Neue bunte Vielfalt in der Brummelbrede

Neuigkeiten aus der Waldstadt in Mölln

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Es tut sich was in der Brummelbrede. Foto: Wolfgang Oetjen
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Von Marion Greff

Ein warmer Sommertag in Mölln. Stellen Sie sich vor, Sie kommen nach Hause und verweilen auf dem Weg zu Ihrer Haustür auf Ihrer Lieblingsbank mitten in einem Blumenbeet und wundern sich über das, was um Sie herum geschieht….

In der Brummelbrede in der Waldstadt soll diese Vision lebendig werden. Was genau steckt dahinter?

Bereits seit 2018 wird die Umgestaltung der Grünflächen in dieser kleinen Sackgasse geplant. Die öffentlichen Grünflächen, die aus drei Rasenflächen und einem Kreisel bestehen, werden zu einem neuen Lebensraum umgestaltet: naturnah und bienenfreundlich bepflanzt mit heimischen Wildpflanzen und Sträuchern und mit regionalem Saatgut ergänzt. Nachhaltig & ökologisch sinnvoll, dabei pflegeleicht & kostengünstig. Als Gestaltungselemente werden zusätzlich Totholzareale und eine kleine Trockenmauer eingesetzt.

Es sind sieben Aktive aus dem Naturgarten e.V. (Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg), wohnhaft in Mölln & Umgebung, die hier ein gemeinsames Projekt initiiert haben. Sie möchten aufzeigen, wie man mit einer naturnahen Gestaltung auch öffentliche Grünflächen zum Lebensraum für Tiere und zu Wohlfühlorten für Menschen machen kann. In Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Grünamt der Stadt Mölln wird die Idee des Naturgarten e.V. jetzt umgesetzt.

Die öffentlichen Grünflächen, die aus drei Rasenflächen und einem Kreisel bestehen, werden zu einem neuen Lebensraum umgestaltet. Foto: Wolfgang Oetjen

Der Kontakt zu den Stadtgärtnern ergab sich durch die Wanderausstellung „Schritte zum Naturgarten. Leben wieder leben lassen“ von Kalle Niehus, die von Juni bis August 2018 im Stadthaus in Mölln zu sehen war. Schon im ersten Telefongespräch mit dem Leiter Stadtgrün, Herrn Karl Kinz, war eine gemeinsame Sicht auf die Dinge klar. Im Laufe der Zeit folgten mehrere gemeinsame Treffen mit allen Naturgärtnern in sehr freundlicher Atmosphäre und in kooperativer und positiver Zusammenarbeit.

In der konkreten Umsetzung ergaben sich viele Einzelschritte. Ein kleiner Einblick: Die Prüfung der Bodenverhältnisse, Licht- und Schattenbedingungen, verschiedene Nutzungsmöglichkeiten klären (Parkplätze), Austausch mit den anliegenden Nachbarn, Aussuchen geeigneter Pflanzen und Gehölze und Gestaltungsmaterialien wie Totholz und Steinen, Pflanz – und Terminplan erstellen, Boden (mit vom Grünamt angelieferten) Wegekies und gütegesiegelten Kompost vorbereiten, Presse informieren etc.
Weitere Planung: Bepflanzung und Gestaltung der Flächen Anfang April, eine Zwiebelpflanzaktion im Herbst und die Pflege der Beete durch die Naturgarten – Gruppe.

Warum ist der Handlungsbedarf so dringend?

Der Rückgang der Biodiversität wird zunehmend sichtbar, auch vor der eigenen Haustür. Die Verluste von Insekten und Vögeln sind nur ein Beispiel. Auch viele Kommunen erkennen inzwischen, dass die naturnahe Gestaltung von öffentlichem Grün einen wichtigen Beitrag zum Schutz und Erhalt unserer Tier- und Pflanzenwelt liefern kann.

Das Wissen um die Missstände in der ökologischen Umwelt reicht aber nicht aus, unser aller Handeln ist gefordert! Möglichkeiten gibt es viele: Im eigenem Garten oder auf dem Balkon, und auch im öffentlichen Grün direkt vor der eigenen Tür. Die Verantwortung für die Gestaltung unserer Stadt liegt letztendlich auch in unseren Händen.

Wir möchten Sie durch dieses Projekt anregen und einladen, auch in Ihrer Straße ähnliche Aktionen zu starten. Schauen Sie sich die umgestalteten Flächen in der Brummelbrede an. Kontakten Sie den Naturgarten e.V., regiogruppe-schleswigholstein@naturgarten.org. oder Rita Schütt, Wildblumen für jeden Garten, Breitenfelde, Tel. 045 42 – 83 79 60. Sie erhalten außerdem Informationen unter www.naturgarten.org, www.bluehende-landschaften.de, www.deutschland-summt.de und können sich aktiv zum Erfahrungsaustausch vernetzen.

Und was mag den Heimkommenden so fasziniert haben?

Vielleicht hat er einen seltenen Schmetterling entdeckt? Oder war es eine Steinhummel? Eine Glockenblume, die erstmals blüht? Oder war es gar eine Eidechse, die sich auf der Steinmauer sonnt? Es ist wirklich faszinierend: Eine lebendige Artenvielfalt wird sich einstellen, wenn wir das Leben wieder leben lassen. Machen Sie mit!

Fortsetzung folgt! Wir werden weiter über unser spannendes Projekt berichten!