Mölln: CDU und FDP wollen keine Fahrbahnverengung am Wassertor

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Sprechen sich gegen eine Fahrbahnverengung am Wassertor aus: (v.li.) Dieter Ruhland (FDP), Christiane Gehrmann (CDU), Horst Kühl (CDU) und Jan-Frederik Schlie. Foto: Anders
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Mölln (aa). Um die Wiederherstellung der Fahrbahnverengung in der Möllner Hauptstraße auf Höhe des Wassertores ging es kürzlich im Rahmen eines Pressegesprächs der Möllner CDU. „Es ärgert uns, dass die falschen Argumente genutzt werden“, erklärt CDU-Mitglied Horst Kühl, der gegen eine erneute Einengung des besagten Bereichs ist. In der vergangenen Bauausschusssitzung am 22. August wurde dieses Thema diskutiert und in einen Arbeitskreis verwiesen.

„Wenn jetzt die Einengung wieder kommt und sich dann an der Stelle Busse begegnen, bricht in der Innenstadt der Verkehr zusammen. Wir sind der Meinung, dass der Verkehr durch die Ampelschaltung schon ausreichend reduziert ist“, so Kühl weiter. Eine erneute Verengung der Fahrbahn würde seiner Meinung nach keine Verkehrsreduzierung bringen. „Aufgrund des Klimanotstands sind wir verstärkt auf den ÖPNV angewiesen. Da wäre eine Verengung kontraproduktiv. Durch die kurze Ampelphase ist das alles schon effektiv und verkehrssicher gestaltet“, ist sich Kühl sicher, „Es fahren nach wie vor Leute von der Schmilauer Straße, über die Ratzeburger Straße auf die B 207 in Mölln Nord. Aber ein Großteil fährt auch durch die Innenstadt. Wir erziehen die Leute aber so schnell nicht um.“ Würde man den Verkehr verstärkt aus der Innenstadt heraushalten, hätte man aus Sicht der Christdemokraten am Ende nur eine Verlagerung des Verkehrs auf andere Stadtteile erreicht. Kühl: „Noch verlagern wir nur, noch reduzieren wir den Verkehr nicht.“ Dafür bedürfte es einer Südumgehung sowie einer Nordumgehung. Erstere wurde aber vor einigen Jahren im Rahmen eines Bürgerentscheids verneint und letztere kann erst umgesetzt werden, wenn die Ratzeburger Umgehungsstraße von Land durchgeplant und gebaut wird. „Die Altstadt einfach dicht machen, funktioniert nicht“, bringt es Kühl auf den Punkt.

Auch Dieter Ruhland (FDP) hält von einer Verengung am Wassertor gar nicht. „Vom Aufhalten des Verkehrs wird die Umweltbelastung nicht weniger“, sagt Ruhland, „Einzelmaßnahmen bringen gar nicht. Dadurch ist der Verkehr nicht weg, sondern nur verlagert. Die Belastungen durch den motorisierten Individualverkehr müssen gerecht verteilt sein. Wenn nur einzelne Stadtteile belastet werden, ist das nicht gerecht.“ Ruhland schlägt daher vor aus allen Interessensgruppen Vertreter an einen Tisch zu holen, wo jeder seine Vorschläge vortragen könne. „Daraus muss man dann ein Konzept entwickeln, dass von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen wird. Wir brauchen eine Umgehungsstraße im Norden und wir werden auf Dauer auch eine zweite südliche Kanalquerung brauchen. Jetzt ist schon laufend Stau und es wird schlimmer“, erklärt Ruhland.

Mit einem Antrag zur nächsten Bauausschusssitzung will die CDU zudem eine weitere Möglichkeit der Verkehrsberuhigung in der Hauptstraße prüfen lassen. Laut Kühl kämen viele Leute, oft Touristen, per PKW oder in ganzen Bussen auf dem Mühlenplatz an und wollten dann über die Hauptstraße hoch zu Marktplatz. Dazu Kühl: „Wir schlagen daher vor zu prüfen, ob hier die Installation einer Bedarfsampel möglich ist.“

Ein weiterer Antrag der CDU im Bauaussschuss wird die Einführung der Technik „Parkticket per App“ sein. „Ratzeburg und Büchen haben das schon eingeführt. Ich halte das für eine sehr gute Sache“, meint die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Christiane Gehrmann. Über die App ließen sich die Parkzeiten genau steuern und fehlendes Kleingeld gehöre dann der Vergangenheit an.