Wölfe im Bereich Gudow? Fotofalle auf der Grünbücke schnappte zu

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Ein Wolf in der Fotofalle. Foto: Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
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Gudow (pm). Wölfe sind die bisher seltensten Wildtiere auf der ansonsten sehr erfolgreich angenommenen Grünbrücke bei Gudow im Kreis Herzogtum Lauenburg. Rot- und Damwild, Rehe und Wildschweine sind neben Füchsen, Hasen und Marderhunden die häufigsten Arten auf der Querungshilfe.

Nun hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein einen deutlichen Hinweis darauf, dass die Wildkamera tatsächlich wieder Wölfe aufgenommen hat: Im Rahmen des vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein finanzierten und von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein organisierten Wildtiermonitorings auf den Grünbrücken des Landes sind kurz hintereinander gleich zwei Fotos auf der Grünbrücke über die A 24 mit einer Fotofalle geschossen worden. „Auch wenn die Bildqualität laut Experten nicht für einen eindeutigen Nachweis, einen so genannten „C1-Nachweis“ ausreicht, halten wir es für gut möglich, dass es sich um zwei Wölfe handelt“, erklärt der Leiter des Monitorings, Dr. Björn Schulz, von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

„Wenn wir mit der Diagnose Wolf richtig liegen, bleibt unklar, ob es sich um zwei gemeinsam wandernde erwachsene Tiere handelt, ob die Mecklenburgischen Jungwölfe einen Ausflug unternommen haben oder ob es sich sogar um Ansiedlungsversuche eines Pärchen handelt“, sagt Schulz. Sollten weitere Verdachtsfotos von Wölfen existieren, wird um Meldung unter der Landeswolfshotline 0174 6330335 oder per mail an den Koordinator der Wolfsbetreuung Schleswig-Holstein jens.matzen@gmx.de gebeten.

Das Monitoring der Querungshilfen, also die wissenschaftliche Überwachung wie sie angenommen werden, liegt von 2019 bis 2023 auf allen fünf Grünbrücken des Landes in den Händen der Stiftung Naturschutz. Neben den großen Säugetieren werden aber auch kleine Säugetiere sowie Heuschrecken, Laufkäfer und die Vegetation untersucht. Mit Hilfe dieser Erfassungen kann abgeschätzt werden, ob die Querungshilfen ihrem Ziel gerecht werden, nämlich allen von der Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Autobahnen betroffenen Arten die sichere Überquerung der Autobahn zu ermöglichen.