VVN-BdA: Gräueltaten dürfen nicht vergessen oder relativiert werden

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Andreas Flindt auf dem Neuen Friedhof Schwarzenbek. Foto: hfr
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Schwarzenbek (pm). Am 22. Juni 2021 jährte sich der Jahrestag des Überfalls Deutschlands auf die UdSSR zum 80. Mal. An diesem Tag hat die VVN-BdA Lübeck-Lauenburg mit Gästen zu diesem Ereignis eine Gedenkveranstaltung durchgeführt. Bereits am 11. Mai 2021 wurde auf dem neuen Friedhof in Schwarzenbek ein Gedenkstein für die Zwangsarbeiter:innen während der Zeit des Faschismus eingeweiht. In vier Lagern wurden über 2.000 Zwangsarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt und zur Arbeit gezwungen. Andreas Flindt von der VVN-BdA sagt dazu: „Hier wollen wir zwei Fäden zusammenknüpfen, denn ohne den räuberischen Eroberungskrieg des Deutschen Reiches hätte es diese mörderische Zwangsarbeit nicht gegeben.“

Am 22. Juni 1941 überfielen die Armeen Hitlerdeutschlands und ihrer Verbündeten die Sowjetunion. Damit begann das letzte Kapitel der Aggression des deutschen Faschismus gegen die Menschen Europas und darüber hinaus. Dieser Vernichtungskrieg brachte unendliches Leid über die Menschen und forderte mehr als 27 Millionen Opfer aus allen Teilen der Sowjetunion. Es liegt in der Verantwortung heutiger Generationen, dass niemand diese Gräueltaten je vergessen oder relativieren darf. Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!
In seiner kurzen Rede geht Andreas Flindt auch auf die Bedeutung der Zwangsarbeit für die Wirtschaft, die Rüstungsindustrie und die großbäuerliche Landwirtschaft ein: „Auch viele der im Deutschen Reich festgehaltenen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wurden ihres Menschseins beraubt und systematisch durch Arbeit, fehlende Versorgung oder Hunger ermordet. Arbeitsfähige Menschen oder Menschen, die wahllos mit Gewalt aufgegriffen wurden, wurden zur Zwangsarbeit verschleppt. Sie wurden aus ihren Familien gerissen, von ihren Freunden getrennt und oft in der Gewissheit, als einzige überlebt zu haben.“ Er führt weiter aus:“ Über 2.000 wurden unter unmenschlichen Bedingungen in Schwarzenbek zur Arbeit gezwungen. Sie mussten für die wirtschaftliche Fortsetzbarkeit des Krieges und für die Profite der Unternehmen arbeiten.“

Zum Schluss betont Flindt: „Es ist der Verdienst der Schwarzenbeker SPD und des Heimat- und Geschichtsvereins, die nach jahrelangem politischen Ringen einen Gedenkstein in Schwarzenbek aufstellen lassen und am 11. Mai 2021 der Öffentlichkeit übergeben haben. 76 Jahre nach dem Sieg der Alliierten über das faschistische Deutschland. In Erinnerung an alle Menschen, die sich für die Vernichtung des Faschismus mit seinen Wurzeln und die Schaffung einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit eingesetzt haben, treten wir ein:
für eine angemessene Erinnerung und Würdigung der Millionen Opfer des Vernichtungskrieges,
gegen jede Form von Geschichtsrevisionismus und Rehabilitierung von NS-Kollaborateuren,
für eine Friedenspolitik, die im Dialog mit Russland und den anderen Staaten der früheren Sowjetunion eine neue Politik der Entspannung und Abrüstung in Europa ermöglicht.“