menschen, die sich seit Jahrzehnten für die Natur eingesetzt haben, in kurzen Videos von ihren Erfahrungen – abrufbar per Smartphone direkt am Ort des Geschehens. Das Land Schleswig-Holstein fördert das Projekt anlässlich seines 80. Geburtstags.
Eine Ausstellung unter freiem Himmel
An jedem der elf Standorte steht eine Tafel mit QR-Code. Wer ihn mit dem Smartphone scannt, sieht ein fünf bis zehnminütiges Video-Interview. Die persönlichen Berichte reichen von den Nachkriegsjahren bis in die Gegenwart. Sie zeigen, wie tiefgreifend der Mensch Natur, Landwirtschaft und Infrastruktur verändert hat. Konzipiert haben das Projekt Franziska Eggers und Anne Christina Remus.
Elf Orte, elf Geschichten
Die Standorte verteilen sich über das gesamte Kreisgebiet und stehen für wichtige Etappen des regionalen Naturschutzes:
Hevenbruch: Hier wächst ein Urwald von morgen (Dr. Lutz Fähser)
Wentorfer Lohe: Aus einem Truppenübungsplatz wird wieder Natur und Naherholungsraum (Klaus Tormählen)
Friedrichruh im Sachsenwald: Das einstige Transrapid-Vorhaben (Gerhard Boll und Ulrich Seibt ꝉ)
Mölln Süd: Leitanlagen schützen Amphibien und Kleintiere an Straßen (Hans-Heinrich Stamer)
Leisterförde: Das Grüne Band – die ehemalige innerdeutsche Grenze (Wolfgang Kniep)
Büchener Sander: Erhalt Magerrasen und Grasheidefluren (Karl-Heinz Weber)
Mechower See: Schutz für den Seeadler (Thomas Neumann)
Steinau in Büchen: Ein Bach wird renaturiert (Günter Mund)
Kiessee 8 in Witzeeze: Nach dem Kiesabbau darf sich die Natur von selbst entwickeln (Barbara Denker)
Pantener Moorweiher: Die Natur holt sich eine ehemalige Kiesgrube zurück (Dr. Peter Aldenhoff)
Trollfjord Panten: Lebensräume für Pflanzen und Tiere werden vernetzt (Detlef Hack)

Wer die Vergangenheit kennt, versteht die Gegenwart
Landschaft verändert sich ständig – durch die Natur und durch den Menschen. Wer heutige Entwicklungen verstehen will, muss wissen, wie es früher war. Aus Sicht des BUND sind die Erinnerungen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen dafür ein wertvoller Schlüssel.
Die Standorte der QR-Code-Tafeln veröffentlicht die BUND-Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg auf ihrer Internetseite www.bund-herzogtum-lauenburg.de und in einem Flyer. Die ersten fünf Tafeln stehen bereits. Die weiteren folgen in den nächsten Wochen.












