Weiter geht’s: Deckel sammeln gegen Polio

480
Die Landfrauen Berkenthin sammeln weiter Plastikdeckel gegen Polio. Foto: hfr
Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von

Herzogtum Lauenburg (pm). Manch einer wird sich an den Slogan erinnern: „Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam“. Hierzulande wurde das Poliovirus in den letzten Jahrzehnten zurückgedrängt, aber in vielen Ländern dieser Erde fehlt schlichtweg das Geld für den Impfstoff.

1985 starteten weltweit alle Rotary Clubs ein großes Projekt: ENDPOLIONOW. Das Ziel: Bis 2020 sollte die Übertragungsketten des Virus auf der Erde unterbrochen werden. Mit der bundesweiten Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ ergriff Rotary Deutschland 2013 die Initiative, indem zum Sammeln von Plastikdeckel aufgerufen wurde. 1.105 Tonnen Deckel wurden erfasst, transportiert und verwertet. Der Erlös von 270.000 Euro finanzierte über drei Millionen Impfungen.

Auch die LandFrauen aus dem Ortsverein Berkenthin und Umgebung leisteten wiederholt ihren Beitrag – aktuell in Form zweier Wagenladungen voll bunter Plastikdeckel, die sie Dennis Kissel, Rotarier, Mitbegründer des Vereins „Deckel drauf“ und Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH), übergaben. Mit dabei war Eva-Maria Goldt-Klimkeit von der Selbsthilfegruppe für Menschen mit Kinderlähmungsfolgen, die bestätigte, dass auch aus ihrer Sicht jeder Deckel zählt und hilft.

Nach gut fünf Jahren stellt Rotary die Sammlung nun allerdings ein. Gründe dafür sind u.a. sinkende Rohstoffpreise, die Tatsache, dass ab 2020 eine EU-Richtlinie verlangt, dass PET-Flaschen mit Deckel zurückgegeben werden müssen, sowie der große zeitliche und logistische Aufwand, den die Aktion den ehrenamtlichen Deckelsammelnden abverlangt.

Aber, Halt! Ganz Gallien? Nein! Zwei von unbeugsamen Deckelsammlern bevölkerte Landkreise hören nicht auf, dem Polio-Virus Widerstand zu leisten und sammeln weiter: In den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn führt „Deckel drauf“ die Sammlungen fort.

Dank des unermüdlichen Einsatzes und der Fachkompetenz von Dennis Kissel können weiterhin Plastikdeckel an den Recyclinghöfen der AWSH sowie den übrigen bekannten Sammelstellen abgegeben werden, um den Kampf gegen Kinderlähmung zu unterstützen.