‚Schule in Zeiten der Pandemie ist ein Balanceakt für alle Beteiligten‘

Ministerin Karin Prien dankte im Landtag Lehrkräften, Eltern und Schülern

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Kiel (pm). Schleswig-Holsteins Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Karin Prien gab heute (26. August) im Kieler Landtag die Regierungserklärung zum Thema „Lernen in der Pandemie – Perspektiven für unsere Kinder“ ab und sie machte dabei deutlich, dass Bildung und Schule für die Landesregierung“ „ganz oben auf der Tagesordnung“ stehen. „Bildung hat Priorität. Sie gehört zu den wichtigsten Lebensbereichen, die wir jetzt gemeinsam zugleich schützen und offenhalten müssen“, sagte Prien. Sie dankte den Schulleitungen, den Lehrkräften und Schülern und den Eltern für alles, was sie seit März bis heute leisteten und forderte dazu auf, „die Dinge weiter gemeinsam, mit Wohlwollen und der Bereitschaft zur Nachsicht anzugehen“. Prien bezeichnete es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, „Kinder und Jugendliche stark zu machen, damit sie mit einem Leben und Lernen in der Pandemie zurechtkommen.“

Die Pandemie habe in besonderer Weise deutlich gemacht, welchen Wert Schule habe. „Schule ist mehr als nur ein Ort zum Lernen. Schule ist ein unverzichtbarer Ort des sozialen Miteinanders“, so die Ministerin. Umso wichtiger sei es, so viel Präsenzunterricht wie möglich für alle Schüler in Schleswig-Holstein zu ermöglichen. Das sähen auch die meisten Lehrkräfte so, sie seien „selbstverständlich wieder im Klassenraum und freuen sich, ihre Schülerinnen und Schüler wieder regelmäßig im Unterricht zu sehen. Und diejenigen, die eines besonderen Schutzes bedürfen, bekommen ihr“, betonte die Ministerin, denn die Gesundheit und das Wohlbefinden der Lehrkräfte seien entscheidend für den Erfolg von Schule. Prien berichtete, dass das Land auch vor diesem Hintergrund Mund-Nase-Bedeckungen für die Lehrkräfte beschafft habe und jetzt auch Faceshields bestellt worden seien. Außerdem stünden im Haushaltsjahr 2020 zusätzliche fünfzehn Millionen Euro aus Landesmitteln zur Verfügung, um die Schulträger bei Hygienemaßnahmen zu unterstützen. Die aktuell im Koalitionsausschuss in Berlin weiter beschlossene Unterstützung in Höhe von 500 Millionen Euro werde zudem helfen. „Wir sorgen für die Sicherheit unsere Lehrkräfte. Aber wir halten uns auch an Recht und Gesetz““, betonte die Ministerin. Lehrkräfte könnten nicht anders behandelt werden als Polizeibeamte oder Pflegepersonal.

Die ersten Wochen des neuen Schuljahres haben nach Ansicht von Ministerin Prien gezeigt, dass die gemeinsamen Anstrengungen aller erfolgreich waren: „Es ist gelungen, Einzelfälle zu kontrollieren und den Regelbetrieb für die allermeisten aufrecht zu erhalten.“ Bei 951 Schulstandorten im Land seien bisher lediglich 30 von kurzzeitigen und teilweisen Beeinträchtigungen durch Corona betroffen gewesen, 37 Personen seien positiv getestet worden. Keine der Schulen sei durch den Schulstart zu einem Hotspot im Land geworden, aber, so betonte die Ministerin auch: „Wir müssen wachsam bleiben – tagtäglich aufs Neue.“

Prien appellierte: „Jede und Jeder von uns trägt in dieser Krise Verantwortung. Wer krank ist, bleibt zu Hause, wer auf sein Testergebnis wartet, bleibt auch zu Hause.“ Abstandhalten und Maske tragen blieben geboten. Es gelte nun, die Balance zu halten, damit auch zukünftig so wenig Schüler in den Distanzunterricht geschickt werden müssten. „Dennoch bereiten wir uns natürlich weiter darauf vor, in hybride Unterrichtsmodelle oder den digitalen Distanzunterricht eintreten zu können. Wir haben einen Masterplan Digitalisierung entwickelt und eigens für das Thema digitale Bildung einen Arbeitsstab im Ministerium eingerichtet“, erläuterte Prien. Es gehe dabei nicht nur um die Verbesserung der Ausstattung von Schulen, Lehrkräften und Schülern, sondern auch darum, wie digitalisierter Unterricht am besten umgesetzt werden könne. Das sei eine immense Herausforderung für alle Beteiligten, denn „wir erleben gerade einen der umfassendsten Transformationsprozesse im absoluten Zeitraffer“, sagte die Ministerin. Schule sei jedoch ein lernendes System und deshalb sei sie zuversichtlich, dass „wir es mit den Eltern, den Schulleitungen und unseren Lehrerinnen und Lehrern sowie allen anderen an Schule Tätigen gemeinsam durch diese Krise schaffen“.