Corona im Spiegel der Ratzeburger Standesamtsstatistik

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Ratzeburg (pm). Die Coronapandemie hat im vergangenen Jahr auch vor dem Ratzeburger Standesamt nicht Halt gemacht. Dies lässt sich zumindest aus der Jahresstatistik entnehmen, die Ratzeburgs Standesbeamter Andreas Sasse führen muss. Insbesondere die Zahl der Trauungen hat 2020 deutlich abgenommen.

„Wir haben einen Rückgang von Eheschließungen in der Größenordnung von rund 30 Prozent verzeichnet“, kann Andreas Sasse berichten. Während sich 2019 noch 126 Paare im Ratzeburger Standesamt das Ja-Wort gaben, wurde der Bund fürs Leben 2020 nur 90 Mal geschlossen. Ein Trend, der sich auch in den umliegenden Standesämtern zeigt, wie Sasse weiß.

Vor allem auswärtige Hochzeitsgesellschaften speziell aus anderen Bundesländern, die Ratzeburgs schöne Insellage gerne für ihre Feierlichkeiten nutzen, sind im vergangenen Jahr ausgeblieben. Auch die Durchführung von Trauungen im Standesamt unterschied sich deutlich im Vergleich zur gewohnten Zeremonie. Abhängig von den geltenden Coronabeschränkungen waren und sind zeitweise nur die Brautleute und der Standesbeamte im Trauzimmer anwesend, keine Trauzeugen, keine Familienangehörige oder Freunde. „Allerdings halten die aktuellen Pandemieeindämmumgsmaßnahmen Paare weiterhin nicht von der Planung ihrer Hochzeit ab“, stellt Andreas Sasse fest. Dies zeigen ihm die gegenwärtigen Urkundenbestellungen für die Anmeldung zur Eheschließung. „Leider lässt sich zur Zeit noch nicht abschätzen, wie und in welchem Rahmen die Eheschließungen in diesem Jahr stattfinden können. Waren bisher meistens nur ein Plan A und B, für die Planung einer Hochzeitsfeier ausreichend, so scheint es für 2021 sinnvoll, auch noch einen Plan C, D, E und F zu haben“, sagt Sasse mit Blick auf die Unwägbarkeiten der Pandemie.


Ratzeburgs Standesbeamter Andreas Sasse im Trauzimmer des Ratzeburger Rathauses. Foto: Stadt Ratzeburg

Froh ist er hingegen, dass sich in den Jahreszahlen keine Übersterblichkeit abzeichnet. Die Registrierung von Todesfällen ist auf einem durchschnittlichen Jahresniveau. Ein Indiz, dass sich die Coronapandemie hier noch nicht in der Weise zeigt, wie es aus anderen Standesamtsbezirken im Bundesgebiet leider gemeldet werden muss. Merkbar erscheint allerdings der Frühjahrslockdown in der Standesamtsstatistik. Die Geburtszahlen im Dezember lagen schon deutlich höher als im Vorjahr. Auch in der ersten Hälfte des Januar 2021 hält dieser Trend an. Bereits jetzt wurden dem Standesamt Ratzeburg so viele Geburten angezeigt, wie im vergangenen Jahr erst zum Monatsende. „Ich kann nur vermuten, dass dies etwas mit den Beschränkungsmaßnahmen zu tun hat. Aber der zeitliche Zusammenhang ist schon auffällig“, so Andreas Sasse, durchaus erfreut, da Einträge ins Geburtenregister zu seinen Lieblingsaufgaben gehören.