‚Wir sind nicht still‘ – Demonstration und Kundgebung am Reformationstag in Ratzeburg

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"Mut verbindet - Menschenwürden achten" unter dieses Motto hat das Ratzeburg-Berkenthiner Organisationsteam die diesjährige Demonstrationsveranstaltung "Wir sind nicht still!" am Reformationstag gestellt (v.li.) Bürgermeister Gunnar Koech, Mark Sauer, Götz Salisch, Ulla Redecker, Gesine Biller, Pröpstin Frauke Eiben, Pastor Wolfgang Runge und Maike Bendig. Foto: Thomas Biller
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Ratzeburg (pm). Am Reformationstag 2018 versammelten sich in Berkenthin rund 1.000 Menschen (Herzogtum direkt berichtete), um unter dem Titel „Wir sind nicht still!“ gegen die zunehmend ausgrenzende bis offen rassistische Art und Weise zu demonstrieren, mit der über Migranten in der Öffentlichkeit gesprochen und mit der auch die Vielfalt unserer Gesellschaft in Frage gestellt wird. Der Runde Tisch für Willkommenskultur in Berkenthin und Umgebung setzte zusammen mit der Berkenthiner Kirchengemeinde hier ein eindrucksvolles Zeichen für ein tolerantes Miteinander. Schon während der Veranstaltung entwickelte sich die Idee, solch eine Kundgebung zu diesen Themen, die ganz viel Bezüge auch im Reformationstag finden, fortzuführen, jährlich und vielleicht an jeweils wechselnden Orten im Kreis.

Im Frühjahr griff das Ratzeburger Bündnis diese Anregung auf und erörterte mit den Ideengebern aus Berkenthin die Möglichkeit einer gemeinsamen Fortsetzung am diesjährigen Reformationstag in Ratzeburg, unter Beibehaltung des Titels und der Botschaften für Mitmenschlichkeit, Toleranz, Vielfalt und Integration und gegen Rassismus und Populismus. Dieses kooperative Ansinnen, dem sich auch der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, die Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen, der Verein Miteinander leben e.V. sowie weitere Willkommenskulturen der Region anschlossen, trug schnell Früchte und ein Programm für eine Demonstration mit anschließender Kundgebung in Ratzeburg wurde konkret, ebenso wie das Motto „Mut verbindet – Menschenwürde achten“. 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre „Friedliche Revolution“ standen hierbei Paten.

So soll es am Donnerstag, 31. Oktober 2019, um 11.30 Uhr einen weiteren Demonstrationszug geben, beginnend am Rathaus, über die Südliche Sammelstraße und die Langenbrücker Straße bis zum Ratzeburger Marktplatz. Dort wird zu einer gemeinsamen Kundgebung geladen, die mit Unterstützung von Fazilitatorin Helga Reihl aus Lübeck sehr vernehmbar und durchaus laut in Form eines „Drum Circle“ ausgestaltet wird. Ein „Drum Circle“ ist ein großes Trommelevent zum Mitmachen, das Menschen rhythmisch wie kommunikativ verbindet und auf der Kundgebung die Wortbeiträge umrahmen soll. Bürgermeister Gunnar Koech, Pröpstin Frauke Eiben, Konstantin von Notz (MdB) und Gesine Biller von der „Partnerschaft für Demokratie“ haben bereits Ansprachen zugesagt. Musikalisch wird die Kundgebung ihren Ausklang finden mit Musik von Lukas Kowalski, bevor die Teilnehmer eingeladen sind zu einem Catering der Willkommenskultur Ratzeburg sowie zur Präsentation einer neugestarteten Plakataktion unter den gleichlauteten Veranstaltungsmotto „Mut verbindet – Menschenwürde achten“.

Demonstration und Kundgebung werden getragen von der Stadt Ratzeburg, die seit vielen Jahren das Netzwerk des Ratzeburger Bündnisses begleitet: „Ich würde mich freuen, viele Bürgerinnen und Bürger aus Ratzeburg und Umland am Reformationstag in unserem Zug begrüßen zu können, um abermals ein deutliches Zeichen für Respekt und gegen Rassismus aus Ratzeburg auszusenden. Eine Tradition, die wir schon seit vielen Jahren nicht nur in Wort, sondern vor allem in konkreten Taten und Aktionen sehr pflegen“, sagte Bürgermeister Gunnar Koech als Schirmherr der Veranstaltung. „Dabei unterstützt uns einmal mehr das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen unserer „Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen“.