Eine erfolgreiche Weißstorchsaison 2019 trotz Sommerhitze

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Auch 2019 war wieder eine erfolgreiche Weißstorchsaison im Herzogtum Lauenburg. Foto: hfr
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Herzogtum Lauenburg (pm). Die Brutsaison für den Wappenvogel des NABU, den Weißstorch, kann als erfolgreich bezeichnet werden. Es sind 101 Jungvögel auf den Weg in Süden ausgeflogen. Als nächst höhere Zahl sind 94 Jungtiere im Jahr 2014 dokumentiert. Das Brutergebnis ist unter anderem auch auf eine gute Nahrungssituation mit vielen Mäusen zurückzuführen.

Dieses Jahr wurde der erste Storch des Jahres in Berkenthin am 12.2. auf dem Nest gesichtet, der zweite am 13.2. in Nusse und der dritte am 21.2. in Lanze.

Es hielten sich in diesem Jahr etliche, beringte Störche im Kreis auf: in Berkenthin und Kulpin waren die Ableseversuche erfolglos, dagegen in Basedow, Büchen-Dorf, Giesensdorf, Havekost, Kehrsen und Kühsen erfolgreich. Durch Ablesung der Ringe der beiden Lanzer Störche ist das Alter von dreizehn und vierzehn Jahre belegbar. Es sind die wohl ältesten Störche im Kreisgebiet.

Mit einem verletzten Bein wurde ein Jungstorch aus Wentorf zur weiteren Pflege nach Eekholt gebracht. Im Frühjahr wird sich dort entscheiden, ob der Vogel entlassen werden kann.

In diesem Jahr wurden 54 von 167 im Kreis bekannten Nestern genutzt, aus 40 Nestern flogen erfolgreich Jungvögel aus. In Hamfelde, Koberg und Wangelau wuchsen jeweils vier Jungstörche heran, des weiteren jeweils 3 x 1-er, 13 x 2-er und 20 x 3-er Gelege. So brüteten in diesem Jahr sechs Paare mehr als im Vorjahr, so dass insgesamt 40 (2018 – 34) Brutpaare erfolgreich 101 (2018 – 72) Jungtiere aufzogen. Nur 5 (2018 – 7) Paare hatten keinen Bruterfolg.

Im Tierpark Krüzen wurden auch in diesem Jahr erfolgreich zwei Jungstörche aufgezogen. Sie sind in der obengenannten Statistik nicht mitgezählt, da sie als fütterungsabhängig gelten.

Nachdem in Havekost ein toter Jungstorch aus dem Nest entfernt wurde, lag zwei Tage später ein zweiter Jungstorch tot in der näheren Umgebung. Beide Vögel sind zu weiteren Untersuchungen ins Landeslabor nach Neumünster bzw. Göttingen eingeliefert worden, da der Verdacht auf eine Vergiftung besteht.  Erfreulicherweise sind in diesem Jahr insgesamt nur dreizehn (2018 – 26) tote Jungstörche bekannt geworden, außerdem der Rauswurf eines Eies aus dem Klinkrader Nest.

In diesem Jahr sind die Störche wieder wie gewohnt im August in den Süden gestartet. Mehrfach wurden Junggesellentrupps von bis zu acht Störchen im Süd-, wie auch im Nordkreis, beobachtet. Zur Abflugzeit wurden im Raum Schönberg weit mehr als 30 Störche beobachtet.

Die Storchenbetreuer des NABU Mölln bedanken sich für die Rücksendung der bei den Nestbesitzern verteilten Erfassungsbögen und freuen sich weiterhin über jegliche Meldungen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg zum Thema Weißstorch. Da der Weißstorch unter das Artenschutzrecht fällt, werden die auflaufenden Daten gesammelt und am Ende der Storchensaison an das Michael-Otto-Institut im NABU in Bergenhusen gemeldet, wo sie nicht nur Schleswig-Holstein weit, sondern auch bundes- und alle zehn Jahre sogar weltweit ausgewertet werden.

Der NABU Mölln bedankt sich auf diesem Wege ganz herzlich bei allen Storchennestbesitzern für die Rücksendung der Erfassungsbögen, bei Privatleuten über Beobachtungsinformationen und Firmen und Feuerwehren des Kreises für ihre Unterstützung. Ein ausdrücklicher Dank gelte der Firma Manske Baumaschinen, Breitenfelde, für ihre freundliche Unterstützung der Schutzbemühungen.