Linke fordert Rekommunalisierung der Müllabfuhr

1996
LInke: "Es stinkt zum Himmel: privatisierte Müllabfuhr lässt Bio-Müll bis zu fünf Tage an der Straße stehen." Foto: hfr
Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von

Ratzeburg (pm). Viele werden sich schon sehr darüber geärgert haben: Seit einigen Wochen wird der Rest- und Bio-Müll in den meisten Gemeinden der Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg nicht mehr pünktlich abgeholt. „Erst waren es ’nur‘ zwei Tage Verspätung, inzwischen sind wir bei bis zu fünf Tagen angekommen. Es sieht sehr unschön in den Dörfern und Städten aus, an allen Straßen stehen überquellende Mülltonnen herum, und es stinkt bei den jetzigen Temperaturen sprichwörtlich zum Himmel“, moniert die Kreistagsfraktion der Linkspartei in einer aktuellen Pressemeldung.

Die AWSH hat nun in der Lokalpresse großformatige Anzeigen geschaltet und sich dafür entschuldigt, dass das von ihr beauftragte private Unternehmen einen krankheitsbedingten Personalausfall hat und die Arbeitsmarktlage sehr angespannt sei. „Die Arbeitsmarktlage ist so angespannt, weil das beauftragte Unternehmen schlechte Löhne zahlt“, heißt es in der Pressemitteilung der Linkspartei. „Im Hamburger Raum verdienen die Kollegen der Müllwerker einige Hundert Euro mehr und erhalten noch ein Antrittsgeld. Da pendelt, wer es einrichten kann, doch lieber in den Hamburger Raum. Auch wird der Krankenstand sich kaum verbessern, wenn bei dieser mediterranen Wetterlage die verbleibenden Müllwerker die ausgefallenen Termine wieder aufholen sollen“, so die Linke weiter.

Die Linke ist generell gegen eine Privatisierung öffentlicher Aufgaben. Nach Ansicht der Linksfraktion zeige diese Müll-Problematik beispielhaft, dass Privatisierungen öffentlicher Aufgaben nur den beauftragten Unternehmen nützen, Probleme aber auf die Arbeitnehmer und die Bevölkerung abgewälzt werden. Dass sich die AWSH und der Kreis jetzt bei dem Unternehmen für höhere Löhne einsetzt, sei nach Ansicht der Linken ein Schritt in die richtige Richtung. Mittelfristig fordert die Linksfraktion jedoch eine Rekommunalisierung der Entsorgungsleistungen. Da dies nicht von Heute auf Morgen zu bewerkstelligen sei und der Vertrag mit dem Unternehmen Ende 2020 ausläuft, müssten jetzt die Weichen dafür gestellt werden.