Schnelle Ortung nicht nur bei Ertrinkungsunfällen

DLRG Ortsverbände Mölln und Groß Sarau investieren in neue Technik

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Die stellvertretenden technischen Leiter der DLRG Mölln e.V. Christopher Witt und der DLRG Groß Sarau e.V. Jan Beckmann mit den neu angeschafften Geräten. Foto: hfr
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Groß Sarau/Mölln (pm). Bei manchen Einsatzszenarien ist einfach ein Blick von oben nötig, sei es zur Erkundung, zur Lagebeurteilung oder im Zweifel zur Suche vermisster Personen. Dank großzügiger Spenden wurde es den DLRG-Gliederungen Groß Sarau und Mölln nun ermöglicht, zwei Drohnen für den Einsatz anzuschaffen.

Seit 2018 werden die UAV (Unmanned Aerial Vehicles / Systems), umgangssprachlich auch als Drohne bekannt, in der DLRG eingesetzt. Nun können die Wasserretter auch im Kreis auf diese Technik zurückgreifen. Aber nicht nur für die Wasserrettung können die neuen Einsatzmittel eingesetzt werden. Ziel ist es, bis zum Frühjahr die Einheiten breit aufzustellen um auch die Hilfe den Feuerwehren und der Polizei im Kreis anbieten zu können. Aktuell laufen bereits erste Schulungen online, jedoch ist Corona bedingt die Ausbildung am Fluggerät derzeit nur eingeschränkt möglich. Die beiden DLRG-Gliederungen Groß Sarau und Mölln arbeiten bereits jetzt eng zusammen, auch außerhalb der Wasserrettung. Eine mögliche Einbindung in den Katastrophenschutz wird seit mehreren Jahren gemeinsam angestrebt. „Kommt es zu einen Wasserrettungseinsatz, werden wir zukünftig nicht nur Boote und Taucher an den Einsatzort bringen, sondern auch schon die Drohne mitführen. Bisher musste diese bei Bedarf nachgefordert werden. So können wir uns besonders bei der Suche von Personen schneller ein Bild über die Lage verschaffen und wertvolle Zeit gewinnen“, erklärt Christopher Witt, stellvertretender technischer Leiter der DLRG Mölln.

„Mit den wendigen Fluggeräten können große Flächen schnell abgesucht und verunglückte oder vermisste Personen in kürzester Zeit lokalisiert werden. Außerdem hat man von Oben einen besseren Blick als von einem Boot aus“, ergänzt der stellvertretende technische Leiter der DLRG Groß Sarau, Jan Beckmann. Da beide Drohnen vom gleichen Typ sind, kann jede geschulte Einsatzkraft auch mit dem Material der anderen Einheit umgehen. „Durch die enge Verzahnung und den gleichen Ausbildungsstand bietet sich hier die Möglichkeit, bestehende Strukturen weiter zu festigen und im Einsatzfall den Bürgerinnen und Bürgern schneller und effizienter zur Hilfe zu kommen. Aufgrund der vielen Seen in unseren Einsatzgebieten zählt häufig jede Minute. Wegen den pandemiebedingten Einschränkungen gehen wir davon aus, dass wir uns im kommenden Quartal einsatzbereit melden können“, so Christopher Witt weiter.Die Drohnen sind mit modernster hochauflösender Kamera, Wärmebild-Technologie und LED-Lichttechnik ausgestattet.

Ein Drohnen-Einsatzteam besteht immer aus zwei Personen. Einen Piloten, der die Drohne steuert und einen Spotter, der sich um die Bildverarbeitung sowie die Rücksprache mit der Einsatzleitung kümmert. Dieser kann während des Fluges unabhängig vom Drohnenpiloten die Kamera, welche sich unter dem Kopter befindet, frei steuern. Sie ist 360 Grad drehbar und das Bild kann live in das Einsatzleitfahrzeug übertragen werden.

Die knapp 10.000 Euro Investitionskosten konnten durch eine Förderung der Deutschen Stiftung für Ehrenamt und Engagement (DSEE) sowie durch weitere Spenden der Raiffeisenbank Ratzeburg eG (Groß Sarau) und Finanzpartner24 GmbH, Budweg Hochbau undderZimmerei Beuck (Mölln) finanziert werden. Die DLRG Groß Sarau und die DLRG Mölln danken allen Unterstützern.