Wenn ein Virus durchgeht – Pferdehaltung in Zeiten von Corona

Wie das Coronavirus den Alltag in Pferdeställen verändert: neue Regeln, neue Wege

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Martin Bruns mit einem Stutfohlen (geb. am 10.03.2020) und Mutterstute. Foto: hfr
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Herzogtum Lauenburg (pm). Ställe dicht? Kein Zutritt mehr? Allein die Vorstellung, dass der Kontakt zum eigenen Pferd durch das Coronavirus eingeschränkt ist, sorgt bei vielen Pferdebesitzern für Sorgen und Verunsicherung.

Wer sein Pferd in einer Mietbox untergebracht hat, steht nun vor neuen Herausforderungen. Denn auch wenn der Erreger wütet, brauchen die Tiere eine gleichbleibende und individuelle Versorgung: Pflege, Futter, Kontakt und Auslauf sind nur die wichtigsten Aspekte zur langfristigen Gesunderhaltung der Vierbeiner. Wie diese Versorgung gewährleistet wird, unterscheidet sich von Stall zu Stall. Von der reinen Boxenmiete bis hin zu einem All-inclusiv-Angebot ist alles zu haben. Doch egal wie die Unterbringung der Pferde geregelt ist, ein Aspekt bleibt immer der gleiche: Die Besitzer wollen in den Stall, um ihren Tieren nahe zu sein.

Das ist jetzt – in Zeiten von Corona – nicht mehr so einfach. Denn Bund und Länder haben zur Eindämmung des Virus Ausgangsbeschränkungen beschlossen, die auch den gewohnten Alltag im Stall auf den Kopf stellen: neue Zeiten für Ross und Reiter. In dem Reitstall von Martin Bruns wird sich strikt an die Vorgaben von Kreis, Land und Bund gehalten; gleichwohl müssen die artgerechte Versorgung und Pflege der Tiere weiterhin gewährleistet sein.

Während es bis vor wenigen Tagen noch möglich war, das eigene Tier jederzeit zu sehen, ist das nun nicht mehr drin. Denn mehr als zwei Personen dürfen zur gleichen Zeit nicht anwesend sein – das gilt auch im Stall. Reitstunden und gemeinsame Ausritte sind momentan passé. Auf das Reiten wird so weit wie möglich verzichtet – dies auch, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren und das Rettungspersonal nicht noch zusätzlich zu belasten.

Die praktische Umsetzung aller Anforderungen im Stall erfordert eine gute Planung. Telefonische Terminabsprachen mit den Stallbesitzern sind eine Möglichkeit, Menschenansammlungen zu vermeiden. Noch praktischer ist jedoch eine Online-Lösung, wie sie in dem Ratzeburger Reit- und Zuchthof Bruns zum Einsatz kommt. Eine internetbasierte Anwendung ermöglicht eine Termin- und Koordinationsplanung unter den Einstellern und sorgt zugleich für eine effektive Dokumentation: „Die eingeleiteten Maßnahmen zur Umsetzung der Verfügungen sind bei den Einstellern trotz der erheblichen Einschränkungen und des Umstandes, dass ihnen in der Reithalle eine Fläche von 800 Quadratmetern und insgesamt eine Fläche von 35.000 Quadratmetern zur Verfügung stehen, auf vollstes Verständnis gestoßen. Das neue Procedere hat sich gut eingespielt. Es ist schön zu sehen, dass wir auch mit solch ungewohnten Herausforderungen gut zurechtkommen können.“