Wieder live: Der KulturSommer nimmt Fahrt auf

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„Faust“ im Ritzerauer Heubodentheater: Das Hermannshoftheater inszeniert das Goethe-Werk mit Puppen, Menschen und Dingen. Foto: Sergey Ponteleev
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Herzogtum Lauenburg (pm). Der Startschuss fällt um 14 Uhr in Büchen: Am 5. Juni beginnt der KulturSommer am Kanal 2021 der Stiftung Herzogtum Lauenburg. Noch etwas gezügelt wegen der Pandemie-Vorschriften, dafür so live wie möglich. Das Jahresmotto „Am Ufer – die Freiheit“ lässt hoffen – nicht nur auf spannende Angebote, sondern auch auf möglichst viele Begegnungen zwischen Mensch und Kunst. „Die Kunst ist die Schwester der Seele. Ich bin davon überzeugt, dass sich die Künstler und das Publikum noch nie so nahe gewesen sind wie jetzt in der Pandemie“, sagt Intendant Frank Düwel. Ein Blick ins Programm der ersten Festivalwoche und die Buchungshinweise verdeutlichen, dass sich der KulturSommer in diesem Jahr steigern soll und auf gute Verteilung der Besucher setzt.

Wie man „Büchen erFahren“ kann

Der Auftakt in Büchen ist als nachmittäglicher Spaziergang oder als Spazierfahrt mit dem Rad angelegt, um die Facetten der Gemeinde und die Künste im öffentlichen Raum kennenzulernen. Auf der Streuobstwiese am Schulweg ist Martina Ralfs mit ihren „Kuso-Steinen“ zu entdecken. Baumbilder von Verena Held und der Kulturwerkstatt des Lebenshilfewerks Mölln-Hagenow treffen Skulpturen von Alexis Haeselich am Bahndamm, während Laura Gericke im Ladengeschäft gegenüber dem Bahnhof eine Video-Klang-Installation offeriert. Der Spielplatz an der Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule bietet der Theater-AG mit Silke Jentzsch das passende Ambiente für ihre Videoinstallation. Am Stichkanal lässt sich ein Blick in die Wichtelwelt des Naturparks Uhlenkolk werfen und den Märchen von Anna Malten lauschen. Anja Caroline Franksen errichtet am Ufer eine Kunstinstallation, die nach dem Eröffnungstag einen neuen Standort finden und das gesamte Festival begleiten soll. Drei Leitern mit ihren Sprossen symbolisieren Seelenwanderung und Gottesbezug, Tugenden und Wissenschaften. Die Besucher können selbst erkunden und interpretieren, ob die Freiheit sich im Auf- oder Abstieg zeigt, in der Verbindung zwischen Himmel und Erde oder einfach zwischen zwei Menschen. Ein Flyer mit Skizze zur Eröffnung steht auf der KulturSommer-Webseite zum Download bereit.

Wo sich Himmel und Künste begrüßen

Der europäische Maulwurf wird im Mannhagener Kunstprojekt „Erdbeweger“ von Fred Jorczyk, Gunda Förster-Jorczyk und Uwe Rasmussen auf das Podest gehoben. Foto: Gunda Förster-Jorczyk

Am ersten Wochenende heißen 19 weitere bildende Künstler und Kreative in sieben Orten mit ihrer „Kunst am Wegesrand“ Besucher willkommen. Sie können in Mannhagen am helllichten Tag entlang der Steinau dem „Erdbeweger“ (Maulwurf) begegnen – einer Installation mit Skulpturen und Musik. In Berkenthin und Mölln fungieren Gärten als Galerie, in Roseburg schweben zwischen Waldlabyrinth, Liebespfad und Mühlenteich „Engel dieser Welt“. Auf Gut Wotersen ziehen zauberhafte Porzellangefäße vorübergehend um in die Natur, und auch für die Objekte und Skulpturen der Bildhauerwerkstatt heißt es „Alles muss raus!“ Einen „Weg in die Freiheit“ finden Plastiken, Bilder, Kleidung und Schmuck in Klein Zecher, während Kettensägenobjekte für Jung und Alt auf den idyllisch gelegenen „Müssener Skulpturenpfad“ locken. Plattdeutsche Gottesdienste in Klein Grönau und Mölln bringen am Sonntag auf ihre eigene Weise Gott und die Welt zusammen. Nach diesem schöpferischen Wochenende folgen für das Publikum vier Werktage Pause.

Was für ein Theater

Shakespeare, Gebrüder Grimm, Goethe. Mit großen Namen heizt dann der Freitag (11.6.) die Theaterspielzeit auf dem Lande an. Das beliebte, diesmal für Coronabedingungen maßgeschneiderte und bereits ausgebuchte Kanuwandertheater entlang des Schaalseekanals und der kleinen Seen lässt sich von Shakespeare befeuern. Mit dessen weltbekannter Komödie „Was ihr wollt“ verbindet Regisseurin Michelle Affolter ein zündendes Stück mit der Sehnsucht des Publikums nach bester Unterhaltung in Gemeinschaft. Mehr als zehn Profis und fast 40 Darsteller aus der Region treten in dem szenischen Musiktheater für die Paddler auf. Ob noch Wartelistenplätze verfügbar sind, lässt sich der Termindatenbank des KulturSommer (s. u.) entnehmen. In kleinerer Runde, aber mit genauso viel Power präsentiert die Gruppe „Bühnenreif“ (Theater im Stall) in Klein Zecher „Ach, wie gut, dass niemand weiß …“. Jörn Bansemer, Angela Bertram und Maren Colell spielen und erzählen in der Alten Schule für Erwachsene ihre eigene Fassung von Grimms Märchen. Goethes „Faust“ en miniature steht in Ritzerau auf dem Programm. Mit Puppen, Menschen und Dingen führt das Hermannshoftheater auf dem Heuboden vor Augen, was die Welt im Innersten zusammenhält.

