Kunst als Brücke – Miteinander stärken und Ausgrenzung vermeiden

Besuch der Geesthachter Wohnstätten im Integrationscenter der AWO

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(v.li:) Roswitha Schuch, Waltraud Soukop, Helga Burmester und Künstler Omar Al Abdoun Al Mchaal. Foto: hfr
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Geesthacht (pm). In der Zeit vom 23. bis 30. September 2018 fand in Geesthacht die Interkulturelle Woche unter dem Moto „Vielfalt verbindet“ statt. Bestandteil dieser Woche war auch eine Kunstausstellung in den Räumen des Integrationscenters der AWO mit dem Titel „Kunst im Flur“. Dort hat der Künstler, Omar Al Abdoun Al Mchaal, Gemälde ausgestellt, welche das Leiden der Menschen in Syrien, den Abschied von der Heimat, die Erlebnisse auf der Flucht sowie die Ankunft in Deutschland und damit verbundene Ängste und Hoffnungen zum Thema haben.

Omar Al Abdoun Al Mchaal dazu entschlossen, die Bilder gegen eine Spende an das Lebenshilfewerk abzugeben. Auf diese Art kommt das gesammelte Geld den Menschen mit Behinderungen des Lebenshilfewerkes zu Gute und trägt zur Realisierung von Projekten bei, die aus der öffentlichen Hand nicht oder nur teilweise finanziert werden können. Die so entstandene Kontaktaufnahme wurde darüber hinaus von den Bewohnern der Geesthachter Wohnstätten genutzt, um den Künstler und seine Gemälde kennenzulernen.

Bei diesem Treffen konnten die Bewohner auch die Geschichte des Künstlers besser kennenlernen, welche stellvertretend für viele ähnliche Schicksale von geflüchteten Menschen steht. Dem einen oder anderen Bewohner ist dabei bewusst geworden, dass zuvor angenommene Unterschiede aufgrund einer fremden Sprache und Kultur vor dem Horizont gleicher Hoffnungen, Sehnsüchte, Wünsche aber auch Ängste plötzlich sehr klein werden.

Letztendlich schaffen die Bilder des Künstlers genau durch diese Denkanregung ein starkes Gefühl der Empathie, welches unerheblich von Kategorisierungen funktioniert, da es uns in der Achtung und im Verständnis füreinander als Menschen vereint. Die übergreifende Arbeit zwischen Flüchtlings- und Behindertenhilfe trägt mit solcherlei gemeinsamen Begegnungen eben nicht nur zur Unterstützung von individuellen Meinungsbildungsprozessen und somit zur politischen Bildung bei. Im Ergebnis führt sie zu einem ganzheitlich gelebten  Inklusionsgedanken, welcher unterstützt und gefördert werden soll.

Die Spende in Höhe von 400 Euro wurde gestern (11. Dezember) an die Stiftung des Lebenshilfewerkes übergeben.