Kreisarchiv Herzogtum Lauenburg übernimmt Unterlagen der AOK Ratzeburg

672

Ratzeburg (pm). Die Verwaltungsstelle der AOK Ratzeburg (AOK Nord-West) wurde Ende Mai 2018 aufgelöst. Ein Teil der über die Jahre angefallenen Unterlagen wurden nun in das Kreisarchiv Ratzeburg übernommen.

Die Initiative ging von der Forschungsstelle der Sozialversicherungsträger in Bochum aus, die sich in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Archivamt in Münster und der AOK Westfalen-Lippe bereits mehrmals bei der Schließung von Niederlassungen für die Sicherung von Archivgut eingesetzt hatte. Auch in Nordrhein-Westfalen übernahmen die jeweils zuständigen Kommunalarchive die AOK-Unterlagen.

Nach einer Sichtung im April 2018 mit Mitarbeitern der Bochumer Forschungsstelle und der AOK Nord-West wurde entschieden, folgendes Archivgut zu sichern:

etwa 100 Holzkästen mit Versichertenkarten aus den Jahren 1945 bis 1975, welche laut Aussage des ehemaligen Niederlassungsleiters, Andreas Kulina, vorerst nicht vernichtet werden dürfen, dazu Hebekarten von Betrieben aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg. Ergänzt wird der Bestand durch Unterlagen der Selbstverwaltung der AOK aus der Zeit ab etwa 1900, wozu Protokollbücher, Generalakten und Bauunterlagen von AOK-Gebäuden gehören.

Die Leiterin des Kreisarchivs Ratzeburg, Cordula Bornefeld, ist über den Zugang dieser Überlieferung sehr erfreut – stellt dieser doch einen wichtigen Baustein zur Dokumentation von regional-historischen Aspekten gerade im Bereich der Sozialgeschichte dar. Andreas Kulina berichtete, dass immer wieder noch Anfragen aus der ganzen Welt eintreffen, um zum Beispiel über die Versichertenkarten Nachweise für den Einsatz von Zwangsarbeitern erbringen zu können.

Ein Vertrag über die Deponierung von Archivalien regelt die Hinterlegung der Unterlagen, welche demnach weiterhin im Eigentum der AOK Nord-West bleiben.

Vorheriger ArtikelLadies Night – wenn die Frau dann mal kurz weg ist!
Nächster Artikel‚Nur ein kleiner Gedanke für Frieden …‘
Bei Pressemitteilungen handelt es sich nicht um eine neutrale beziehungsweise kritische Berichterstattung im klassischen journalistischen Sinne. Es sind in der Regel Texte von Parteien, Organisationen, Institutionen und Unternehmen und schildern oft nur eine Sicht der Dinge. Die Redaktion von Herzogtum direkt prüft Pressemitteilungen vor Veröffentlichung stets nach bestem Wissen und Gewissen. So werden unter anderem Superlative und nicht belegbare Behauptungen aus den Texten entfernt.