Nachwuchsförderung: Anerkennung für zwei Unternehmen

413
Ausbildungsleiter Axel Stäck mit Agenturchefin Dr. Heike Grote-Seifert bei der Zertifikatsübergabe in Kastorf. Foto: hfr
Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von

Büchen/Kastorf (pm). Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe, hat anlässlich der „Woche der Ausbildung“ zwei Unternehmen mit dem Ausbildungszertifikat der Bundesagentur für Arbeit ausgezeichnet. Die Tischlerei Lange aus Büchen und die Claus Rodenberg Waldkontor GmbH aus Kastorf haben die Auszeichnung für ihr Engagement in der Ausbildung junger Menschen erhalten.

„In diesem Jahr zeichnen wir die Firmen Tischlerei Lange aus Büchen und Claus Rodenberg Waldkontor GmbH aus Kastorf mit dem Ausbildungszertifikat der Bundesagentur für Arbeit aus. Beide Unternehmen engagieren sich in besonderem Maße in der Ausbildung junger Menschen. Dies wollen wir mit dem „Zertifikat für Nachwuchsförderung“ anerkennen und honorieren“, sagt Dr. Heike Grote-Seifert, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe.

Tischlerei Lange: über 60 Jahre der Ausbildung im Tischlerhandwerk verpflichtet

Tischlerhandwerk in der dritten Generation: Felix Lange (links) und sein Vater Wolf-Dieter Lange mit Dr. Heike Grote-Seifert. Sogar das über 60 Jahre alte Gesellenstück des Vaters und Betriebsgründers fand sich in der Werkstatt bei der Zertifikatsübergabe. Foto: hfr

Tischlermeister Wolf-Dieter Lange und sein Sohn Felix blicken auf bald 66 Jahre Tischlerhandwerk und Familienbetrieb in Büchen zurück. Gegründet hat das Tischlerunternehmen Ernst Lange, der auch Innungsobermeister war, am 01. August 1953. Er begann auch gleich, Tischlergesellen auszubilden. Diese Ausbildungstradition führen sein Sohn und sein Enkel bis heute unvermindert fort, ein Grund für die Chefin der Arbeitsagentur den Betrieb auszuzeichnen. „Es ist schön zu sehen, wenn über 60 Jahre Ausbildungsengagement von Generation zu Generation weitergegeben und weitergelebt wird“, sagt Grote-Seifert. Wolf-Dieter Lange war selbst 25 Jahre im Prüfungsausschuss, vor dem die Tischler-Azubis ihre Prüfung ablegen, tätig und weiß damit, wie wichtig eine gute Ausbildung im Betrieb ist. „Selber habe ich in über 30 Jahren gut 35 Tischler ausgebildet, von denen einige auch noch bei mir im Betrieb tätig sind“, erzählt Lange, der aktuell als Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses der Tischler für Schleswig-Holstein und Hamburg tätig ist. Wie viele Branchen spürt jedoch auch er Nachwuchssorgen. „Vor zehn Jahren bekam ich noch zehn bis 15 Bewerbungen auf eine Ausbildungsstelle. Heute sind es gerade mal zwei bis vier“, so der Ausbilder. „Dabei ist Tischler ist ein Beruf, der einen tollen Werkstoff be- und verarbeitet, vielfach ganz individuelle Produkte herstellt und in dem man immer wieder ein tolles Feedback vom Kunden bekommt.“ Die Tischlerei hat ihren Schwerpunkt im Bereich Schränke und Innenausbau, die Produkte werden individuell nach den Gegebenheiten vor Ort und den Kundenwünschen in der Werkstatt hergestellt.

