Auch im Sommermonat Juli nimmt Arbeitslosigkeit ab

· 5.625 arbeitslose Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg – 22 weniger als im Juni · Arbeitslosenquote 5,3 Prozent – unverändert zum Vormonat · Stellenbestand erreicht wieder Niveau vor Corona

311
Agentur für Arbeit. Foto: Anders
Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von

Herzogtum Lauenburg (pm). Auch im Juli behält der Arbeitsmarkt im Kreis Herzogtum Lauenburg seinen positiven Trend bei. So ist die Zahl arbeitsloser Menschen um 22 gegenüber Juni zurückgegangen und beträgt aktuell 5.625.

Dies bleibt jedoch ohne Auswirkung auf die Arbeitslosenquote, die unverändert bei 5,3 Prozent liegt. Vor einem Jahr waren im Juli 6.283 Menschen und damit 658 mehr arbeitslos. Die Quote lag seinerzeit bei 5,9 Prozent. „Der Arbeitsmarkt im Herzogtum Lauenburg setzt seinen positiven Trend fort, auch wenn dieser im Ferien- und Urlaubsmonat Juli flacher ausfällt. Positiv nach vorne schauen lassen mich die Stellenmeldungen, die in diesem Monat mit 324 bereits zum dritten Mal in Folge über 300 in einem Monat liegen. Damit steigt unser Stellenbestand auf 1.485 offene Stellen und erreicht wieder das Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie“, sagt Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten für den Kreis Herzogtum Lauenburg. „Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind dies fast exakt 300 Stellen mehr, ein Plus von 25 Prozent. Damit verbessern sich die Beschäftigungsperspektiven für die arbeitsuchenden Menschen in der Region weiter. Auch die jungen Menschen, die jetzt ihre Ausbildung abschließen oder abgeschlossen haben und nicht übernommen werden können, profitieren von dem Personalbedarf der Unternehmen. Für über 60 Prozent der Stellen werden ausgebildete Fachkräfte gesucht.“

Sozialversicherungspflichtige Stellen

Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im Juli 324 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden. Das sind elf weniger (minus 3,3 Prozent) als im Vormonat, aber 125 mehr (plus 62,8 Prozent) als im Juli vergangenen Jahres. Damit sind aktuell insgesamt 1.485 sozialversicherungspflichtige Stellen im Kreis Herzogtum Lauenburg zu besetzen, 22 oder 1,5 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind dies 301 Stellen mehr.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind. „Im Kreis Herzogtum Lauenburg beträgt die Zahl der Unterbeschäftigten aktuell 7.206. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 6,7 Prozent und hat damit um 0,1 Prozentpunkt zum Vormonat abgenommen. Im Juli des Vorjahres lag sie bei 7,3 Prozent“, so Wieczorek.

Nicht als arbeitslos gezählt werden beispielsweise Teilnehmende an Weiterbildungsmaßnahmen und in Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig erkrankt sind, sowie geflüchtete Menschen, die einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine der berufsvorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters besuchen. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht.

Kurzarbeit

Die Zahl der Betriebe aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg, die im Juli* neu Kurzarbeit angezeigt haben, liegt bei sechs. In den Anzeigen wird bei 24 Beschäftigten ein Arbeitsausfall erwartet. Im Vormonat lag die Zahl bei insgesamt vier Neuanzeigen für 33 Mitarbeitende, im Mai waren es 14 Anzeigen für 76 Beschäftigte.

„Die Zahl neuer Anzeigen auf Kurzarbeit hat mit den anhaltenden Lockerungen der Corona-Beschränkungen spürbar abgenommen, was aber auch zu erwarten war“, sagt die Chefin der Arbeitsagentur. Daten zum tatsächlichen Umfang der Kurzarbeit im Kreis Herzogtum Lauenburg liegen jetzt für den Monat Februar vor. „Seinerzeit waren insgesamt 4.855 Beschäftigte in 783 Betrieben von einem Arbeitsausfall betroffen. Die verschärften Lockdown-Regelungen Mitte Dezember hatten zu dem neuerlichen Anstieg der Kurzarbeit geführt.

Im Februar hatten 796 Mitarbeitende mehr als im Dezember kurzgearbeitet, die Zahl der Unternehmen in Kurzarbeit stieg um 129“, berichtet Wieczorek.

*bis zum 25. Juli 2021

Ausbildungsmarkt

Nächste Woche starten die ersten Jugendlichen in ihre Ausbildung. Das bedeutet aber nicht, dass es für die 263 noch ausbildungssuchend gemeldeten jungen Menschen im Lauenburgischen keine Chance mehr gibt, einen Ausbildungsplatz zu finden, erklärt die Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe. „Der anstehende Ausbildungsbeginn bedeutet nicht, dass Jugendliche, die keine Ausbildungszusage haben, jetzt aufgeben sollten“, so Wieczorek. „Etliche Unternehmen haben ihren Nachwuchs noch nicht an Bord und sind weiter auf der Suche.“

Derzeit sind von den seit Herbst 2020 gemeldeten 971 Ausbildungsstellen (plus 43 zum Vorjahr) aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg 401 nicht besetzt. Hier bieten sich weiterhin Einstiegschancen für die jungen Ausbildungssuchenden, so die Agenturchefin und appelliert an sie: „Auch nach dem 1. August könnt Ihr weiterhin in eine Ausbildung einsteigen. Werdet schnell aktiv und nutzt die Angebote unserer Berufsberatung, um Euch bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder Alternativen zum Wunschberuf helfen zu lassen und bewerbt Euch.“

Ausbildungssuchende Jugendliche können sich telefonisch bei der Berufsberatung unter der Hotline 0 45 31 – 167 154 melden oder sie schreiben eine Email an badoldesloe.berufsberatung@arbeitsagentur.de.

Die Schüler haben auch jetzt eine breite Auswahl. „Die 400 freien Ausbildungsstellen verteilen sich auf über 90 verschiedene Ausbildungsberufe. Ob kaufmännisch, technisch, handwerklich oder dienstleistungsorientiert – es finden sich für fast alle Interessensbereiche Ausbildungsangebote“, so Wieczorek. Die meisten freien Ausbildungsstellen gibt es noch für Kaufleute im Einzelhandel (41 Ausbildungsstellen), Verkäufer (27) und Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (24). „Aber genauso gibt es Angebote für Kaufleute Büromanagement, Elektronikerinnen verschiedener Fachrichtungen oder Zerspanungsmechaniker*innen. Auch für weniger bekannte Berufe wie Kaufleute eCommerce oder Glasapparatebauer*in wird noch Nachwuchs gesucht“, sagt Wieczorek.