Wie es laufen soll

Für alle Veranstaltungen im KulturSommer am Kanal gelten die jeweils aktuellen Corona-Bestimmungen des Landes Schleswig-Holstein. Weil es organisatorisch und personell spontan zu Änderungen und Absagen im Programm kommen kann, wird ein regelmäßiger Check der Webseite www.kultursommer-am-kanal.de dringend empfohlen. In der Termindatenbank sind alle Veranstaltungen mit Buchungsstand erfasst und aktuell. Dort sind unter dem jeweiligen Termin auch Infos zur Anmeldung erfasst. Die Kontaktnachverfolgung am Veranstaltungsort ist über die LUCA-App möglich.

Veranstaltungsliste von Samstag., 5.6., bis Freitag., 11.6.2021 (Stand: 28. Mai / Änderungen vorbehalten, keine Gewähr)

alle Tage
12.00-18.00 Uhr, Mannhagen, Schmiedestraße 12: „Erdbeweger“ – Kunst und Musik über den Maulwurf von Fred Jorczyk (Installation), Gunda Förster-Jorczyk (Skulpturen) und Uwe Rasmussen (Komposition) 

Samstag, 5. Juni
Auftakt in Büchen zum KulturSommer 2021
14.00-17.30 Uhr, Büchen: „Im Perspektivwechsel – Büchen erFahren“ – Kunstspaziergang im öffentlichen Raum mit Arbeiten von Anja Franksen, Laura Gericke, Naturparkzentrum Uhlenkolk, Theater-AG der Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule (Silke Jentzsch), Anna Malten, Martina Ralfs, Alexis Haeselich, Verena Held mit der Kulturwerkstatt des Lebenshilfewerks Mölln-Hagenow gGmbH
10.00-17.00 Uhr, Wotersen, Gut Wotersen 12: MaterialZauber aus Porzellan von Roswitha Winde-Pauls
11.00-18.00 Uhr, Roseburg, Mühlenweg 24 (Galerie Ma(h)lwerk): „Wir sind die Engel dieser Welt“ – kreatives Engelprojekt von Birgit Waller, Peter Pintatis und Renate Schächinger
12.00-18.00 Uhr, Klein Zecher, Am Müllerweg 1 (Alte Schule): „Weg der Freiheit“ – Bilder, Kleidung und Schmuck von Antje Ladiges-Specht, Skulpturen von Anett Kallweit
14.00-16.00 Uhr, Mölln, Stadtseewerder 1d: Offenes Gartenatelier von Annegret Teetzmann
14.00-17.30 Uhr, Büchen, am Stichkanal: „Und dann wahrscheinlich geradeaus“ – Kunstinstallation zum Thema Freiheit von Anja Caroline Franksen 

Urige Figuren zwischen Bäumen: Kettensägenkünstler Alexis Haeselich gestaltet den Müssener Skulpturenpfad. Foto: Alexis Haeselich

Sonntag, 6. Juni
09.00 Uhr, Klein Grönau, Wegekapelle: Plattdeutscher Gottesdienst mit Henning Eggert
10.00 Uhr, Klein Grönau, Wegekapelle: Plattdeutscher Gottesdienst mit Pastor i. R. Klaus Dieter Niedorff
10.00 Uhr, Mölln, St.-Nicolai-Kirche: Plattdeutscher Gottesdienst mit Pastor i. R. Cord Denker, Pastor Matthias Lage und Vikarin Diana Henschen
10.00-17.00 Uhr, Wotersen, Gut Wotersen 12: Materialzauber aus Porzellan von Roswitha Winde-Pauls
11.00-14.00 Uhr, Müssen, Ausschilderung hinter dem Raiffeisenmarkt: Müssener Skulpturenpfad von Kettensägenkünstler Alexis Haeselich
11.00-18.00 Uhr, Roseburg, Mühlenweg 24 (Galerie Ma(h)lwerk): „Wir sind die Engel dieser Welt“ – kreatives Engelprojekt von Birgit Waller, Peter Pintatis und Renate Schächinger
12.00-17.00 Uhr, Wotersen, Gut Wotersen: „Alles muss raus!!“ – Objekte und Skulpturen aus Holz, Eisen, Beton und Stein von Sybille Horn, Reinhard Sauer, Hans Fuhrke und Hans-Joachim Ruge
13.00-17.00 Uhr, Berkenthin, Drosselweg 29: Ein Garten wird zur Galerie – offenes Atelier von Ilona Kelling und ihren Gästen Eva Maria Noack, Sven Offenbächer und Thomas Haake 

Freitag, 11. Juni
ab 15.00 Uhr, Schaalseekanal ab Schmilauer Brücke: „Was ihr wollt“ – Kanuwandertheater nach William Shakespeare mit Darsteller*innen und Vereinen aus der Region und professionellen Schauspieler*innen, Opernsänger*innen und Musiker*innen. Regie: Michelle Affolter, Ausstattung: Hanna Lenze-Lauch
19.00 Uhr, Klein Zecher, Am Müllerweg 1 (Alte Schule): „Ach, wie gut, dass niemand weiß …“ – Grimms Märchen für Erwachsene von und mit der Gruppe „Bühnenreif“ (Jörn Bansemer, Angela Bertram und Maren Colell) vom Theater im Stall, Neu-Horst
20.00 Uhr, Ritzerau, Forstgehöft 1 (Heubodentheater): „Faust“ – Großes Welttheater en miniature mit Puppen, Menschen und Dingen, auf die Bühne gebracht vom Hermannshoftheater nach Johann Wolfgang von Goethe

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