Bei der Azubi-Suche reicht Lange grundsätzlich ein erster allgemeinbildender Schulabschluss aus. „Mit privatem Engagement können Jugendliche bei mir dann Pluspunkte sammeln. Mitgliedschaft in einer Feuerwehr oder ehrenamtliche Tätigkeiten in einem Sportverein gleichen manche Schulnote aus“, so der Ausbilder. „Grundsätzlich lernen wir uns immer in einem Praktikum näher kennen. Unsere Praktikanten gehen dabei auch mit in den Kundendienst oder auf Montage. Hier können sie dann zeigen, dass sie motiviert sind und was sie können.“

In dem Familienunternehmen beginnt jedes Jahr ein Jugendlicher mit der Ausbildung zum Tischler. Damit hat die Tischlerei immer drei Lehrlinge, in jedem Ausbildungsjahr einen. „Wir können nicht jeden nach dem Abschluss als Gesellen übernehmen. Manche möchten das auch gar nicht, für sie ist die Ausbildung eine Vorstufe zu einem Studium. Aber wir setzen beständig auf die Ausbildung junger Menschen. Wir bilden nicht nur für unseren Betrieb, sondern für unseren Berufsstand als Ganzes aus. Gesucht werden Tischler immer“, erklärt Lange.

Claus Rodenberg Waldkontor GmbH: Vielfalt in Sachen Ausbildung

Forstwirtschaft sowie Großprojekte in der Forst- und Landschaftspflege – in diesen Bereichen ist die Claus Rodenberg Waldkontor GmbH tätig. Es wird zum Beispiel Holz geschlagen und mit eigenen LKW an verschiedenste Kunden – zu ihnen gehören Pelletwerke oder Möbelunternehmen – im gesamten Nordeuropäischen Raum geliefert oder es werden Trassen für Energieunternehmen gebaut. So vielfältig wie die Bereiche, in denen das Unternehmen mit seinem zentralen Sitz in Kastorf tätig ist, so vielfältig bildet das Unternehmen auch aus, erzählt Ausbildungsleiter Axel Staeck. „Wir bilden in sieben verschiedenen Ausbildungsberufen aus. Dazu gehören verschiedene Kaufleute, Forstwirte, IT-Fachleute oder Berufskraftfahrer. Da wir international tätig sind, finden sich in unserem Unternehmen Mitarbeiter aus 20 Nationen.“

Bei der Nachwuchssuche setzt Staeck auf die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und der Industrie- und Handelskammer. Jeder Jugendliche, der sich bei dem Unternehmen bewirbt, wird von dem Ausbildungsleiter auch zu einem Gespräch eingeladen. „Zeugnisse sind immer nur ein Aspekt. Entscheidend ist für mich bei der Auswahl der persönliche Eindruck von den jungen Menschen. “

Während der Ausbildung erfahren die Nachwuchskräfte dann eine enge Betreuung. „Wir arbeiten eng mit den Berufsschulen zusammen, jeder Auszubildende bekommt einen älteren Azubi als Paten, unsere Auszubildenden treffen sich regelmäßig und mit internen Ausbildungsseminaren, Englischkursen oder Austauschprogrammen vertiefen wir die Ausbildungsinhalte“, so Staeck. Er setzt auf eine gute Ausbildung, denn das Unternehmen bildet für den eigenen Bedarf aus.

Für den Ausbildungsbeginn im Herbst können sich auch noch junge Leute bewerben: „Wir haben einen freien Ausbildungsplatz bei den Kaufleuten für Spedition und Logistikdienstleistung sowie zwei bei den Berufskraftfahrern“, erklärt der Ausbildungsleiter.

„Beiden Unternehmen gilt mein Dank, auch stellvertretend für alle anderen Ausbildungsunternehmen, die kontinuierlich ausbilden, jungen Leuten sehr gute Ausbildungsbedingungen bieten und auch Talenten unabhängig von Schulnoten eine Chance geben. Ich stelle bei meinen Besuchen in den Unternehmen immer wieder fest, dass die Jugendlichen in unserer Region viele engagierte Ausbildungsbetriebe finden,“ sagt die Chefin der Arbeitsagentur abschließend.