Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Ferienmonat August

· 5.300 arbeitslose Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg · Arbeitslosenquote aktuell bei 5,1 Prozent – plus 0,1 Prozentpunkt zum Vormonat · Ausbildungsmarkt: Chancen nutzen – kurz vor Ausbildungsbeginn ist ein Viertel der Ausbildungsstellen noch nicht besetzt

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Agentur für Arbeit. Foto: Anders
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Herzogtum Lauenburg (pm). Im August hat die Zahl arbeitsloser Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg gegenüber Juli leicht um 56 zugenommen und liegt jetzt bei 5.300. In der Folge ist die Arbeitslosenquote gegenüber Juli um 0,1 Prozentpunkt auf jetzt 5,1 Prozent gestiegen. Das ist die niedrigste Quote in einem Monat August seit Erhebung der Arbeitslosendaten auf Kreisebene 1997.

Vor einem Jahr waren noch 5.791 Menschen arbeitslos und damit 491 mehr auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote lag seinerzeit bei 5,7 Prozent. „Die Arbeitslosigkeit im Kreis Herzogtum Lauenburg hat in diesem Monat mit einem Plus von 56 arbeitslosen Menschen nur leicht zugenommen. Mit 5,1 Prozent verzeichnen wir die niedrigste Quote in einem Monat August seit 20 Jahren. Insgesamt ist eine vorübergehende Zunahme der Arbeitslosigkeit in der Ferienzeit typisch für den Arbeitsmarkt im Sommer“, sagt Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten. „Mit dem Ausbildungsstart werden sich aber viele Jugendliche wieder bei uns abmelden und die gerade ausgelernten Auszubildenden starten in ihren ersten Job. Zudem werden die Unternehmen nach der Urlaubs- und Ferienzeit wieder aktiv und stellen neue Mitarbeiter ein“, ergänzt sie.

Sozialversicherungspflichtige Stellen

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im August 267 neue Stellen gemeldet worden. Damit sind aktuell 1.321 sozialversicherungspflichtige Stellen im Kreis Herzogtum Lauenburg zu besetzen, gut neun Prozent mehr als im Vorjahr. Unverändert werden die meisten neuen Mitarbeiter von Unternehmen im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe, Handel, verarbeitendes Gewerbe und der Arbeitnehmerüberlassung gesucht.

Unterbeschäftigung

Von den derzeit 5.300 arbeitslosen Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg sind 593 Schutzsuchende, 49 mehr als im Vormonat. Insgesamt werden von der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Herzogtum Lauenburg aktuell 1.195 geflüchtete Menschen betreut. Rund die Hälfte von ihnen besucht einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine der berufsvorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters und gilt damit nicht als arbeitslos.

Nicht als arbeitslos gezählt werden auch Teilnehmer an Weiterbildungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig erkrankt sind. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht. „Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind“, erläutert die Agenturchefin. Aktuell beträgt ihre Zahl im Kreis Herzogtum Lauenburg 6.996. Dies sind 654 oder 8,5 Prozent weniger als im August des vergangenen Jahres.

Ausbildungsmarkt

In wenigen Tagen beginnt für viele Jugendliche die Ausbildung. Doch auch für diejenigen, die keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben, bestehen weiterhin Chancen auf einen Ausbildungsplatz. „Der anstehende Ausbildungsbeginn bedeutet nicht, dass es für die Ausbildungssuche schon zu spät ist. Auch nach dem 01. September ist der Schritt in eine Ausbildung bis zu den Herbstferien noch ohne weiteres möglich”, so Grote-Seifert. „Immerhin sind mehr als ein Viertel der gemeldeten Ausbildungsplätze im Kreis Herzogtum Lauenburg aktuell nicht besetzt. Fast 270 Lehrstellen bieten noch die Chance auf den Einstieg in eine Ausbildung.“

Unternehmen, die ihre Ausbildungsstellen bislang nicht besetzen konnten, rät die Chefin der Arbeitsagentur, das vorhandene Bewerberpotential auszuschöpfen und auch Jugendliche zu berücksichtigen, die auf den ersten Blick nicht den Idealvorstellungen entsprechen. „Viele zeigen erst in der betrieblichen Praxis Fähigkeiten, die sich leider nicht in ihren Schulnoten spiegeln“, sagt Grote-Seifert.

Sie empfiehlt, bei Bedarf auch die ausbildungsunterstützenden Angebote der Arbeitsagentur zu nutzen. „Assistierte Ausbildung, ausbildungsbegleitende Hilfen oder Einstiegsqualifizierungen sind bewährte Instrumente, mit denen wir da, wo es nötig ist, Unternehmen und Jugendliche unterstützen, eine Ausbildung vorzubereiten oder zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.“

Für Informationen zu den Fördermöglichkeiten können sich interessierte Unternehmen direkt an ihren Ansprechpartner im gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter wenden oder über die kostenfreie Service-Nummer 0 800 / 4 5555 20 Kontakt aufnehmen.