Bürgermeisterwahl Ratzeburg: Wahlkampf auch im Baumarkt

Sami El Basiouni (BfR) - “Neue Wege, neue Ideen!“ – stand für Fragen der Bürger bereit

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Bürgermeisterkandidat Sami El Basiouni (BfR) bei seinem ersten „Neue Wege, neue Ideen!“ im Baumarkt. Foto: Thomas Biller
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Ratzeburg (tbi). Bewohner und Gäste der Inselstadt sichten immer mehr Plakat- und Bannerwerbung für Kandidaten zur Bürgermeisterwahl am 10. März. Manchmal sind es einzelne, mal hängen sie übereinander oder stehen in unmittelbarer Nähe zueinander. Und manchmal trifft man einen Kandidaten, der zum Gespräch einlädt.

Als am Sonnabend (9. Februar) ein paar Schrauben aus dem Baumarkt besorgt werden sollten, traf Herzogtum direkt dort im Eingangsbereich Sami El Basiouni, der mit Plakat, Infoblatt und Laptop für Wählerstimmen warb. Gelegenheit für einige Fragen:

Guten Morgen, Herr El Basiouni. Ist das Ihr erster öffentlicher Auftritt im Wahlkampf?

Sami El Basiouni: Nein, der erste öffentliche Auftritt war die Vorstellung beim Jugendbeirat, der wirklich interessant und befruchtend war. Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, auch die Jugend mit einzubeziehen. Vorstellen werde ich mich kommende Woche auch in einem Seniorenwohnheim und auch beim Wohnprojekt „Alte Meierei“. Alle meine Termine, wo und wann ich für Gespräche zur Verfügung stehe, werden in Kürze veröffentlicht.

Warum Sind Sie heute hier im Baumarkt und nicht, wie andere Kandidaten, auf den Wochenmärkten?

El Basiouni: Hier bin ich am Puls der Zeit, weil dieser Baumarkt hier sozusagen meine zweite Heimat ist. Hier kaufe ich ein und fühle mich immer gut aufgehoben. Auf den Märkten der Stadt spielt das Wetter immer eine Rolle und damit auch die Besucherfrequenz. Viele gehen hier durch und ich hatte schon viele gute Gespräche.

Was bewegt die Menschen denn bei den Gesprächen am meisten?

El Basiouni: Warum ich als Person an den Start gehe, das ist immer die erste Frage; „Sie kommen doch nicht aus der Verwaltung.“ Dann sage ich, dass ich kein Verwaltungsmensch bin und auch nicht sein will. Dennoch habe ich nach 16 Jahren politischer Arbeit Erfahrungen, was Verwaltungsarbeit angeht und durch den politischen Hintergrund weiß ich, wie die andere Seite aussieht. Seine Erfahrungen einbringen zu können und nachher auf der anderen Seite zu sitzen, ist, glaube ich, ein Zugewinn für Ratzeburg. Auch für unsere Politiker, die dann genau wissen, wer jetzt da sitzt, der weiß, woran er arbeiten kann und will und wie er die Beschlussvorlagen vorbereitet, damit es schnell und sauber über die Bühne geht.

Auf Ihrer seit wenigen Tagen freigeschalteten Internetseite wird geduzt. Ist das ganz bewusst ein unterscheidendes Merkmal zu den Seiten von Mitbewerbern?

El Basiouni: Das liegt einfach daran, dass ich mich zu Ratzeburg zugehörig fühle. Ich bin Ratzeburger und Ratzeburg ist meine Heimat. Ich möchte ganz nah am Puls der Ratzeburger sein. 40 Jahre lebe ich in Ratzeburg und habe so viele Bekannte, dass ich die persönlich ansprechen möchte.

Der Bürgerverein von Ratzeburg und Umgebung musste auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung feststellen, dass bei den Vorstandswahlen niemand bereit war, ein Amt zum jetzigen Zeitpunkt zu übernehmen. Der Verein muss daher seine Auflösung einleiten. Sie sind Mitglied des Vereins, waren bei der Versammlung aber nicht zugegen. Wann haben Sie zuletzt über eine Unterstützung nachgedacht?

El Basiouni: Der Bürgerverein ist mir immer so wichtig gewesen, dass ich bereits im vergangenen Jahr bei einer Mitgliederversammlung dabei war, als Volker Wilms seinen Abschied erklärt hat. Ich habe dem Bürgerverein angeboten, dass ich vorübergehend den Vorsitz übernehmen würde, weil der Verein für mich in Ratzeburg elementar ist. In der Diskussion damals hat sich herausgestellt, dass auf Grund des Wahlkampfes (Anm. der Red.: Am 6. Mai 2018 fanden in Schleswig-Holstein die Kommunalwahlen statt, bei denen Sami El Basiouni für die Bürger für Ratzeburg für die Stadtvertretung Ratzeburg kandidierte) und der Tatsache, dass ich zur Zeit Spitzenpolitiker bin, sich gefragt wurde, ob das eine gute Lösung wäre. Mein Angebot war also da, wurde aber nicht aufgegriffen.

Wie sähe es im Falle eines Wahlsieges bei der Bürgermeisterwahl mit dem Engagement für eine Rettung des Bürgervereins aus?

El Basiouni: Im Falle meiner Wahl bin ich nicht nur bereit, das zu machen, sondern es wäre für mich auch eine Verpflichtung. Und da ich dann die politischen Ämter zwangsläufig abgebe, würde ich, sofern es von den Vereinsmitgliedern gewollt sein sollte, natürlich den Vorsitz des Bürgervereins übernehmen.

Das große Wahlkampfbanner eines Mitbewerbers ist in der Nacht von Freitag auf Sonnabend mit Schimpfworten beschmiert worden. Was sagt der Kandidat Sami El Basiouni dazu?

El Basiouni: Da fehlen mir einfach die Worte, dass diejenigen, die so etwas machen, nichts Anderes und Besseres zu tun haben. Da wird Arbeit und Geld reingesteckt und allein die Tatsache, dass so etwas veröffentlicht wird, ist ein Hammer. Mir fehlen die Worte.

Vielen Dank, Sami El Basiouni.

Das Gespräch wurde von der Redaktion gekürzt.