Der heimliche Herrscher im Schilf

295
Der Kuckuck. Foto: Gärtner
Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von

Mölln (pm). Karsten Gärtner (Dassendorf) beschäftigt sich in seinem Vortrag am Dienstag, 29. Januar, um 19.30 Uhr im Sitz der Stiftung Herzogtum Lauenburg, Hauptstraße 150, mit der Wunderwelt des Kuckucks. Der Eintritt ist frei.

Im Mai und Juni ruft der Kuckuck noch zahlreich im Kreis Herzogtum Lauenburg, aber nicht aus dem Wald wie im Kinderlied. Die meisten Kuckucke rufen in den feuchten Niederungen, an den zahlreichen Seen und Teichen, an der Elbe und am Elbe-Lübeck-Kanal, denn dort gibt es Schilf, in dem ihr Hauptwirt – der Teichrohrsänger – brütet.

Die logistische Leistung des Kuckucksweibchens ist faszinierend: Mehr als 20 Eier kann es einzeln zum richtigen Zeitpunkt ins richtige Nest schmuggeln, jeden zweiten Tag eins. Dafür hat es die gesamte Rohrsängerpopulation seines Reviers unter Kontrolle, heimlich, ohne offen in Erscheinung zu treten. Es zwingt den Rohrsängern die Aufzucht ihrer Jungen auf und zerstört zusätzlich etliche Bruten, indem es die Eier frisst.

Wie kann man das Allerheimlichste, die sekundenschnelle Eiablage ins fremde Nest beobachten und fotografieren? Man muss sich einloggen ins Programm des Kuckucksweibchens, um vorauszusagen, welches Nest für das nächste Ei vorgesehen ist. Bei den vielen Daten kann man schon mal die Übersicht verlieren, aber das Kuckucksweibchen schafft das ohne Notizbuch, GPS und Tabellen, hat alles in seinem kleinen Kopf.

Vorheriger ArtikelSolo – letzter Kleinkunstabend mit Detlef Romey
Nächster ArtikelVorsicht Rutschgefahr – Radfahren trotz Eis und Schnee
Bei Pressemitteilungen handelt es sich nicht um eine neutrale beziehungsweise kritische Berichterstattung im klassischen journalistischen Sinne. Es sind in der Regel Texte von Parteien, Organisationen, Institutionen und Unternehmen und schildern oft nur eine Sicht der Dinge. Die Redaktion von Herzogtum direkt prüft Pressemitteilungen vor Veröffentlichung stets nach bestem Wissen und Gewissen. So werden unter anderem Superlative und nicht belegbare Behauptungen aus den Texten entfernt.