Bürgermeister sorgen sich um lebendige Kirchengemeinden

609
Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von

Berkenthin (pm). Der Amtsausschuss Berkenthin sieht die geplante Streichung von Planstellen bei den Pastorinnen und Pastoren im Lauenburgischen sehr kritisch. Der jüngst von der Kirchenkreissynode Lübeck-Lauenburg beschlossene Pfarrstellen-Verteilungsplan könnte eine nahezu Halbierung der Stellen bedeuten. Die Pfarrstellen in Berkenthin, Krummesse, Groß Grönau, Nusse, Behlendorf, Siebenbäumen und Sandesneben sind derzeit mit acht Pastoren besetzt. Mit Beschluss der Synode wird eine Absenkung auf 4,5 Stellen bis 2030 befürchtet.

„Wir sorgen uns sehr um unsere lebendigen Kirchengemeinden“ führt Amtsvorsteherin Iris Runge (Sierksrade) aus und verweist gleichzeitig auf die vielfältigen Aufgaben, die von den Pfarrstellen wahrgenommen werden. „Viele von uns denken an Gottesdienste, an Hochzeiten und an Beerdigungen, mit denen unsere Pastorinnen und Pastoren als Persönlichkeiten und als Kirche insgesamt wahrgenommen werden. Die Pastorinnen und Pastoren sind aber mehr als das und sind integrativ, seelsorgerisch und ausgleichend tätig und jederzeit vor Ort ansprechbar“, so Iris Runge weiter.

Mit der Streichung der Stellen wird daher von den Bürgermeister der Stecknitz-Region auch ein Stück weit der Verlust an Menschlichkeit, Vertrauen und Verlässlichkeit gesehen. Darüber hinaus sind die Kirchengemeinden vielfach Trägerinnen von sozialen Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten. An der Spitze dieser Einrichtungen stehen die Pastoren und werden auch als solche nach Außen wahrgenommen.

Dem Mitgliederschwund und damit den wegbrechenden Kirchensteuer-Einnahmen in Teilen mit einem Pfarrstellen-Verteilungsplan zu begegnen, der auf eine Stellenkürzung hinausläuft, könnte auch das Gegenteil bewirken. Die Verantwortlichen des Amtes verbinden die pauschalen Stellenplanstreichungen mit der Gefahr, dass die Identität mit der Kirche weiter abnehmen und damit die Zahl der Kirchenaustritte in einer Abwärtsspirale weiter zunehmen könnte.

Vorheriger ArtikelFührungswechsel beim Kiwanis Club Ratzeburg
Nächster ArtikelKrummesser Martinsmarkt 2020 abgesagt
Bei Pressemitteilungen handelt es sich nicht um eine neutrale beziehungsweise kritische Berichterstattung im klassischen journalistischen Sinne. Es sind in der Regel Texte von Parteien, Organisationen, Institutionen und Unternehmen und schildern oft nur eine Sicht der Dinge. Die Redaktion von Herzogtum direkt prüft Pressemitteilungen vor Veröffentlichung stets nach bestem Wissen und Gewissen. So werden unter anderem Superlative und nicht belegbare Behauptungen aus den Texten entfernt.