Digitale Endgeräte für SGB-Hilfeempfänger

Schulverband Stecknitz begrüßt Initiative des Bundes, stellt Verfahren jedoch in Frage.

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Homeschooling. Bild von Markus Trier auf Pixabay
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Berkenthin (pm). Schulverbandsvorsteher und Bürgermeister Friedrich Thorn (Berkenthin) begrüßt ausdrücklich die Bereitstellung von digitalen Endgeräten an SGB-II-Hilfeempfänger. In einem Schreiben an den Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil stellt Friedrich Thorn jedoch das Antrags- und Bewilligungsverfahren in Frage und weist auf mögliche Probleme bei der Einbindung selbst erworbener Endgeräten in das Home-Schooling hin.

„Beide Förderprogramme Digitalpakt und Endgeräte für Hilfeempfänger scheinen nicht miteinander abgestimmt zu sein. Das ist schade und könnte effektiver sein“, so Friedrich Thorn. Hilfeempfänger von SGB-II-Leistungen können zur Beschaffung von digitalen Endgeräten (Tablets) Zuschüsse bei ihrem zuständigen Jobcenter beantragen. Friedrich Thorn hält dieses Verfahren für zu aufwendig und schlägt ersatzweise vor, die erforderlichen Mittel den Schulträgern vor Ort direkt zur Verfügung zu stellen. Diese könnten unbürokratisch und schnell die Mittel einsetzen. Die Schulen beziehungsweise Schulträger könnten die Endgeräte zu günstigeren Konditionen einkaufen und gleichzeitig sicherstellen, dass die Endgeräte ohne Probleme im Schulalltag, insbesondere Homeschooling eingesetzt und somit den Schülern zur Verfügung gestellt werden können. „Natürlich gehört dazu auch die private Nutzung dieser Geräte. Auch die vom Schulträger Stecknitz den Schülern überweiste Endgeräte schließen die private Nutzung ein. Gerade im Homeschooling ist es ein unschätzbarer Wert, wenn Lehrkräfte und Schüler mit dem gleichen Gerät arbeiten. So gleichen sich auch technische Hürden und Probleme durch verschiedene Dateiformate, die Abspielbarkeit von Dateien usw.“, erklärt Verbandsvorsteher Thorn.

Ein technischer Support beziehungsweise Unterstützung bei Fremdgeräten durch die Schule ist dann nicht möglich. Die Schule hat dies in Fällen, wo die Schüler nur die schulische Lernplattform im Browser nutzen sollten bereits erlebt. Dies könnte dazu führen, dass zahlreiche Geräte angeschafft, aber nicht komplett eingerichtet beziehungsweise bestmöglich genutzt werden und so doch wieder zu ungenutzten oder Geräten für den reinen Konsum verkommen, wenn zu Hause nicht das technische Verständnis ist.