‚Wer, wenn nicht wir?‘

Möllner Schulen beteiligen sich an bundesweiten Langzeit-Kunstprojekt gegen Gewalt und Rassismus.

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Eines der Möllner Schülerbilder gegen Gewalt und Rassismus. Foto: hfr
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Mölln (pm). Möllner Schüler der ersten bis zehnten Klassenstufe haben sich in den vergangenen Wochen inhaltlich und künstlerisch mit Gewalt in unserer Gesellschaft und ihren zunehmend rassistischen Ausformungen auseinandergesetzt und dabei eine ganze Reihe beeindruckender Werke erschaffen. Den Anstoß dazu gab der Verein Miteinander leben im Rahmen eines bundesweiten Ausstellungsprojekts „Wer, wenn nicht wir?“ der Ludwigshafener Grafikerin Silvia Izi.

Seit 1992 motiviert Silivia Izi Kinder und Jugendliche in dieser fortlaufenden Kunstaktion dazu, ihre Ängste und Hoffnungen, Wünsche oder Visionen zu Gewalt und Rassismus bildnerisch auszudrücken. Mehr als 300 Schulen, Jugendeinrichtungen und Kitas haben sich seither von dieser Idee inspirieren lassen und mit ihren Exponaten zu einer immer aktuellen Wanderausstellung beigetragen, die zu einer mobile Demonstration, aber auch zu einer eindrücklichen Werbung für mehr Toleranz und ein friedliches Miteinander geworden ist. Diese Wanderausstellung wollen die Initiatoren nun 27 Jahre nach den Möllner Brandanschlägen von 1992 im landesweiten „Jahr der Politischen Bildung“ aller Schulen Schleswig-Holsteins nach Mölln holen und mit Möllner Schüler-Bildern vergrößern.

Eines der Möllner Schülerbilder gegen Gewalt und Rassismus. Foto: hfr

„Wir waren im Verein Miteinander leben e.V. vom Umfang dieses Projektes und der Beständigkeit seiner Idee fasziniert und fanden, dass Mölln mit seinen Schulen und seiner Geschichte unbedingt Teil dieses Projektes sein sollte“, sagte Mark Sauer, Vorsitzender des Vereins und fand mit Unterstützung vom Fachberater für Kulturelle Bildung Jörg Rüdiger Geschke dafür Zuspruch in der Till-Eulenspiegel -Schule, der Grundschule Tanneck, der Steinfeldschule, der Gemeinschaftsschule Mölln sowie dem Marion-Dönhoff-Gymnasium. Etwa 100 Exponate wurden als Möllner Beiträge für das Ausstellungsprojekt „Wer, wenn nicht wir?“ eingereicht. 50 von ihnen wurden jetzt von einer Jury, bestehend aus Künstlerin Eva Ammermann, Künstler Ebrahim Sharghi, Antje Buchholz vom Verein Miteinander leben e.V., der Lehrerin Susanne Malerius als Vertreterin der Möllner Schulen sowie Mölln Bürgervorsteher Jan Frederik Schlie und Jörg-Rüdiger Geschke für eine Ausstellung ausgewählt, die zusammen mit 40 Tafeln der bundesweiten Wanderausstellung „Wer, wenn nicht wir?“ vom 19. bis zum 28.November in der Gemeinschaftsschule Mölln ausgestellt sind.

Eine Möllner Jury, bestehend (vre.) aus Bürgervorsteher Jan Frederik Schlie, Lehrerin Susanne Malerius als Vertreterin der Möllner Schulen, Antje Buchholz vom Verein Miteinander leben e.V., Künstlerin Eva Ammermann, Künstler Ebrahim Sharghi sowie Jörg-Rüdiger Geschke (nicht im Bild) wählt 50 Schülerkunstwerke für die Ausstellung „Wer, wenn nicht wir?“. Foto: hfr

„Die Jury war von der Resonanz seitens der Möllner Schulen sowie der Fülle und der Qualität der eingereichten Exponate schlichtweg begeistert“, sagte Organisator und Juror Jörg-Rüdiger Geschke. So ist beispielsweise in der Gemeinschaftsschule eine eigenständige Ausstellung mit vielfältigen Formen Bildender Kunst entstanden, die nach Willen der Jury in Gänze erhalten bleiben und gezeigt werden soll. Weitere Exponate werden als Reproduktionen im öffentlichen Raum präsentiert, auf Großplakaten in der Möllner Hauptstraße wie auch in den Schaufenstern zahlreicher Geschäfte, deren Inhaber sich spontan bereit erklärten, diese künstlerische Initiative zu unterstützen.

Eines der Möllner Schülerbilder gegen Gewalt und Rassismus. Foto: hfr

Die Hauptausstellung im Atrium der Gemeinschaftsschule Mölln wird am Montag, 18. November, um 18 Uhr im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung eröffnet. Die Öffnungszeiten bis zum 28. November sind an Schultagen von 9.30 bis 17 Uhr und am Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Insbesondere Schulklassen sind eingeladen, sich die Bilder anzuschauen und auf ausgelegten Blättern Kommentare und Eindrücke niederzuschreiben und sich an der Auswahl der zehn Möllner Bilder für die bundesweite Ausstellung zu beteiligen.