Gemeindefest der Kirchengemeinde St. Petri fand großen Zuspruch

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Besucherinnen und Verantwortliche des Internationalen Cafés für Mütter und Kinder, das jeden Montag von 15 bis 17 Uhr in der Familienbildungsstätte stattfindet. Foto: Wiebke Keller
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Ratzeburg (pm). Am ehemaligen „Tag der Deutschen Einheit“, am Sonntag, 17. Juni, ließen sich in und um die Stadtkirche St. Petri über 500 Menschen von unserem Gemeindefest anlocken und feierten unter dem Motto „Heimat finden für die Seele“ in fröhlicher und bunter Runde. Alt und Jung, Einheimische und Zugezogene konnten sich begegnen und in lockerer Stimmung ins Gespräch kommen.

Die Bläser hatten mit frischen Klängen schon vor dem Festgottesdienst vor und hinter der Kirche die zahlreich einströmenden Besucher begrüßt. Der Kinderchor „Die Petri-Sterne“ machten den Gottesdienst ebenso lebendig wir der Kirchenchor und die Bläser. Martin Soberger bekam für sein Orgelspiel einen kräftigen Applaus, ebenso wie die anderen Mitwirkenden. Auf dem südlichen Vorplatz erwarteten die Kinder Bewegungsspiele, wobei besonders die „bubble-balls“ den ganzen Tag über großen Anklang fanden und optisch das Treiben auf der Rasenfläche dominierten. Daneben luden die Mitarbeiterinnen der Kita „Hand in Hand“ zu Wasserspielen und -basteleien ein, der Weltladen Esperanza bot einen Einblick in sein Warenangebot und informierte über den fairen Handel und im Heim „Bei St. Petri“ gab es im Innenhof eine gemütliche Kaffeestube. Dort erlebten viele am Nachmittag auch einen spannenden Bericht von Frau Dr. Annette Haar, Chirurgin am Krankenhaus in Ratzeburg, mit, die anhand von eindrucksvollen Bildern aus ihrem dreijährigen Freiwilligeneinsatz in Peru berichtete und dabei vor allem auf die Chancen des fairen Handels einging.

Vor der Tür hatte sich neben dem heißbegehrten „Flammkuchen“-Wagen schon der Stand des „Interkulturellen Mutter-Kind-Treffs“ der Ev. Familienbildungsstätte aufgebaut, um die Gäste mit Gerichten aus sieben Nationen zu bewirten. Die Besucherinnen des ‚Interkulturellen-Mutter-Kind-Treffs‘ und ihr vielfältiges Speiseangebot kommen aus Afghanistan, Armenien, Eritrea, Irak, Pakistan, Syrien und Tschechien. Von Vorspeisen über diverse Hauptgerichte bis hin zu Kleingebäck und Nachspeisen gab es eine überwältigende Auswahl, die von den Frauen zu Hause liebevoll zubereitet worden war und einladend präsentiert wurde.

Auch die Ausgabe des Essens an die Besucher*innen des Gemeindefestes ließen sich die Migrantinnen nicht nehmen, so dass es über ‚Dolmar, Kufta und Briani‘ zum regen Austausch zwischen den ‚Köchinnen‘ und Gästen über Kochrezepte und Zutaten kam, bei dem so manches Lob über die Köstlichkeiten direkt weitergegeben wurde. Neben lobenden Worten wurde auch so mancher Euro für das hervorragende Essen gespendet, so dass der Verkauf von Flammkuchen und Internationalen Spezialitäten einen Erlös von 649,70 € ergab, der dem Internationalen Café der Familienbildungsstärte zu Gute kommt.

Die Migrantinnen genossen die Anerkennung ihrer Kochkünste sichtlich – eine wunderbare Bestätigung für diejenigen, die sonst eher im Hintergrund stehen.

Immer wieder wurden während des Nachmittags Führungen auf den Turm, in die Orgel und zur Besichtigung des alten Uhrwerks angeboten, die von Jung und Alt mit großem Interesse wahrgenommen wurden. Höhepunkt des Festes war die Ballettaufführung mit 60 Kindern von fünf bis zehn Jahre mit Renate Kuppig zur biblischen Geschichte mit dem Titel: „Rut – eine Ausländerin findet Heimat“. Etwa 300 Besucher*innen sahen diese beeindruckende Aufführung, die durch die künstlerische Darstellung der Kinder und durch ihren Inhalt ans Herz ging und mit tosendem Applaus und kleinen „Kirchenmäusen“ als Dankeschön endete. Den Abschluss bildete eine eher besinnliche Andacht zu den beiden Kunstwerken von Floriana aus Alt-Mölln, die von der Künstlerin und dem Flötenkreis der Gemeinde mitgestaltet wurden.

So kam es an diesem Tag immer wieder zur Begegnung und Auseinandersetzung mit spirituellen Fragen und Angeboten anhand von Kunst, Kultur und kulinarischen Entdeckungen.

Alt und Jung kamen zusammen, Alteingesessene und Neubürger kamen ins Gespräch, Nachbarn, Freunde und Wildfremde lernten sich ein bisschen besser kennen. Pastorin Wiebke Keller und Pastor Martin Behrens danken allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben